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Flucht-Chaos in Kabul – aber Auto muss mit: Diplomat lässt Toyota ausfliegen

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Von: Marcus Efler

Ein Video aus einem Flugzeug mit afghanischen Flüchtenden erhitzt die Gemüter: Dort ist auch ein Toyota zu sehen. Nahm es etwa Menschen den Platz weg?

Kabul – Flucht, Panik, Terror: Es sind dramatische Szenen, die sich seit Tagen am Flughafen von Kabul abspielen. Fieberhaft versuchen die westlichen Staaten, die in Afghanistan bislang militärisch engagiert waren, ihre Staatsangehörigen zu evakuieren – und auch, möglichst viele afghanische Bürger, die sie als Ortskräfte unterstützt hatten, vor der Vergeltung der Taliban in Sicherheit zu bringen. Bei der Frage, wer in die Flugzeuge darf, kommt es immer wieder zu tragischen Pannen* und überstürzten Entscheidungen, die oftmals schwer nachvollziehbar erscheinen. (Flugzeug muss auf Autobahn notlanden – spektakuläres Video: „Der kann warten“)

Flucht-Chaos in Kabul – aber Auto muss mit: Diplomat lässt seinen Toyota ausfliegen

Nun erhitzt eine Aufnahme die Gemüter, die den Innenraum einer Boeing C-17 der britischen Royal Air Force zeigt, in dem Hunderte Flüchtende auf dem Boden sitzen. Im Hintergrund des Videos des britischen Nachrichtensenders Sky News ist ein Auto zu sehen: ein Toyota Land Cruiser V8 des Modelljahres 2012. Dass der Transport dieses SUV offenbar wichtiger war, als weitere Menschen an Bord zu nehmen, sorgt in den sozialen Netzwerken für massive Kritik. Der britische Comedian Ricky Gervais twitterte: „Und sie haben ein verdammtes Auto gerettet? Eine Schande.“ (Toyota-Transporter verliert SUV-Neuheiten: Teure Fracht reif für Schrottpresse)

Screenshot von Video aus Transportflugzeug mit Geflüchteten
Sorgt für Empörung: Video-Screenshot mit gerettetem Toyota © Screenshot Sky UK

Flucht-Chaos in Kabul – aber Auto muss mit: Waren keine Menschen mehr da?

Offenbar, so berichten britische Medien, handele es sich um ein Diplomaten-Fahrzeug. Der Wunsch des Besitzers, es zu retten, ist angesichts des damaligen Neupreises von gut 75.000 Euro vielleicht sogar verständlich. Dass Menschen trotzdem zweifellos Vorrang gehabt hätten, bestreiten auch die britischen Militärs nicht. Allerdings hätte die Transportmaschine nicht länger auf weitere Flüchtende warten können, da sie sonst ihren Start-Slot verpasst hätte. Das Auto, so heißt es, sei dann im letzten Moment verladen worden, da noch Platz gewesen sei. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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