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Hacker drohen Elon Musk: „Narzisstisch reicher Kerl“ – nimmt Tesla jetzt doch Bitcoin?

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Von: Christian Schulz

Eine anonyme Hackergruppe droht Tesla-Boss Elon Musk per Video-Abrechnung: Der Multimilliardär habe bewusst „Leben zerstört“. Folgt nun die Kehrtwende in Sachen Bitcoin?

Update vom 14.06.2021, 10:40Uhr: Nach der unheimlichen Hacker-Drohung (siehe Erstmeldung unten) gegen Tesla-Boss Elon Musk weist der exzentrische Tech-Milliardär alle Vorwürfe vehement von sich – rudert aber auch zurück: Zumindest kokettiert er öffentlich mit dem Gedanken, nun doch Bitcoins zum Kauf von Tesla-E-Autos zu akzeptieren. Was für ein Hin und Her! Macht er damit alles, was ihm vorgeworfen wird, noch schlimmer?

Hacker drohen Elon Musk: „Narzisstisch reicher Kerl“ – nimmt Tesla jetzt doch Bitcoin?

Laut Elon Musk wird sein Elektroauto-Hersteller Tesla Bitcoin erst wieder als Zahlungsmittel akzeptieren, wenn sich die Umweltbilanz der Digitalwährung deutlich verbessert. Als Richtmarke gab der mächtige CEO per Twitter einen Anteil erneuerbarer Energie von rund 50 Prozent bei der Bitcoin-Produktion vor. Der Hintergrund: Bitcoins werden durch komplexe Rechenaufgaben auf Computern erzeugt – dabei werden riesige Mengen Strom verbraucht. Viele Umweltschützer kritisieren die Digitalwährung daher als Klimakiller. (Tesla Gigafactory Grünheide: Störfall-Ärger – Umweltschützer kündigen Blockade an)

Doch was macht diese neue Ankündigung mit dem Bitcoin-Kurs? Dessen Turbulenzen in jüngster Vergangenheit waren schließlich der Auslöser für die brisante Drohung der anonymen Hacker gegen Elon Musk und Tesla. Der Unternehmenschef hatte gleich mehrfach sich widersprechende Äußerungen zu Bitcoin gemacht: Das ließ den Kurs der Digitalwährung enorm schwanken – und sorgte dafür, dass viele Menschen ihr investiertes Geld verloren bzw. stark dezimierten. (Lieferengpässe bei Tesla – spart Elon Musk absichtlich auf Kosten der Gesundheit?)

Unter anderem gab Tesla bekannt, dass man rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert habe und bald zulassen werde, dass auch in der Digitalwährung für die Autos bezahlen werden kann. Im März wurde die Möglichkeit tatsächlich eingeführt und ließ den Bitcoin-Kurs in die Höhe schießen. Nach weniger als zwei Monaten wurde das Vorhaben urplötzlich mit Verweis auf die schlechte Umweltbilanz abgeblasen. Der Kurs stürzte in den Keller. Elon Musk weist jegliche Vorwürfe einer Kurs-Manipulation zurück. Er behauptet, er habe Tesla rund zehn Prozent seiner Bitcoin-Bestände verkauft, um zu beweisen, dass man diese abstoßen könne, ohne den Kurs stark zu verschieben. (Mit Material der dpa)

Tesla-Boss Elon Musk: Hacker-Drohung wegen Bitcoin-Kurs – „Narzisstisch reicher Kerl“

Erstmeldung vom 08.06.2021, 16:48 Uhr: Palo Alto (Kalifornien) – Hacker haben Tesla-Boss Elon Musk ins Visier genommen. In einer eindeutigen Video-Botschaft drohen sie dem exzentrischen Tech-Milliardär und selbsternannten „Technoking of Tesla“ mit schwerwiegenden Konsequenzen. Sein Verhalten, scheinbar aus purer Laune heraus per Twitter Börsenkurse zu beeinflussen, werde nicht ohne Folgen bleiben, heißt es. Daran schließen sich eine ganze Reihe schlimmster Vorwürfe gegen den CEO des kalifornischen Elektroauto-Herstellers Tesla an.

Anlass für die heftige Attacke, die auch an der Persönlichkeit des Business-Promis kein gutes Haar lässt, waren extreme Kursschwankungen von Kryptowährungen (= alternative digitale Zahlungsmittel) in direkter Folge von umstrittenen Tweets des Unternehmers. Durch die Turbulenzen haben eine Menge Menschen viel Geld verloren. Die Aktivisten unterstellen Elon Musk (49), die Märkte absichtlich manipuliert zu haben. (Tesla-Autopilot: Kalifornien ermittelt wegen FSD-Funktion – Täuschung durch Elon Musk?)

