In einem Jahr geht’s los

Tesla Gigafactory in Grünheide: Wie Elon Musk seine deutsche Großfabrik nennt ...

Ansicht einer Gigafactory aus der Luft
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So könnte die Gigafactory von Tesla in Grünheide aussehen.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Die Bauarbeiten sind noch in vollem Gange, da gibt Elon Musk schon mal einen Ausblick auf die fertige Gigafactory. Ein Bild zeigt, wie sich der Star-Unternehmer die Fabrik in Grünheide bei Berlin vorstellt.

  • Land Brandenburg genehmigt weitere Arbeiten auf der Baustelle
  • Die Gigafactory in Grünheide soll in einem Jahr startklar sein
  • Bis zu 500.000 Elektroautos sollen jährlich hergestellt werden

Grünheide – Tesla-Chef Elon Musk selbst hat seine geplante Fabrik in der Nähe von Berlin im Internet mit einem Bild vorgestellt. Auf dem Bild ist ein Entwurf der fertigen Fabrik in Grünheide in Brandenburg mit einem breiten Eingang im Vordergrund und einer Glasfensterfront im zweiten Stock unter einem Solardach zu sehen. Sie wird von Tesla als Gigafactory bezeichnet. Im Hauptgebäude sollen nach Informationen von Brancheninsidern unter anderem eine Lobby, der Karrosseriebau und die Endmontage untergebracht werden, in einem von mehreren Nebengebäuden die Antriebsfertigung. (20.000-Dollar-Tesla: EINE Voraussetzung muss Elon Musk noch erfüllen)

Musk, der auch für unkonventionelle Twitter-Nachrichten bekannt ist, beantwortete eine Frage „Swimmingpool auf dem Dach?“ mit „Sicher.“ Er machte Tanzfans nach seiner Idee einer „Mega-Rave-Höhle“ vom März nun erneut neugierig: „Könnte ein Rave-Raum im Innen- und Außenbereich auf dem Dach sein“, schrieb er bei Twitter. (Doch kein „Autopilot“: Tesla erleidet Schlappe vorm Landgericht München)

Tesla Gigafactory in Grünheide: Grünes Licht für Rohbau und Fundament

Auf der Baustelle für die erste Fabrik von Tesla in Europa kann es mit den Arbeiten weitergehen. Das Land Brandenburg hat weitere vorzeitige Arbeiten genehmigt. Der US-Elektroautohersteller Tesla kann mit dem Fundament und dem Rohbau für seine Fabrik bei Berlin loslegen – auch wenn die komplette umweltrechtliche Genehmigung noch aussteht. Das Brandenburger Landesumweltamt habe grünes Licht für weitere Arbeiten mit einem vorzeitigen Beginn gegeben, teilte das Umweltministerium in Potsdam mit. Damit könne das Unternehmen Gründungs- und Fundamentarbeiten sowie Erd- und Rohbauarbeiten vornehmen und Verkehrsflächen errichten. Dabei geht es um Parkplätze für Angestellte und um die Straßen auf dem Gelände. (Hype um Tesla: Dieser eine Erfolgsfaktor lässt ALLE anderen Hersteller alt aussehen)

Die Bauarbeiten auf dem Gelände der künftigen Gigafactory in Grünheide sind bereits im Gange.

Tesla Gigafactory in Grünheide: Ab Juli 2021 soll die Produktion starten

In einem Jahr – ab Juli 2021 – will Tesla in Grünheide mit der Produktion starten und 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung für die Fabrik durch das Land Brandenburg steht noch aus, deshalb unternimmt Tesla jetzige Arbeiten auf eigenes Risiko und beantragt vorzeitige Genehmigungen. Tesla hat bereits 90 Hektar Kiefernwald auf dem 300-Hektar-Areal gerodet und den Boden für das Baufeld planiert. Weitere Rodungen sind geplant, aber nicht für die aktuellen Arbeiten. (Tesla-Gigafactory in Grünheide: Erste Rohbau-Arbeiten können beginnen)

Die Genehmigung umfasst nach Angaben des Umweltministeriums keine Arbeiten oberhalb geplanter Pfahlgründungen sowie Bauteile und Leitungen unterhalb des Grundwasserleiters. Pfahlgründungen werden immer dann vorgenommen, wenn der Boden nicht optimal tragfähig ist. Ein Grundwasserleiter ist ein Gesteinskörper mit Hohlräumen, der das Grundwasser weiter- bzw. ableiten kann. Tesla muss für die Zulassung der Fundament- und Rohbauarbeiten Auflagen zum Gewässerschutz und zur Vermeidung von Staub und Lärm einhalten. Umweltschützer befürchten mit dem Bau der Fabrik negative Auswirkungen auf die Natur, zum Beispiel auf das Grundwasser. („Kurzzeitiger Systemfehler“: Deutscher bestellt versehentlich 27 Tesla Model 3)

Bisher gingen mehr als 370 Einwände gegen das Projekt beim Land ein. Tesla reichte vor einigen Tagen einen aktualisierten Antrag auf Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beim Land Brandenburg ein. Deshalb können Bürger noch bis zum 3. September neue Einwände erheben. Für den 23. September ist in Erkner nahe Berlin eine öffentliche Anhörung geplant.

Elon Musk nennt seine Großfabrik in der Nähe von Berlin auf Twitter übrigens ganz knapp „Giga Berlin“, nicht etwa „Gigafactory Grünheide“. Oder „Gigafactory Berlin-Brandenburg“, wie sie bei Wikipedia heißt. Ist halt schön kurz. Und bei insgesamt vier Gigafactories käme der 49-Jährige sonst wahrscheinlich ins Stocken. (Mit Material der dpa)

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