Frust nach Lenkradblockade

Nach Ärger mit Mercedes-Benz: „Ich fahre jetzt BMW“

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Zuletzt stießen wir auf die kuriose Story des Kanadiers Da Tong Yang, der extra nach Stuttgart flog, um sich direkt bei der Daimler AG über seine S-Klasse zu beschweren. Wir haben ihn kontaktiert und er stand unseren Fragen Rede und Antwort.

  • Eine technische Fehlfunktion an der S-Klasse des Kanadiers Da Tong Yang führte fast zu einem Unfall
  • Als eine Klage zu nichts führte, flog der Kanadier nach Stuttgart, um sich direkt bei Mercedes-Benz zu beschweren
  • Im Interview verrät er, was seitdem passiert ist und welcher deutschen Automarke er jetzt vertraut

Richmond (Kanada) – Gerade erst berichteten wir über den ungewöhnlichen Fall von Da Tong Yang. Während der Fahrt soll das Lenkrad seiner S-Klasse von Mercedes-Benz blockiert haben. Der Oberklasse-Limousine kam wohl nur knapp vor einer Betonwand zum Stehen. Ein Schock für die Fahrerin, Da Tong Yangs Frau Guifang Huo. Das Fahrzeug bekam eine neue Servolenkung verpasst und das Mercedes-Service-Center in Richmond erklärte die S-Klasse für sicher.

Die Fehlermeldung im Auto lautet auf Deutsch: EPS defekt, bitte Anleitung lesen.

Guifang Huo war jedoch zu traumatisiert, um genau dieser S-Klasse wieder ihr Vertrauen zu schenken und forderte eine Rückerstattung oder ein neues Fahrzeug. Der Autohändler aus Richmond lehnte ab.

Mister Yang mit der stillgelegten S-Klasse in seiner Garage.

Guifang Huo reichte daraufhin Klage ein. Als das Gerichtsverfahren zu nichts führte, entschied sich Da Tong Yang, die Dinge vor Ort zu klären. Aber nicht etwas im Service-Center in Richmond, Nein, er flog nach Deutschland, direkt nach Stuttgart, um sich in der Konzernzentrale der Daimler AG zu beschweren.

Mercedes-Benz: Als auch eine Klage nicht half, flog Da Tong Yang nach Deutschland

Dort machte sich Yang mithilfe eines deutschen Bekannten bei einem Unternehmensvertreter für seinen Fall stark und bekam anschließend eine Führung durch die Firmenzentrale.

Mercedes-Benz
SitzStuttgart
Gründung1926
ChefOla Källenius
Bekannte ModelleA-Klasse, B-Klasse, C-Klasse, E-Klasse, S-Klasse, CLK
Verkaufte Fahrzeuge 20192,34 Millionen (Mercedes-Benz Cars)

Immerhin konnte er erreichen, dass ihm Mercedes per E-Mail mitteilte, dass man den Fall untersuchen werde. Doch was ist seitdem geschehen?

Wie hat man Sie in der Mercedes-Benz Zentrale in Stuttgart behandelt? Hatten Sie das Gefühl, dass man das Thema dort ernst genommen hat?
Tatsächlich sind die Leute im Service-Center sehr nett. Sie halfen bei der Kontaktaufnahme mit ihren Forschungs- und Entwicklungskollegen, teilten ihnen die technische Probleme mit und gaben uns eine E-Mail-Adresse für den Kundenservice. Wir haben eine E-Mail geschickt und Feedback erhalten. Man teilte uns mit, dass Mercedes-Benz Canada uns kontaktieren wird, um das Problem zu lösen. Aber bisher hat der Kundendienst in Kanada das Problem nicht wirklich gelöst.
Was muss Mercedes-Benz tun, damit Sie noch mal ein Modell der Marke kaufen?
Ich glaube, dass Mercedes-Benz die Topmarke ist. 2011 hatte ich meinen ersten Daimler, einen Smart, den ich in China fuhr. 2013 den zweiten, einen B 200 in Vancouver. Der Reparatur- und Wartungsservice bei Mercedes ist immer ausgezeichnet und so habe ich mich 2017 für den dritten Mercedes-Benz – den S 550 – entschieden.
Was für ein Auto fahren Sie jetzt? Was wäre die Alternative zu Mercedes-Benz?
Ich fahre aktuell ein BMW SUV.

So ist also der aktuelle Stand der Dinge. Die S-Klasse („Hot oder Schrott“: TV-Star Hubert Fella über seine Mercedes S-Klasse zum Schnäppchenpreis) steht in der Garage, Herr Yang fährt jetzt BMW und der Konflikt ist aus seiner Sicht noch nicht gelöst. Wir bleiben dran.

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