Nach Horrorfahrt

Kanadier fliegt extra nach Deutschland zu Mercedes, um sich über seine S-Klasse zu beschweren

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Der kanadische Besitzer einer S-Klasse war so sauer über die gefährliche Fehlfunktion seines Fahrzeugs und den schlechten Service seines lokalen Autohauses, dass er nach Deutschland flog, um sich direkt vor Ort in der Konzernzentrale von Mercedes-Benz zu beschweren.

  • Eine technische Fehlfunktion führte fast zu einem Unfall
  • Der Besitzer verklagte Mercedes-Benz zunächst
  • Schließlich flog er nach Deutschland, um sich zu beschweren

Stuttgart – Die Mercedes-Benz S-Klasse gilt schon seit Jahrzehnten als eines der sichersten Fahrzeuge überhaupt. Technische Neuerungen und Sicherheitsfeatures wie beispielsweise ABS fanden immer wieder ihre erste Anwendung im Technologieträger S-Klasse . Die Oberklasse-Limousine von Mercedes hat sich ihren Ruf als besonders sicheres Luxusauto erarbeitet. Genau aus diesem Grund kaufte der Kanadier Da Tong Yang seiner Frau Guifang Huo im Jahr 2017 einen brandeuen S550.

Mercedes-Benz
SitzStuttgart
Gründung1926
ChefOla Källenius
Bekannte ModelleA-Klasse, B-Klasse, C-Klasse, E-Klasse, S-Klasse, CLK
Verkaufte Fahrzeuge 20192,34 Millionen (Mercedes-Benz Cars)

Technisches Problem sorgt für gerechtfertigten Unmut

Es folgte ein Jahr des Fahrens ohne Probleme mit der neuen S-Klasse, doch dann – so behauptet das Paar – blockierte das Lenkrad des Fahrzeugs während der Fahrt und kam schließlich nur knapp vor einer Betonwand zum stehen. Das Auto hatte zu diesem Zeitpunkt nur 6.400 Kilometer auf der Uhr, berichteten die kanadischen Richmond News. Die S-Klasse („Hot oder Schrott“: TV-Star Hubert Fella über seine Mercedes S-Klasse zum Schnäppchenpreis) wurde schließlich am nächsten Tag zur Reparatur zum Mercedes-Benz Service Center in Richmond geschleppt. Der Fehler war laut Mercedes-Benz ein „internes elektrisches Problem in der Servolenkung und im Zahnstangenlenkgetriebe“, das beim Austausch der Servolenkung behoben wurde.

Das Ehepaar weigerte sich jedoch zu glauben, das Auto sei nun sicher, und verlangte eine Rückerstattung oder ein neues Auto. Der Autohändler aus Richmond lehnte dies ab und bestand darauf: das Fahrzeug ist sicher. Guifang Huo, die registrierte Besitzerin des Fahrzeugs, reichte daraufhin 2019 eine Klage ein, in der sie von Mercedes-Benz Schadenersatz für mentale und finanzielle Schäden forderte, die sie durch den Vorfall erlitten habe. Die gefährliche Situation mit der Fehlfunktion des Autos habe zu einer „erheblichen psychische Belastung und Angst, einschließlich der Angst um die Sicherheit ihrer Familie und die Sicherheit der Öffentlichkeit“ geführt. In den Gerichtsdokumenten wird behauptet, dass Mercedes-Benz nach Behebung des Problems am Fahrzeug „nicht in der Lage war, dem Kläger zu versichern, dass der Fehler, der zur Blockade des Lenkrads führte, repariert wurde oder dass der Fehler nicht erneut auftreten würde“. Mercedes-Benz bestritt derweil, dass das Problem mit der Lenkung des Fahrzeugs die Bremsen des Fahrzeugs beeinträchtigte, zu „Personen- oder Sachschäden“ führte oder die Garantie verletzt wurde.

Ein Mann und seine Mission

Da das Gerichtsverfahren nirgendwo hinführte, entschied Da Tong Yang, dass es an der Zeit war, die Dinge in die eigenen Hände zu nehmen – und flog direkt zu Mercedes-Benz nach Deutschland.

Dort plädierte Yang mit Hilfe eines deutschen Freundes bei einem Unternehmensvertreter für seinen Fall und bekam anschließend eine Führung durch die Firmenzentrale.

Immerhin erreichte er, dass ihm Mercedes per E-Mail mitteilte, dass man den Fall untersuchen werde. Yang sagte gegenüber den Richmond News, dass er nach Stuttgart flog, um für Gerechtigkeit zu kämpfen. Nicht nur für sich, sondern auch für andere Fahrer. Die S-Klasse steht derweil ungenutzt in der Garage des Paares. Die Eheleute halten das Fahrzeug nach wie vor für unsicher und wollen nicht riskieren, es zu fahren. Yangs Frau Guifang Huo erklärte, sie halte das Auto für „unzuverlässig und unsicher“ und es biete nicht die Sicherheit, die ein Luxusfahrzeug haben sollte. Wie die Geschichte weitergeht, lesen Sie in unserem Interview mit Da Tong Yang.

Rubriklistenbild: © Daimler AG - Global Communication

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