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Fridays-Aktivistin Luisa Neubauer will billiges Benzin – was ist denn nun los?

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Von: Marcus Efler

Höhere Spritpreise sind unsozial – findet ausnahmsweise mal nicht die SPD, sondern Klima-Aktivistin Luisa Neubauer. Was steckt hinter ihrer überraschenden Äußerung?

Berlin – Was gibt es Schöneres als ein konkretes Feindbild? Für Klimaretter bieten sich da die Fahrer schwerer SUV an. Während umgekehrt Freunde hochdrehender Verbrennungsmotoren sich gerne an Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40) abarbeiten. Weil sie, zum Beispiel, per Wahlprogramm ein Tempolimit fordert und im Einklang mit der steigenden CO2-Besteuerung die Preise für Sprit erhöhen möchte. So etwas planen die anderen Parteien zwar auch, aber sie sagen es zumindest nicht so deutlich. (Spritverbrauch berechnen: Mit dieser Formel berechnen Sie den Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer)

Fridays-Aktivistin Luisa Neubauer will billiges Benzin – was ist denn jetzt los?

Die Steigerung von Annalena Baerbock heißt Greta Thunberg (18), die schwedische Gründerin der Bewegung Fridays for Future (FFF), die mit bewundernswerter Konsequenz alles ablehnt, was Spaß macht, wenn es Kohlendioxid emittiert. In den Urlaub fliegen zum Beispiel oder mit spritbetriebenen Autos durch die Gegend cruisen. Und um der üblichen Witzbold-Frage zuvorzukommen: Nein, Atmen steht nicht auf ihrer Must-not-Liste. Zu einer gewissen Prominenz auf allen Seiten des politischen Spektrums hat es auch ihr Deutschland-Pendant gebracht, die FFF-Aktivistin Luisa Neubauer (25). (Tanken: Um welche Uhrzeit ist Benzin am günstigsten? Die Faustregel)

Luisa Neubauer von Fridays for Future am Rande einer Pressekonferenz (Symbolbild)
Klima-Kämpferin Luisa Neubauer (Symbolbild) © Kay Nietfeld/dpa

Fridays-Aktivistin Luisa Neubauer sieht „viel Aggressionspotenzial“

Über deren Meinung zu Spritpreisen muss man ja wohl nicht groß nachdenken, oder? Eben doch: Denn mit einem aktuellen Statement hat es Neubauer geschafft, ihre Anhänger und Gegner gleichzeitig zu verwirren. „Benzin und Diesel werden ohnehin schon sehr hoch besteuert“, befand sie in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel, „und man kann argumentieren, dass ein CO2-Preis auf Benzin Menschen kaum vom Autofahren abhält, aber überproportional viel Aggressionspotenzial mit sich bringt.“ Es gäbe Möglichkeiten, den Kraftstoffpreis von der CO2-Besteuerung auszunehmen. (Heimliche Spritfresser im Auto: Diese Komfortfunktionen kosten Sie richtig viel Geld)

Fridays-Aktivistin Luisa Neubauer mag keine Ausflüchte

Das klingt weniger nach den Grünen als nach anderen Parteien, die höhere Spritpreisen wegen der „unsozialen“ Belastung für Autopendler kritisch sehen. Denen möchte die Aktivistin mit ihrer überraschenden Meinungsvolte möglicherweise den Wind aus den Segeln nehmen:  „Wir haben keine Zeit für die wilde Sucherei nach Ausflüchten, um den Klimaschutz bloß zu unterlassen“, sagte sie in dem Interview, „die Vision sollte doch sein, Klimaschutz mit richtig guter Sozialpolitik zu verbinden“. Fridays for Future auf dem Pfad der Versöhnung? Mal abwarten, was Greta Thunberg dazu meint.

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