Es geht nach Texas

Elon Musk: Tesla-Chef zieht um – wird der Multimilliardär dadurch noch reicher?

  • Sebastian Oppenheimer
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Tesla-Chef Elon Musk ist umgezogen – und kämpft auf der Gigafactory-Baustelle bei Berlin mit neuen Problemen. Wird sie rechtzeitig fertig?

Palo Alto/Grünheide – Die Person Elon Musk (49) übt auf viele Menschen eine enorme Faszination aus: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hat der Tesla-Chef aktuell weit mehr als 40 Millionen Follower. Dabei veröffentlicht er zumeist nur zwei Arten von Posts: Entweder lobt sich der US-Amerikaner (und seine Unternehmen) selbst oder er postet kryptische Nachrichten, deren Sinn sich selbst eingefleischten Fans nicht immer erschließt – was aber vermutlich zur Mystifizierung seiner Person beiträgt. Und auch wenn es oberflächlich aktuell für Elon Musk rund läuft und der 49-Jährige nun der zweitreichste Mensch der Welt ist – an vielen Stellen seines Imperiums ist ordentlich Sand im Getriebe. Da wäre beispielsweise die zweifelhafte Qualität seiner Autos, wegen der nun ein niederländisches Taxiunternehmen von Tesla 1,3 Millionen Euro Entschädigung fordert. Und auch auf der Baustelle der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gibt es wieder einmal Probleme: die Rodung einer weiteren Waldfläche muss vorerst gestoppt werden.

Elon Musk: Tesla-Chef zieht um – angeblich steckt das dahinter

Der Zeitplan für den Bau der Tesla Gigafactory in Grünheide bei Berlin ist straff: Bereits ab Sommer 2021 sollen dort die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Rund eine halbe Million Tesla Model 3 und Model Y sollen in der ersten Phase jährlich gebaut werden. Damit überhaupt in einem so hohen Tempo an der Fabrik gearbeitet werden kann, operiert der Autobauer mit vorläufigen Genehmigungen.

Doch immer wieder gibt es Schwierigkeiten, die den Abschluss der Arbeiten verzögern könnten. So war beispielsweise im Oktober auf der Tesla-Baustelle das Wasser abgedreht worden, angeblich wegen nicht bezahlter Rechnung. Nun hakt es erneut: Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hat einem Eilantrag des Naturschutzbund NABU und der Grünen Liga in Brandenburg zunächst stattgegeben – eine Fläche von 82,9 Hektar Wald darf vorerst nicht gerodet werden  (VG 5 L 602/20). Die Umweltschützer argumentieren dabei vor allem mit dem Thema Artenschutz. Wann endgültig über den Antrag entschieden wird, steht noch nicht fest.

Elon Musk: Tesla-Chef zieht um: „Ja, ich bin nach Texas gezogen“

Auf Twitter wird sich der Tesla-Chef vermutlich nicht zu diesem Problem äußern – oder erst dann, wenn es gelöst ist. Dafür hat Elon Musk nun eine spannende Enthüllung aus seinem Privatleben preisgegeben: In einem Video-Interview mit dem „Wall Street Journal“ hat der Tesla-Chef seinen Umzug von Kalifornien nach Texas bestätigt. „Ja, ich bin nach Texas gezogen“, sagt der 49-Jährige darin. Als Grund gibt Elon Musk seinen Arbeitsschwerpunkt an: Im südlichen Texas würden seine Raketen für SpaceX entwickelt und vor den Toren von Austin befindet sich bekanntlich eine weitere Gigafactory im Bau, in der angeblich der Tesla Cybertruck, das Tesla Model Y und der Tesla Semi vom Band rollen sollen. (Tesla Model S: Nächstes Dach macht Abflug – „bisschen Kleber und Panzerband“)

Tesla-Chef Elon Musk ist von Kalifornien nach Texas gezogen.

Elon Musk: Tesla-Chef zieht um: Will der Tesla-Chef Steuern sparen?

Dennoch könnte es für den Umzug von Elon Musk noch andere Gründe geben – unter anderem einen finanziellen: So gehört Texas zu den sieben Bundesstaaten der USA die keine eigene Einkommenssteuer erheben, wodurch sich der 49-Jährige viel Geld sparen könnte. Zudem war der Tesla-Chef im Frühsommer mit dem Bundesstaat Kalifornien über die Corona-Regulierungen in Streit geraten, weil sein dortiges Werk vorübergehend geschlossen wurde. Im Interview mit dem „Wall Street Journal“ betont Elon Musk auch noch einmal, was seine Orientierung in Richtung Texas für Kalifornien bedeute: So sei Tesla das letzte Unternehmen, das dort Autos produziere und Space X das letzte dort operierende Raumfahrt-Unternehmen.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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