„Ich liebe dieses Auto“

Fahrverbot für Joe Biden: Künftiger US-Präsident muss auf Corvette Stingray verzichten

  • Christian Schulz
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Joe Biden hat den US-Präsidentschaftswahlkampf gewonnen – seine Corvette Stingray wird er aber eventuell hergeben. Denn: Ihm wurde ein Fahrverbot erteilt.

Wilmington (USA) – Corvette-Liebhaber Joe Biden hat ein Problem: Der gewählte US-Präsident darf nicht mehr ans Steuer seines geliebten Sportwagens. Der Grund dafür dürfte den Demokraten und Autofan gar nicht freuen. Die Spritztouren mit dem PS-starken Boliden sind ihm künftig verboten. Dabei ist die Beziehung des 78-Jährigen zu seiner Corvette Stingray besonders innig. Doch in Sachen Fahrspaß wird ihm sein eigener Erfolg zum Verhängnis – es könnte ein Abschied für immer werden.

Fahrverbot für Joe Biden: Künftiger US-Präsident muss auf seine Corvette verzichten

Denn sowohl der Präsident als auch die Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten dürfen während ihrer Amtszeit aus Sicherheitsgründen nicht selbst hinter ein Steuer. Diese Regelung ist zwar nirgends gesetzlich verankert – jedoch ist es seit Jahrzehnten gängige Praxis, dass der Secret Service der USA dieses Fahrverbot anordnet. Um den US-Präsidenten besser schützen zu können und Sicherheitsrisiken zu vermeiden. (US-Wahl 2020: Warum waren bei allen Reden von Joe Biden dieselben Autos zu sehen?)

Joe Biden legt am Steuer seiner Corvette Stingray gerne einen heißen Reifen hin – als Präsident der USA muss er darauf verzichten.

Wie die 56-jährige Kamala Harris dazu steht, wissen wir nicht. Den neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden dürfte es privat durchaus hart treffen: Denn die grüne Corvette Stingray ist seit 1967 auf Biden zugelassen. Biden bekam den Sportflitzer einst zur Hochzeit geschenkt. Seitdem steht die Corvette als treue Begleiterin des Politikers in der Garage seines Hauses in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. (US-Wahl 2020: Richtig makaber – Bestatter bringen Wähler zur Urne)

Fahrverbot für Joe Biden: Die grüne Corvette Stingray war ein Hochzeitsgeschenk

Das Corvette-Cabrio mit Schaltgetriebe kitzelt satte 350 Pferdestärken aus dem 5,4-Liter-V8-Motor. Wie kam es dazu, dass Joe Bidens Vater seinem Sohn eine Corvette schenkte? Nun, der gut betuchte Biden senior war seinerzeit Verkaufsleiter in einem Autohaus von Corvette-Hersteller Chevrolet. Der alte Biden impfte seinem Sohn Joe schon früh die PS-Begeisterung ein. (US-Wahl 2020: Frau im Auto hat die Wehen, doch dann tut sie noch das)

In einem Interview mit US-Talkmaster Jay Leno aus dem Jahr 2016 erinnert sich Joe Biden daran. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen erzählt der künftige US-Präsident, wie er sich jedes Jahr für den Abschlussball an seiner Highschool einen anderen repräsentativen Wagen von seinem Vater auslieh. Darüber hinaus gestand er, hohe Geschwindigkeit und sportliche Fahrweise zu mögen. Ob er heute noch genauso denkt? Angesichts seiner Positionierung zum Thema Klimawandel während des Präsidentschaftswahlkampfs 2020 würde er es vermutlich anders formulieren. (Trotz Corona-Infektion: So gefährlich war Donald Trumps Spritztour im Chevrolet Suburban)

Fahrverbot für Joe Biden: Das Einzige, „was ich an diesem Jon hasse“

Im Jahr 2011 beklagte Joe Biden im US-Magazin „Car and Driver“ als Vizepräsident von Barack Obama, dass nicht mehr selbst fahren zu dürfen das Einzige sei, „was ich in diesem Job hasse.“ Diese Aussage war vor allem durch den erzwungenen Verzicht auf seine grüne Corvette Stingray motiviert: „Ich liebe dieses Auto“, schwärmte Biden über seinen Kult-Sportwagen, der für ihn ein Stück amerikanischer Industriegeschichte darstellt. (Joe Biden zeigt seine 67er Corvette Stingray – hat er Insiderwissen über eine E-Corvette?)

2015 behauptete Joe Biden im Rahmen einer Rede vor Absolventen der Elite-Universität Yale in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut, die Corvette sei besser als Sportwagen von Porsche. In einem Wahlwerbespot seiner Kampagne aus dem August 2020 äußerte er zudem den Wunsch, die amerikanische Autoindustrie so zu modernisieren, dass sie in Zukunft wieder Sehnsuchtsobjekte wie seine grüne Corvette Stingray produziere. (Gepanzerte Limousinen: So sicher fahren Trump, Putin, Merkel & Co.)

Fahrverbot für Joe Biden: Was geschieht jetzt mit seiner grünen Corvette Stingray?

Doch was passiert eigentlich angesichts des geheimdienstlich verordneten Fahrverbots mit Joe Bidens Corvette Stingray? Nach Ende einer ersten Amtszeit wäre Biden bereits 82 Jahre alt – ob er sich dann noch einmal hinters Steuer wagt? Folgt man verschiedenen US-Medien und deren Spekulationen, könnte der 46. Präsident der Vereinigten Staaten seinen heiß geliebten Wagen veräußern und die zu erwartenden rund 100.000 US-Dollar (etwa 84.500 Euro) Erlös einem guten Zweck zukommen lassen.

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube (Joe Biden)

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