Ein Hacker mit der für Anonymous typischen Guy-Fawkes-Maske und als Einklinker Tesla-Boss Elon Musk (Symbolbild)
In einem Anklage-Video droht ein Hacker mit der für Anonymous typischen Guy-Fawkes-Maske Tesla-Boss Elon Musk. (Symbolbild) © YouTube (YAC News), Susan Walsh/dpa

Die Musk-Kritiker behaupten, zum bekannten Internet-Protestkollektiv „Anonymous“ zu gehören. Wirklich verifizieren lässt sich dies aber bis dato nicht. In dem vierminütigen Videoclip, der über mehrere reichweitenstarke Twitter-Kanäle wie @YourAnonCentral verbreitet wurde, verliest ein Sprecher mit für die Gruppe typischer Guy-Fawkes-Maske (englischer Revolutionär, der 1605 versuchte, wegen der Unterdrückung der katholischen Bevölkerung das britische Parlament zu sprengen) die „Anklage“ – und warnt den Tesla-Chef. In deutlichen Worten wirft er dem Multimilliardär vor, die Macht seines gewichtigen Wortes ganz bewusst zu missbrauchen, um so die Kurse von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Dogecoin abstürzen zu lassen: Der steinreiche Elon Musk habe mit seinen „Spielchen mit den Kryptomärkten“ zahlreiche Leben mutwillig zerstört. Der Tesla-Boss wird als „narzisstisch reicher Kerl“ bezeichnet, dessen maßgebliche Antriebsfeder die verzweifelte Suche nach Aufmerksamkeit sei. (Tesla Cybertruck cruist durch New York: Elon Musk enthüllt Krankheit im TV)

Tesla-Boss Elon Musk: Hacker-Drohung wegen Bitcoin-Kurs – widersprüchliche Tweets

Elon Musk teilweise widersprüchliche Tweets zu den digitalen Zahlungsalternativen hatten deren Kurse in jüngster Vergangenheit in enorme Höhen klettern und von dort in tiefe Täler stürzen lassen. Der CEO des E-Autobauers hatte sich immer wieder zugunsten bestimmter Kryptowährungen geäußert – nur um diese dann quasi im nächsten Atemzug öffentlich zu verdammen. Es schien, als würde sich Musk, einer der reichsten Menschen der Welt, einen regelrechten Spaß draus machen, die Welt und die Anleger in die Irre zu führen. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Beispielsweise nahm Elon Musk kurz nach der spektakulären Ankündigung, dass Tesla zukünftig auch Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren werde, die vorgebliche Neuerung wieder zurück. Als Begründung für die überraschende Kehrwende nannte er den Verbrauch fossiler Energieträger wie Kohle beim sogenannten Mining der Bitcoins. Das verwundert – schließlich handelt es sich dabei um einen lange bekanntes Problem. Diesen Fakt prangert auch das Drohvideo der Hacker an. (Tesla Gigafactory Grünheide: Bricht ein Störfall-Gutachten dem Bauprojekt das Genick?)

Elon Musk gestikuliert bei einer Veranstaltung im Kennedy Space Center von Cape Canaveral. (Symbolbild)
Schwere Vorwürfe gegen Tesla- und SpaceX-CEO Elon Musk: Der Multimilliardär habe mit selbstherrlichem Verhalten bewusst „Leben zerstört“. (Symbolbild) © Paul Hennessy/dpa

Tesla-Boss Elon Musk: Hacker-Drohung wegen Bitcoin-Kurs – „Shitposting und Trolling der Welt“

Und nicht nur das: Elon Musk halte sich selbst für so einzigartig, dass er glaube, sich alles erlauben zu können – dabei gebe es unzählige andere Unternehmen, die ebenfalls erfolgreich an Weltraumforschung und Elektrofahrzeugen arbeiteten. Jedoch sei Teslas Techno-König der einzige Firmenboss, „der durch Shitposting und Trolling der Welt“ einen zweifelhaften „Kultstatus in den sozialen Medien“ erlangt habe. Die angeblichen Anonymous-Aktivisten weisen darauf hin, dass der Tech-Guru die Öffentlichkeit täusche – da der weit überwiegende Teil der Tesla-Gewinne gar nicht aus dem Verkauf von Autos stammt, sondern aus dem Emissionshandel und dem Verkauf von behördlichen Umwelt-Gutschriften. Dies bezeichnen die Hacker letztlich als „staatliche Subventionen“. Auch 24auto.de hat darüber berichtet, dass Tesla mit E-Autos sogar Geld verliert – und mit welchen Tricks Elon Musk die Bilanz aufbessert.

In dem anonymen Video, das auch auf YouTube zu sehen ist, wird Elon Musk außerdem vorgehalten, viele seiner Angestellten unter bitterschlechten Arbeitsbedingungen leiden zu lassen und Kinder auszubeuten, die in Lithium-Minen der Dritten Welt die Rohstoffe für Teslas E-Auto-Batterien fördern müssten. Obendrein zerstöre auch dies die Umwelt in erheblichem Maße. Der anklagende und bedrohliche Clip endet mit einer klaren Kampfansage: „Sie denken, dass Sie die klügste Person im Raum sind – aber jetzt haben Sie Ihren Meister gefunden.“ Auf dem Twitter-Kanal @YourAnonCentral heißt es zudem: „Hör auf, dich zu verstecken, und antworte!“

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