Teils ist Geduld gefragt

Lieferzeiten bei E-Autos: Wie viele Monate man aktuell warten muss

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Dank des Corona-Hilfspakets für die Wirtschaft sind bei E-Autos aktuell echte Schnäppchen möglich. Die Lieferzeiten sind jedoch sehr unterschiedlich.

  • Durch die Innovationsprämie und die gesenkte Mehrwertsteuer sind E-Autos teils deutlich günstiger
  • Die Lieferzeiten der verschiedenen Hersteller für die Stromer sind jedoch sehr unterschiedlich
  • Doch Vorsicht: Nicht immer bewahrheiten sich die von den Autobauern angegebenen Lieferzeiten

München – Die Lieferzeiten für E-Autos haben sich bei den meisten Herstellern normalisiert. Im Schnitt müssen Kunden nach Angaben der jeweiligen Unternehmen nach der Vertragsunterzeichnung drei Monate warten, bis der Neuwagen vor dem Haus steht. In einigen Fällen kann es allerdings auch deutlich länger dauern. Gegenüber dem Vorjahr, wo zahlreiche Modelle schon im Frühjahr gar nicht mehr lieferbar waren, hat sich die Situation jedoch entspannt (Weniger Mehrwertsteuer: Es bleiben trotzdem Stolperfallen bei Autokauf und -leasing).

Der VW ID.3 soll den Wolfsburger Autokonzern erfolgreich ins Elektrozeitalter katapultieren.

Lieferzeiten bei E-Autos: Im VW-Konzern müssen Käufer bis zu neun Monate warten

Rund neun Monate etwa nennt VW als Lieferzeit für den Kleinstwagen E-Up. Wer jetzt bestellt, hält den Schlüssel erst im Frühjahr 2021 in Händen. Bei den Schwestermodellen Seat Mii Electric und Skoda Citigo e iV sieht es nicht besser aus. Den VW ID.3 (Endlich ist der Stromer im Konfigurator – das sollten Sie bei der Bestellung beachten) der ersten Edition sollen die Kunden dagegen in drei Monaten erhalten. Auch die ersten frei konfigurierbaren Modelle, die ab 20. Juli bestellbar sind, sollen ab Oktober ausgeliefert werden. 

Etwas Geduld benötigen Interessenten des Opel Corsa-e (Höhere Kaufprämie für E-Autos: Die 10 größten Elektro-Schnäppchen). Zwar stehen bei den Händlern laut den Rüsselsheimern noch vorkonfigurierte Modelle bereit, bei Neubestellungen verspricht Opel lediglich die Auslieferung „noch im laufenden Jahr“. Schwester Peugeot hingegen nennt auf Anfrage drei Monate Lieferzeit. Und ist damit in guter Gesellschaft. Identische Angaben machen für ihre jeweiligen Modelle BMWMercedes, Smart und Audi. Dazu kommt Kia, wo Kunden zwei bis vier Monate warten müssen.

Der BMW i3 wird in Leipzig gebaut.

Lieferzeiten bei E-Autos: Bei Nissan und Renault geht es relativ flott

Am schnellsten erhält man sein E-Auto derzeit bei Nissan und Renault. Leaf und Zoe stehen jeweils nach zwei bis drei Monaten bereit. Auch Tesla verspricht eine schnelle Lieferung – und nennt ein Datum im September. Wer keinen klassischen Pkw braucht, der hat seinen Renault Twizy schon zwei Monate nach Vertragsunterschrift vor der Tür. 

Die Lieferzeit ist aktuell nicht nur für ungeduldige Kunden von Bedeutung, sondern hat für alle Käufer handfeste finanzielle Auswirkungen. Denn die bis Ende des Jahres gesenkte Mehrwertsteuer (Elektroautos erleben echte Preisschlacht – diese Rabatte sind drin) gilt nur für Fahrzeuge, die noch 2020 ausgeliefert werden. Kommt der Neuwagen später, werden 19 statt 16 Prozent fällig – und der Endpreis steigt wieder um einige Hundert Euro. Käufer sollten das bei den Preisverhandlungen berücksichtigen. 

Lieferzeiten bei E-Autos: Manchmal auch Extras ausschlaggebend

Generell empfiehlt sich Sorgfalt beim E-Autokauf. Denn auch wenn die Hersteller recht optimistische Lieferzeiten nennen, kann es im Einzelfall deutlich länger dauern, bis ein Auto den Kunden erreicht. So oder so lohnt die Nachfrage beim Händler vor Ort, denn nicht immer stimmt dessen Antwort mit den offiziellen Herstellerangaben überein. Manchmal kann es aber auch schneller gehen – es kommt manchmal einfach auf Faktoren wie die gewünschten Extras und deren Verfügbarkeit an. (Holger Holzer / SP-X).

Rubriklistenbild: © Christine Roch/VW

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