Knapp gehaltene Mitteilung

Mitsubishi: Rückzug vom europäischen Markt – war’s das für immer?

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    vonJan Schmidt
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Der japanische Autohersteller Mitsubishi will keine neuen Pkw-Modelle mehr nach Europa bringen. Märkte sollen wohl zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi speziell aufgeteilt werden.

  • Mitsubishi will keine neuen Modelle mehr auf den europäischen Markt bringen
  • Der Verkauf von Ersatzteilen, aktuellen Modellen und der Service sollen weiterlaufen
  • Mitsubishi will sich auf Südostasien, Afrika, Ozeanien und Südamerika konzentrieren

Tokio – Mitsubishi stoppt die Einführung neuer Fahrzeugmodelle in Europa. Der Verkauf der aktuellen Pkw soll genauso wie der Service und die Versorgung mit Ersatzteilen weiterlaufen, wie der japanische Hersteller nun in einer knapp gehaltenen Mitteilung erklärt. Weitere Informationen hat man auch beim deutschen Importeur MMD Automobile in Friedberg bislang nicht. 

Konzentration auf Südostasien, Afrika, Ozeanien und Südamerika

Hinter dem Neuheiten-Stopp stecken vor allem wirtschaftliche Überlegungen. In Europa haben die Japaner lediglich einen Marktanteil von rund einem Prozent, in Südostasien sind es mehr als sechs Prozent. Künftig will man sich außer auf den Hauptmarkt auf Afrika, Ozeanien und Südamerika konzentrieren, wie aus dem parallel veröffentlichten Strategiepapier „Small but Beautiful“ („Klein aber fein“) hervorgeht. 

Renault-Nissan-Mitsubishi
SitzAmsterdam
Gründung1999
ChefJean-Dominique Senard
Verkaufte Fahrzeuge 201810,76 Millionen

In Deutschland wurden 2019 rund 52.000 Mitsubishi-Pkw neu zugelassen, was einem Marktanteil von 1,4 Prozent entspricht. Wichtigstes Modell war der preisgünstige Kleinstwagen Space Star. Während der Stadtwagen dank eines gerade erst erfolgten Facelifts noch einige Zeit frisch bleibt, leidet mit dem Outlander das zweitwichtigste Modell unter dem Erneuerung-Stopp. Ein Nachfolger des Mittelklasse-SUV wäre wohl 2021 auf den Mark gekommen. Auch das für einen ähnlichen Zeitpunkt erwartete Mini-SUV der Marke kommt nun nicht mehr nach Europa. 

Unklar ist darüber hinaus auch, wie es mit den aktuellen Modellen weitergeht. Fraglich ist unter anderem, ob die bestehenden Motoren noch an künftige Abgasnormen angepasst werden. Anfang 2021 steht die nächste Verschärfung an, wenn der 6d-Standard für alle Neuwagen gilt.

Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz: Radikale Sparmaßnahmen

Unlängst hatte die Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi bekannt gegeben, dass neben den technischen Plattformen künftig auch die Karosserien stärker standardisiert werden sollen. So soll es in jedem Fahrzeugsegment ein „Mutterfahrzeug“ (Leader-Car) geben, von dem sogenannte Follower-Cars abgeleitet werden. Nissan soll beispielsweise für die künftigen Kompakt-SUV der Qashqai-Klasse zuständig sein, Renault die kleineren Crossover übernehmen. (Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz: Bald nur noch Klon-Fahrzeuge?) (Mit Material von SP-X)

Rubriklistenbild: © Kiyoshi Ota/dpa

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