1. 24auto
  2. News
  3. Politik & Wirtschaft

Zu wenig Ladestationen in Deutschland: Müssen Supercharger von Tesla herhalten?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fabian Ibelherr

Die E-Auto-Zulassungen in Deutschland steigen konstant – die Zahl der Ladestationen dagegen nur langsam. Müssen Supercharger von Tesla herhalten?

Berlin – Mittlerweile boomt die Elektromobilität hierzulande und die Neuzulassungen von E-Autos steigen stetig. Kein Wunder, denn der Kauf jedes einzelnen E-Autos wird mit großzügigen Prämien bezuschusst (bestehend aus Bundesanteil, Herstelleranteil und Zuschuss zum AVAS-System für künstliche Fahrgeräusche). Völlig anders läuft es dagegen bei den Ladestationen, deren Ausbau viel zu langsam vonstattengeht. Die Lösung des Problems könnte US-Autobauer Tesla bringen, der von Tech-Boss Elon Musk (50) gegründete Vorreiter in Sachen Elektromobilität. (Boom der Elektro-Autos: Das müssen Sie über die Stromer wissen)

Viel zu wenig Ladestationen: Müssen Supercharger von Tesla das Problem lösen?

Monatlich werden in Deutschland nur etwa 1.000 neue Ladestellen eingerichtet, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtet. Doch das reicht natürlich nicht aus, um über alle Regionen der Bundesrepublik hinweg eine flächendeckende Stromversorgung aller Elektroautos in Deutschland sicherzustellen. Die Bundesnetzagentur geht aktuell von etwa 37.700 Normal-Ladern und 6.400 Schnell-Ladern in Deutschland aus, diese Zahl ist aber nicht verlässlich – denn nicht jeder Betreiber stimmt einer Veröffentlichung seiner Daten durch die Agentur zu. Fakt ist aber, dass es für die hohe Zahl an Elektroautos deutlich zu wenig E-Tankstellen gibt, wie auch „Gründerszene“ feststellt. (Elektroauto ruckzuck laden: Diese Technik wäre der Traum aller Akku-Fahrer)

Mehrere Ladestationen zum Betanken von Tesla-Elektroautos befinden sich, in einer Reihe aufgestellt, auf einem Parkplatz.
Energie tanken: E-Autos von Tesla werden an einem Supercharger mit Strom versorgt – bald auch Fremdfabrikate? © MiS/Imago

Viel zu wenig Ladestationen: Nachholbedarf beim Ausbau von Strom-Tankstellen

Rückständig ist die deutsche Ladeinfrastruktur besonders auch in der Hauptstadt Berlin, wo ca. 3,7 Millionen Deutsche leben und die entsprechende Anzahl an Elektroautos unterwegs ist. Die Mega-Metropole gilt als trauriger Hotspot und Sinnbild für das Chaos rund um Strom-Tankstellen. Auf eine E-Ladesäule kommen deutschlandweit bis zu 17 E-Autos. In Berlin bewegt sich nun aber was in Sachen Ladesäulen-Problematik. So will die Stadt an öffentlichen Straßen Schnell-Ladesäulen errichten. In Parkhäusern und Einkaufszentren sollen dagegen Strom-Tankstellen für länger dauerndes Aufladen entstehen, die zum Beispiel während des Einkaufs nutzbar sind. (Burger essen, während Tesla lädt? Elon Musk will jetzt Fast Food anbieten)

Viel zu wenig Ladestationen: Tesla könnte uns aus der Patsche helfen

Der kalifornische E-Auto-Pionier Tesla bietet seinen Kunden schon länger Stromtanken nach einem einheitlichen Prinzip. Bei seinen E-Tankstellen spricht Tesla offiziell von Superchargern. Diese sollen künftig auch für Fremdfabrikate nutzbar sein, twitterte CEO Musk bereits im Dezember 2020. In Norwegen setzt Tesla dieses Versprechen bereits in die Tat um, denn ab 2022 sollen dort E-Autos aller Hersteller an den Superchargern laden dürfen. (Supercharger in Kritik: Tesla Model X muss beim Laden mit Eiswürfeln gekühlt werden)

Und diese Lockerung wäre auch in Deutschland sehr hilfreich, denn die E-Fahrer hierzulande könnten dann zusätzlich zur bestehenden Ladeinfrastruktur auf die Tesla-Supercharger zurückgreifen. Laut Tesla selbst betreibt das US-Unternehmen von Elon Musk bereits über 6.100 Schnell-Ladeplätze in 27 Ländern Europas, die sowohl an Autobahnen als auch innerorts zu finden sind. Auf Deutschland entfallen hierbei 1.000 Stück, die natürlich eine Bereicherung für die Ladeinfrastruktur wären, so sie denn jedes E-Auto nutzen dürfte. Fakt ist, dass die Bundesregierung endlich auch den Ausbau von Stromtankstellen vorantreiben muss, statt nur den Kauf neuer E-Flitzer zu fördern – denn ohne Strom bewegt sich auch das schönste Elektroauto nicht. (Tesla-Fahrer erhebt Klage: Versprechungen zu Superchargern nur heiße Luft?)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare