Weitere Modelle betroffen

Daimler AG: Erneuter Rückruf bei Mercedes-Benz – ist Ihr Fahrzeug dabei?

Mercedes GLK 220 CDI fahrend bei Immendingen
+
Schon 2019 von dem Rückruf betroffen: Der Mercedes-Benz CLK 220 CDI.
  • Arne Roller
    vonArne Roller
    schließen

Mercedes-Benz ruft rund 170.000 Fahrzeuge in die Werkstätten, davon rund 60.000 in Deutschland. Der Vorwurf des Kraftfahrt-Bundesamtes: In den Fahrzeugen sei eine illegale Abschaltsoftware verbaut. Mercedes will gegen die Entscheidung vorgehen.

  • Das KBA erweiterte den Rückrufbescheid für den Mercedes-Benz GLK
  • Nun sind viele weitere Modellreihen von A- bis S-Klasse betroffen
  • Mercedes-Benz plant einen Widerspruch gegen den Ergänzungbescheid

Stuttgart – Daimler muss rund 170.000 Diesel-Fahrzeuge wegen des Vorwurfs einer illegalen Abgastechnik zurückrufen. Von dem Rückruf sind ältere Modelle der A-, B-, C-, E- und S-Klasse mit der Abgasnorm Euro 5 betroffen. Die Fahrzeuge sind seit 2014 nicht mehr in Produktion. Daimler möchte nun Widerspruch gegen die Entscheidung des KBA einlegen. Im Gegensatz zu den Behörden hält Daimler die verbaute Abschalteinrichtung für zulässig.

Mercedes-Benz
SitzStuttgart
Gründung1926
ChefOla Källenius
Bekannte ModelleA-Klasse, B-Klasse, C-Klasse, E-Klasse, S-Klasse, CLK
Verkaufte Fahrzeuge 20192,34 Millionen (Mercedes-Benz Cars)

Rückruf: Daimler hält die Abschaltvorrichtung für nötig und rechtmäßig

Schon beim Rückruf des Mercedes-Benz GLK hatte der Konzern betont, dass dieselbe Technik in vielen weiteren Modellen stecke und ein erweiterter Rückruf zu erwarten sei. Einen neuen Sachverhalt gibt es also nicht. Mit einer zusätzlichen Belastung des Ergebnisses in der Bilanz durch den erweiterten Rückruf rechne man nicht. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern wegen weltweiter Rückrufe und Verfahren im Zusammenhang mit dem Dieselskandal insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro zurückgestellt. Mit dem nun erweiterte Rückruf wächst die Zahl des wegen einer Abschalteinrichtung zurückgerufenen Fahrzeuge nach Konzernangaben auf 1,4 Millionen, davon ca. 580 000 in Deutschland.

Mercedes-Benz: Weitere Rückrufe sind akut

Mercedes-Benz hat aktuell auch mit Rückrufen zu kämpfen, die nichts mit dem Dieselskandal zu tun haben. Neben der G-Klasse müssen auch Modelle des CLA, GT und der A-Klasse in die Werkstatt.

Bei knapp 5.500 in Deutschland zugelassen G-Klasse-Fahrzeugen der Baureihe 463 könne es beim Schließzustand der Kindersicherung in den hinteren Türen zu gefährlichen Missverständnissen kommen. Schuld daran sei ein falsch eingeprägtes Schloss-Symbol am Betätigungshebel für die Kindersicherung, wie kfz-betrieb.de berichtet. Aus diesem Grund hat die Daimler AG den Rückruf mit dem internen Code „7390003“ gestartet. Werkstattmitarbeiter überklebten im Rahmen des Rückrufs ein falsch eingeprägtes Schloss-Symbol am Betätigungshebel für die Kindersicherung mit einem Hinweisschild. Ohne den Aufkleber drohe eine Verwechslung. Fondtüren könnten trotz einer vermeintlichen Verriegelung von innen geöffnet werden. Umgekehrt könnten Fondtüren im augenscheinlich nicht verriegelten Zustand sich von innen nicht öffnen lassen. Weltweit betrifft das Problem fast 35.000 Geländewagen, die zwsichen Februar 2018 und September 2019 vom Band liefen. Der AMG GT muss wegen Problemen mit dem „eCall“-Notrufsystem in die Werkstatt. Ähnliche Probleme gab es zuletzt auf der Golf 8. Beim CLA und der A-Klasse sorgt ein Klimaanlagen-Kältemittel für erhöhte Brandgefahr im Falle eines Unfalls.

Mit Material der dpa