Abschied aus West-Europa

Lada: Fans mit Petition gegen den Rückzug

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Schon Ende 2019 zog sich Lada bis auf Weiteres vom westeuropäischen Markt zurück. Der Grund: die verschärften Abgasvorschriften. Fans wollen diesen Schritt nun rückgängig machen.

  • Die Firma AwtoWAS baut seit 1966 unter dem Markennamen Lada Autos
  • Das erste Modell, der WAS-2101, war ein offizieller Lizenznachbau des Fiat 124
  • Ende 2019 zog sich der Autobauer aus Deutschland zurück

München – Im Frühjahr 2019 wurde bekannt, dass sich Lada bis auf Weiteres vom westeuropäischen Markt verabschieden wird. Die Motoren in den Fahrzeugen Lada 4x4 und dem Kompaktwagen Lada Vesta konnten die neue Emissionsgrenze von 95 Gramm CO2 trotz Euro 6 nicht einhalten. Für die Fans der Marke war es natürlich eine Schock-Nachricht, auch wenn die Garantie und der Ersatzteilmarkt vom Rückzug unberührt bleiben sollen. Die Anhänger der Marke haben nun nichtsdestotrotz eine Petition gestartet. Sie sprechen sich „für den Erhalt aller aktuellen Lada-Modelle in Deutschland und der EU“ aus. Die Adressaten der forschen Petition sind Lada beziehungsweise AwtoWAS in Toljatti, die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz als Mehrheitseigner, das Wirtschaftsministerium in Moskau und die russische Botschaft in Berlin.

Unabhängig von der Petition der Fans, scheint eine Rückkehr von Lada nicht abwegig. Schließlich bringen die Mehrheitseigner Renault und Nissan die nötige Technik mit und könnten so auch den Lada-Fahrzeugen moderne Motoren spendieren. Was gegen eine Rückkehr spricht, weiß der neue Lada-Chef Yves Caracatzanis: „Lada ist ebenso wie Dacia ein Mitglied der Renault-Familie. Und in Westeuropa bilden Dacia-Modelle den Einstieg in das günstige Preissegment ab rund 10 000 Euro. Da hat Lada keinen Platz - im Moment jedenfalls nicht“. Der deutsche Importeur, die Lada GmbH, hat bereits angekündigt, den Geländewagen-Klassiker 4x4 – besser bekannt als Niva – als Kleinserie importieren zu wollen. Ob das klappt, ist noch offen.

Lada: In Russland nach wie vor stark

In Russland ist Lada nach wie vor Marktführer und größter Autoproduzent. Dort genießt die Marke eine Status ähnlich dem von Volkswagen in Deutschland. Jeder fünfte Neuwagen in Russland ist ein Lada.

AwtoWAS (Lada)
SitzToljatti, Russland
Gründung1966
ChefYves Caracatzanis
Bekannte ModelleNiva / 4x4, Vesta, WAS-2101 (Schiguli)
Verkaufte Fahrzeuge 2018360.000

Das Unternehmen verkaufte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 in Russland 295 437 Pkw und Lieferwagen., was einen Marktanteil von 21 Prozent bedeutet. Aktueller Bestseller ist der Lada Granta mit 108 686 Einheiten. Insgesamt ist Lada aber auch auf dem Heimatmarkt nicht mehr so stark wie einst. 2010 lag der Marktanteil noch bei 27%. Hauptkonkurrent für Lada im flächenmäßig größten Land der Erde ist inzwischen Kia. Die Koreaner legten bei ihren Verkaufszahlen in Russland zuletzt um 25% zu.

Rubriklistenbild: © Thomas Körbel/dpa

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