„Deutsche lieben ihre Autos“

Die Zahl der Autos nimmt in deutschen Großstädten zu

Verschiedene Pkw warten an einer roten Ampel
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Der Fahrzeugbestand wächst in Deutschland kontinuierlich.
  • Jan Schmidt
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Von Auto-Müdigkeit keine Spur: Auf den Straßen in den deutschen Großstädten sind immer mehr Fahrzeuge unterwegs.

  • Immer mehr Autos in den deutschen Großstädten auf den Straßen
  • Verglichen mit Zahlen von 2009 sind heute in einigen Städten rund 20 Prozent mehr Autos unterwegs
  • Insgesamt sind in Deutschland heute 620.000 Autos mehr zugelassen als noch vor einem Jahr

Duisburg – Das Auto verliert in der Großstadt keineswegs an Popularität. Im Gegenteil: Die Fahrzeugdichte wächst auch in Metropolen ungebrochen weiter, wie eine Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen ergeben hat. Trotz Staus, Parkplatznot und besserem Nahverkehr seien die Großstädter offensichtlich nicht Auto-müde, im Gegenteil: „Die Deutschen scheinen ihre Autos zu lieben und wollen offensichtlich immer mehr davon.“, so CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer (68).

Demnach ist die Pkw-Flotte in München zwischen Anfang 2019 und Anfang 2020 um 14.554 Fahrzeuge gewachsen – ein Plus von 2,0 Prozent. Auch in Berlin (plus 0,9 Prozent), Hamburg (plus 1,2 Prozent), Köln (plus 1,7 Prozent) und Frankfurt (plus 1,2 Prozent) hat die Zahl der angemeldeten Pkw zugenommen. Das gleiche Phänomen lässt sich auch über die vergangenen zehn Jahre beobachten: In München beispielsweise ist der Pkw-Bestand zwischen 2009 und 2020 um 21 Prozent beziehungsweise 128.000 Fahrzeuge gewachsen. Sogar in der Radfahrer-Stadt Münster sei der Bestand an Autos seit 2009 um 19 Prozent gestiegen.

Unter den 25 größten Städten der Republik findet sich mit Braunschweig lediglich eine mit einer negativen Bilanz: An dem niedersächsischen VW-Standort schrumpfte der Bestand um 1,3 Prozent oder knapp 2.000 Fahrzeuge. Insgesamt waren in Deutschland Anfang 2020 rund 47,7 Millionen Pkw zugelassen, 620.000 beziehungsweise 1,3 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer wertet die Zahlen als Hinweis, dass es mit der häufig postulierten Abkehr vom Auto weder in Großstädten noch im ganzen Land weit her ist. Je 1000 Einwohner gibt es in Berlin heute 335 Autos, in Hamburg 437, in Köln und Frankfurt 452, in München 503. „Auch in den nächsten Jahren kann man mit steigenden Fahrzeugdichten rechnen“, sagte der Professor. Carsharing sei in Deutschland nur eine Nische, mit gut 25.000 Autos bei einem Bestand von insgesamt 47,7 Millionen. Die Zahl der Nutzer sei im vergangenen Jahr geschrumpft, ein profitables Geschäftsmodell sei schwer darstellbar, sagte Dudenhöffer. Ein Grund für die Zunahme an Autos sei neben wachsendem Wohlstand auch die Tatsache, dass die Autobauer mit neuen Produkten, wie etwa dem Auto-Abo, Autofahren noch einfacher machten.

Mit Material von SP-X und dpa

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