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Chipmangel dauert noch lange: Experten mit düsterer Prognose

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Von: Marcus Efler

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Die Chipkrise bremst die Autoindustrie aus – aber wie lange noch? Jetzt schockieren Experten mit einer pessimistischen Prognose.

Update vom 17. Dezember 2021, 15:00 Uhr: Die Chip-Krise wird Autohersteller und ihre Kunden auch noch über 2022 hinaus begleiten. Das prognostiziert die Beratungsagentur Roland Berger mit Blick auf die weltweit wachsende Halbleiter-Nachfrage – in der Autoindustrie, aber auch anderen Branchen. Während der Bedarf für Computer-Chips jährlich um 17 Prozent steigt, legt die Produktion lediglich um sechs Prozent zu. Dazu kommt: Zusätzliche Kapazitäten werden vor allem für Chips der neuesten Generation aufgebaut. Der Autobranche fehlen jedoch vor allem die bisherigen Versionen. Die Experten rechnen frühestens 2023 mit einer Entspannung der Situation. (BMW kontert Chipkrise: Das machen die Bayern besser als andere)

Chipmangel dauert noch lange: Experten mit düsterer Prognose

Die Folgen des Halbleitermangels beschäftigen die Autoindustrie seit dem Frühjahr, deutlich sichtbar werden sie seit dem Sommer. Nach Expertenschätzungen werden 2021 aufgrund fehlender Elektronik-Bauteile weltweit knapp acht Millionen Autos weniger gebaut als eigentlich möglich. Die Kunden spüren das an langen Lieferzeiten und hohen Preisen für Neuwagen. Auch jüngere Gebrauchtwagen sind im Zuge der Krise knapper und teurer geworden. (Holger Holzer/SP-X)

Erstmeldung vom 4. Mai 2021, 13:05: Rastatt – Ein schickes Auto, aber es steht. Besser: Die Produktion ruht. Denn im Daimler-Werk Rastatt, wo Mercedes-Benz seine kompakte A-Klasse baut, herrscht weiterhin Kurzarbeit. Der Grund dafür ist ärgerlich: Nicht Corona bremst diesmal die Bänder tageweise, sondern der weiterhin eklatante Mangel an Computerchips – wie 24auto.de bereits berichtete. Ähnlich sieht es im Werk Bremen aus. Und auch andere Hersteller setzen die Fertigung aus: VW in Bratislava, wo verschiedene SUV-Modelle entstehen, Audi in Neckarsulm, der Heimat des Audi A6 und A7. Ford stoppt in Köln die Produktion des Fiesta sogar mehrere Monate bis fast vor den Beginn der Werksferien. Auch international hakt es: General Motors, Honda, Nissan und andere bremsen die Bänder. (Tachonadel statt Digitalanzeige im Auto – darum kommt das Analog-Cockpit zurück)

Produktion eines Mercedes-Benz (Symbolbild)
Vom Chipmangel ausgebremst: Die Auto-Industrie, hier das Mercedes-Werk in Rastatt. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

Chipmangel bremst Autoindustrie aus – drohen uns längere Lieferzeiten?

Es ist paradox: Erst lähmte die Pandemie den Absatz, und nun, da er wieder anzieht, können die Autobauer nicht wie gewünscht liefern. Denn auch wenn sich deutsche Käufer noch zurückhalten – in den USA und den mittlerweile so wichtigen asiatischen Märkten, allen voran China, greifen die Käufer wieder zu. Genau damit hatten die Autoindustrie wohl nicht gerechnet – und ihre Bestellungen für die wichtigen Halbleiter stark zurückgefahren. Gleiches taten auch wichtige Zulieferer, was das Problem jetzt noch verstärkt. (Wie viel VW & Co. an einem Neuwagen verlieren – droht jetzt der große Stellenabbau?)

Chipmangel bremst Autoindustrie aus – warum es bei den Halbleitern hakt

Die Hersteller der Chips schichteten die Produktion ihrerseits um, und beliefern nun vorrangig Hersteller von Consumer-Produkten wie TV-Geräte und Smartphones. Auf die Hilferufe der Autohersteller können sie nun nicht flexibel reagieren – selbst, wenn sie es wollten. Dazu gesellen sich zwei andere Probleme: Teilweise stehen die Fabriken für die Halbleiter in Ländern, die gerade brutal von der Pandemie erwischt werden – und können deshalb nicht mit voller Kapazität laufen. Auch die Havarie des gigantischen Containerschiffs Ever Given* im Suezkanal, das von den ägyptischen Behörden noch immer festgesetzt ist, wirkt sich weiterhin auf die Lieferketten aus. (Tesla Gigafactory Grünheide: Neuer Ärger – deshalb muss Elon Musk den Start verschieben)

Chipmangel bremst Autoindustrie aus – wer länger auf den Neuwagen warten muss

Für deutsche Autokäufer stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob sie länger auf ihren Neuwagen warten müssen. Noch haben die Autohersteller ihre Lieferzeiten offiziell nicht verlängert: Da die Nachfrage hierzulande noch immer etwas schwächelt, können sie die Produktions-Engpässe ausgleichen. Wer schon vor einiger Zeit bestellt hat, kann sein neues Schätzchen im zugesagten Zeit-Korridor, der ja ohnehin etwas Luft enthält, wahrscheinlich abholen. Länger warten müssen aber möglicherweise jene, die jetzt erst ordern. Gerade die bei Deutschen so beliebten Kompakt-Modelle, die in hohen Stückzahlen bestellt und produziert werden, könnten künftig im Chip-Stau steckenbleiben. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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