Vom Kleinwagen bis zum Transporter

Diesel-Skandal: 200.000 neue Fahrzeuge unter Verdacht – um diese Marken geht’s

Fassade der Fiat Chrysler Automobiles Deutschland AG in Frankfurt
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FCA: Der Konzern ist ins Visier der Diesel-Ermittler geraten.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Auch bei den Marken des FCA-Konzerns vermuten Ermittler jetzt illegale Abschalteinrichtungen an Bord von Diesel-Modellen mit den Abgasnormen Euro 5 und 6. Allein in Deutschland geht es um mehr als 200.000 Fahrzeuge aus den Baujahren 2014 bis 2019.

  • Frankfurter Staatsanwaltschaft durchsucht insgesamt zehn Gewerbeobjekte
  • Persönlich beschuldigt werden neun italienische Konzern-Mitarbeiter
  • Betroffen sind Diesel-Fahrzeuge des FCA-Konzerns

Frankfurt/Main – Unter dem Verdacht des Diesel-Betrugs nehmen Ermittler in gleich mehreren Ländern die Hersteller von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ins Visier („Raumschiff“ Stellantis: So lacht das Netz über den Namen des neuen Autokonzerns). Am Mittwoch standen sie zeitgleich an zehn Standorten der Autobauer sowie bei Tochterfirmen in Deutschland, Italien und der Schweiz vor der Tür, wie die federführende Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Der Verdacht: In diversen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco sollen Motoren mit einer illegalen Abgastechnik stecken. Allein in Deutschland geht es den Angaben zufolge um mehr als 200.000 Fahrzeuge, darunter viele Wohnmobile. (Abgasreinigung: Ein verstopfter Partikelfilter kann schlimme Folgen haben)

Diesel-Skandal: Frankfurter Staatsanwaltschaft beschuldigt neun Italiener

Das Verfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges richte sich gegen Verantwortliche unter anderem der Konzerne Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und Case New Holland Industrial (CNH Industrial), zu dem Iveco gehört, heißt es auf der Internetseite der Frankfurter Polizei zu dem Fall. Es gehe um neun namentlich bekannte Beschuldigte, allesamt aus Italien, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. (Dieselskandal: Grünes Licht für Schadenersatz)

Fiat Chrysler bestätigte die Durchsuchungen. Man kooperiere umfassend mit den Behörden, sagte ein Sprecher. Darüber hinaus machte er keine Angaben. CNH Industrial äußerte sich in einer Mitteilung ähnlich. Der Nutzfahrzeugkonzern war einst aus der Fusion mit der Fiat-Nutzfahrzeugsparte entstanden. (Experte: „Moderne Diesel-Fahrzeuge verbessern die Luftqualität“)

Diesel-Skandal: Durchsuchungen von insgesamt zehn Gewerbeobjekten

Durchsucht wurden insgesamt zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, darunter der Sitz von FCA Deutschland in Frankfurt, sowie in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Man habe Beweismittel zur Abschalteinrichtung an sich, aber auch hinsichtlich der Bewerbung der Fahrzeuge sowie der Verantwortlichkeiten gesucht, hieß es. Koordiniert wurde die Aktion von der EU-Justizbehörde Eurojust. (Emissionen beim Auto: CO2-Ausstoß, Feinstaub, Nox – Auswirkungen und Grenzwerte)

Die Ermittler haben eine ganze Reihe von Motoren im Visier, die ihrer Ansicht nach über eine unzulässige Abschalteinrichtung verfügen. Eine solche Technik sorgt dafür, dass die Autos die Grenzwerte für den Schadstoff Stickstoffdioxid zwar auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber im normalen Betrieb auf der Straße. Angaben zu den Fahrzeugmodellen machte die Staatsanwaltschaft nicht. (Dieselaffäre: So lange soll der Mammutprozess gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler dauern)

Die genannten Motoren der Baujahre 2014 bis 2019 mit den Abgasnormen Euro 5 und 6 stecken aber in einer ganzen Reihe von Fiat-, Jeep-, Alfa-Romeo- und Iveco-Fahrzeugen vom Kleinwagen bis zum Transporter. Die Ermittler riefen Käufer der betroffenen Fahrzeuge auf, sich bei der Polizei zu melden. (Mit Material der dpa)

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