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Paris führt Tempo 30 auf fast allen Straßen ein – gibt’s jetzt noch mehr Stau?

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Von: Jasmin Pospiech

Die Stadtverwaltung von Paris will den Stadtverkehr beruhigen und hat Tempo 30 auf den meisten Straßen eingeführt. Viele begrüßen die Maßnahme, doch einige sehen sie auch kritisch.

Paris – Auf 80 Prozent der Berliner Straßen gilt bereits Tempo 30. Andere europäische Großstädte sind ebenfalls dabei, die Höchstgeschwindigkeit innerorts zu reduzieren. Demnach darf auch in Madrid auf zweispurigen Straßen nur noch 30 km/h gefahren werden. Das gilt natürlich genauso für Touristen. Wer sich nicht daran hält, dem drohen saftige Bußgelder.

Paris führt Tempo 30 auf fast allen Straßen ein – kommt es zu noch mehr Staus?

Auch in Italien sind die Innenstädte der großen Metropolen wie etwa Rom „Zone a traffico limitato“ (dt.: „Zonen mit beschränktem Verkehr“) und die Einfahrt für viele Fahrzeuge untersagt. Vor allem in der italienischen Hauptstadt begrüßen das die meisten Einwohner, da nicht nur der Lärm für Anwohner ohrenbetäubend ist, sondern auch unzählige Schlaglöcher die maroden Straßen übersäen. Jetzt gilt eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gilt auch auf fast allen Straßen von Paris.

In Paris gilt ab sofort Tempo 30 auf den meisten Straßen. (Symbolbild)
In Paris gilt ab sofort Tempo 30 auf den meisten Straßen. (Symbolbild) © PanoramiC/Imago

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo (62, Parti socialiste), löst damit ein Wahlkampfversprechen ein und will so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, den Lärm reduzieren und ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Laut einer Umfrage befürwortet die Mehrheit (60 Prozent) der Pariser das Tempolimit innerorts, einige Verkehrsteilnehmer sehen die Maßnahme allerdings auch kritisch. (Will uns Luisa Neubauer die Autos wegnehmen? „Werden weniger Autos haben müssen“)

Paris führt Tempo 30 auf fast allen Straßen ein – einige sehen das kritisch

Sie finden es unverständlich und beklagen, dass es jetzt schon schwierig sei, in der französischen Hauptstadt voranzukommen. Mit Tempo 30 würde sich die Lage weiter verschlimmern. Zudem kämen sie jetzt mit anderen Fahrzeugen, etwa einem Roller, genauso schnell vorwärts wie mit einem Pkw. Wozu also noch Auto fahren? Hinzu komme, dass bereits in der Vergangenheit Auto-Parkplätze reduziert worden seien. (Tempolimit: Auto-Club startet Crowdfunding gegen „Schikanen“ von Grünen & Co.)

Allerdings dürfte genau das im Sinne der Pariser Stadtrats sein: Denn wenn weniger Autos auf den Straßen der französischen Hauptstadt unterwegs sind, hoffen sie wohl auch, dass sich nicht nur die Verkehrslage entspannt, sondern auch die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden können. („Freie-Straßen-Prämie“: Wer aufs Auto verzichtet, soll 1.100 Euro pro Jahr kriegen)

Fahrradfahrer begrüßen hingegen Tempo 30, da sie sich einer Umfrage zufolge jetzt sicherer auf den Straßen fühlten. Schließlich verfügt Paris bereits über viele Radwege, doch diese befinden sich meist nah an den Fahrspuren und damit an vorbeifahrenden Autos. Einziger Lichtblick für Autofahrer: Zumindest auf einigen größeren Straßen und der ringförmigen Stadtautobahn „Boulevard périphérique“ darf noch immer schneller gefahren werden. Am Ende ist aber auch das egal, denn die realistisch gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit in Paris beträgt gerade einmal 15 km/h.

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