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Diesel-Skandal: Verbraucherschützer klagen – deshalb soll auch Daimler zahlen

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Von: Marcus Efler

Verbraucherschützer verklagen Daimler wegen manipulierter Abgaswerte bei den SUV-Modellen Mercedes-Benz GLC und Mercedes-Benz GLK. Gibt’s jetzt Geld für deren Besitzer?

Stuttgart – Abgas-Skandal und kein Ende. Statt wie bislang meistens Volkswagen, steht im Diesel-Skandal jetzt der Daimler-Konzern im Feuer: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) greift den schwäbischen Autobauer juristisch an, und hat vor dem Oberlandesgericht Stuttgart eine Musterfeststellungsklage gegen das Unternehmen eingereicht. (Neue Anklage im VW-Dieselskandal: Hat Ex-Boss Martin Winterkorn alle belogen?)

Diesel-Skandal: Verbraucherschützer klagen – darum soll jetzt auch Daimler zahlen

Konkret geht es um den Dieselmotor mit der internen Bezeichnung OM 651, der beispielsweise seit dem Jahr 2015 im Kompakt-SUV Mercedes-Benz GLC 250 d eingebaut ist, sowie in den kleineren Mercedes-Benz GLK mit dem 2,2-Liter-Vierzylinder der Baujahre 2009 bis 2015. (Eine genaue Übersicht, welche Fahrzeuge den Motor tragen, liefert beispielsweise die Berliner Anwaltskanzelei Gansel.) Die beiden Mercedes-Benz-SUV GLK und GLC stellen mit insgesamt rund 50.000 ausgelieferten Autos den größten Anteil der betroffenen Modelle. (Urteil zum Diesel-Skandal: Umwelthilfe unterstellt Autobossen „Körperverletzung mit Todesfolge“)

Mercedes-Benz GLC, fahrend
Mit Schummeldiesel unterwegs? Der Mercedes-Benz GLC © Daimler AG/dpa

Diesel-Skandal: Vorwürfe gegen Daimler – 50.000 Mercedes-Benz-SUV betroffen

Daimler wird, wie auch dem VW-Konzern, vorgeworfen, seine Software so manipuliert zu haben, dass sie auf dem Prüfstand zulässige Abgaswerte anzeigt – die Fahrzeuge im realen Verkehr aber deutlich mehr giftige Stickoxide emittieren und die Grenzwerte weit überschreiten. Anders als die Konkurrenz beharrt Daimler aber darauf, dass seine entsprechende Funktion juristisch korrekt sei. Trotzdem musste sich der Konzern einem behördlich angeordneten Rückruf beugen, um bei insgesamt etwa 254.000 Fahrzeuge mit verschiedenen Motortypen ein korrigierendes Software-Update aufzuspielen. (Diesel-Skandal: Ex-Audi-Boss Rupert Stadler belastet eigene Motorenentwickler schwer)

Diesel-Skandal: Käufer können auf Schadenersatz klagen – bevor Verjährung droht

Die Verbraucherschützer fokussieren sich daher ganz auf den besagten Motortyp, um die Chancen für eine erfolgreiche Klage zu erhöhen. Sollte sie Erfolg haben, wäre das Urteil ein gewaltiger Hebel für Schadenersatz-Forderungen durch Halter entsprechender Autos. Allerdings drängt die Zeit, da viele Fälle bald verjähren könnten. Mercedes-Benz-Besitzer, die hier auf Nummer sicher gehen wollen, können sich der Klage des vzbv anschließen. (Diesel-Skandal: Ex-Audi-Chef Rupert Stadler kommt demonstrativ in Mercedes S-Klasse zum Gericht)

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