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Vorbild Frankreich? Bürger bekommen wegen hoher Spritpreise Geld

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Von: Marcus Efler

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Um die Rekord-Spritpreise abzumildern, will die Pariser Regierung vielen Bürgern Geld überweisen. Wäre so etwas auch in Deutschland denkbar?

Paris – Immer weiter steigende Kraftstoffpreise, die mittlerweile schon auf Rekordhöhe rangieren, lassen nicht nur Deutschlands Autofahrer verzweifeln. Auch in anderen Ländern (wenn sie nicht zu den wenigen günstigen „Spritstaaten“ zählen) wird der volle Tank immer mehr zum Luxusgut. So kostet etwa in Frankreich der Liter Diesel fast 1,70 Euro und Super etwa 1,75 Euro. (Spritpreise gehen durch die Decke – so können sich Autofahrer wehren)

Vorbild Frankreich? Bürger bekommen wegen hoher Spritpreise Geld

Möglicherweise fürchtet die Regierung in Paris deshalb wieder den Volkszorn, wie er sich in der heftigen Gelbwestenbewegung schon einmal Bahn gebrochen hat. Oder sie möchte die Kassen ihrer Bürger wirklich entlasten. Jedenfalls hat Premierminister Jean Castex (56) nun im TV-Sender TF1 ein Geldgeschenk zur Abmilderung der hohen Energiepreise angekündigt: Einmalig 100 Euro erhält jeder, der unter 2.000 Euro im Monat verdient. Netto, wohlgemerkt.

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Dazu zählen offenbar recht viele Franzosen: Paris kalkuliert mit 38 Millionen Empfängern, zu denen auch Arbeitslose und Rentner zählen. Der als „Inflationsausgleich“ bezeichnete Betrag wird automatisch überwiesen. Im Dezember, also noch Weihnachten, geht’s los. (Fridays-Aktivistin Luisa Neubauer will billiges Benzin – was ist denn nun los?)

Vorbild Frankreich? Je 100 Euro für 38 Millionen Empfänger

Auch wenn viele Deutsche das wahrscheinlich für eine gute Idee ihrer Nachbarn halten: Eine ähnlich unbürokratische Lösung ist von der scheidenden Bundesregierung kaum zu erwarten. Dass die vermutlich rot-grün-gelbe Nachfolgerin die Energiekosten privater Autofahrer und Haushalte etwas abfedert, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich. (Autofahren bald unbezahlbar? Das sind die krassesten Preistreiber)

Zapfpistolen an einer Tankstelle in Paris (Symbolbild)
Teuer tanken: Auch in Frankreich explodieren die Preise. (Symbolbild) © Gao Jing/Imago

Vorbild Frankreich? Für Deutschland eher unwahrscheinlich

So wird eine Erhöhung der Pendler-Pauschale zwar immer wieder gefordert, etwa vom Bund der Steuerzahler. Allerdings haben sich die Verhandler der Ampel-Koalition (dem Wenigen nach zu urteilen, das nach außen dringt) gegenseitig schon so viele Investitionen in Klimaschutz, Bildung und Digitalisierung versprochen, dass kaum noch finanzieller Spielraum bleiben dürfte. Darüber hinaus gehört ein steigender Spritpreis zum Programm fast aller Parteien – schon aufgrund der anziehenden Kohlendioxid-Besteuerung.

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