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Porsche Taycan als Dienstwagen: Stadtwerke Weimar wissen, was gut ist

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Von: Marcus Efler

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Luxus oder notwendiger Technologieträger? Mit der Anschaffung eines elektrischen Porsche Taycan gerät der Energieversorger im thüringischen Weimar unter Druck.

Weimar – Beim Umstieg auf Elektromobilität fahren Kommunen, Stadtwerke und Energieversorger gerne voran und probieren in ihrem Fuhrpark alternative Antriebsformen wie Brennstoffzelle eher aus als private Autofahrer. Schließlich sitzen sie bei Strom und Wasserstoff meist an der Quelle und außerdem gilt es, beim Klimaschutz Vorbild zu sein.

Bei ihrem neuesten Dienstwagen haben es die Stadtwerke Weimar nach Meinung von Kritikern mit der Vorbild-Funktion aber falsch verstanden. Denn sie haben ein Elektroauto geleast – nicht irgendeines, sondern eines der besten, das derzeit überhaupt zu bekommen ist. Mit modernster 800-Volt-Ladetechnik, zwei Elektromotoren, 680 PS und einem Drei-Sekunden-Spurt auf Tempo 100: den Porsche Taycan. (Ladesäulen-Check: Dominanz regionaler Stromversorger schafft Preiswucher)

Porsche Taycan als Dienstwagen: Stadtwerke Weimar wissen, was gut ist

Das klingt verdächtig nach Luxus. Mit einem Basispreis von etwa 85.500 Euro rangiert der Taycan zwar im preislichen Mittelfeld des Porsche-Portfolios (die andere Limousine, der Panamera mit Benzinmotor, kostet gut 10.000 Euro mehr) und die tatsächliche Leasingrate ist auch nicht bekannt. Trotzdem prasselt nun heftige Kritik auf den kommunalen Gas-, Strom- und Wärmeversorger, wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet.

Ein Modell des Taycan Turbo S (Symbolbild)
Künftig im Fuhrpark der Stadtwerke Weimar: ein elektrischer Porsche Taycan (Symbolbild, hier das Modell Turbo S) © Porsche AG

Von „völlig unverständlich“ (Grünen-Stadträtin Ann-Sophie Bohm) bis „das falsche Signal“ (Oberbürgermeister Peter Kleine) reichen die offiziellen Reaktionen, intern soll es noch deftiger zur Sache gehen. Das Argument der Stadtwerke dagegen: Der Porsche Taycan sei keineswegs ein Statussymbol, sondern ein „Technologieträger“. (Brandgefahr bei Elektrobussen: München zieht Mercedes-Fahrzeuge aus Verkehr)

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Porsche Taycan als Dienstwagen: Stadtwerke Weimar wissen, was gut ist

Fahren wird den Elektro-Flitzer wohl die Bereichsleiterin für Elektromobilität. Da sie für den Ausbau der Weimarer Ladeinfrastruktur zuständig ist und deren Leistung beurteilen soll, macht ein Fahrzeug mit einem besonders leistungsstarken Ladesystem durchaus Sinn. Allerdings bietet auch ein Hyundai Ioniq 5 für ungefähr den halben Preis das superschnelle 800-Volt-System.

Die massive Kritik scheint mittlerweile durchaus Eindruck zu machen – zumal die Energiepreise gerade kräftig anziehen und der Taycan nicht gerade sparsam mit dem Strom umgeht. „Der Zeitpunkt der Lieferung ist nicht optimal. Das bedauern wir“, räumte Stadtwerke-Chef Jörn Otto in der „Bild“ ein: „Der Leasingvertrag wurde jedoch im Juni unterschrieben, als die Entwicklung der Energiepreise so nicht abzusehen war.“ Immerhin: Ein Benzin-tankender Porsche 911 wäre in Anschaffung und Unterhalt noch viel teurer.

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