PS-Zahl steigt von Jahr zu Jahr

So viel PS haben mittlerweile Neuwagen in Deutschland

Neu- und Gebrauchtwagen stehen bei einem Autohändler nebeneinander
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Neuwagen haben in Deutschland Jahr für Jahr mehr PS unter der Haube.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der seit Jahrzehnten anhaltende Trend zu immer stärker motorisierten Autos in Deutschland ist ungebrochen. Trotz Corona-Krise haben die Deutschen ein Faible für PS-starke Fahrzeuge.

  • Die durchschnittliche PS-Zahl der Neuwagen ist in Deutschland wieder gestiegen
  • Von 159 PS im Jahr 2019 ging es in den ersten Monaten 2020 hinauf auf 166 PS
  • Das einzige Jahr in dem die PS-Zahl sank, war 2009 – das Jahr der Abwrackprämie

Duisburg – Der durchschnittliche Neuwagen hatte nach Angaben des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer (69) im vergangenen Jahr bereits 159 PS, in diesem Jahr waren die zwischen Januar und Mai zugelassenen Fahrzeuge im Schnitt sogar 166 PS stark. Zugleich sank der Anteil der Kleinwagen an den Neuzulassungen weiter von 20 auf 18 Prozent.

Selbst in Krisenzeiten wie der Rezession nach der Wiedervereinigung 1993 und der Eurokrise 2012/13 stiegen die PS-Zahlen der Neufahrzeuge. Hatte der durchschnittliche Neuwagen in Deutschland 1990 noch 92 PS, wuchs die Motorleistung bis zur Finanzkrise 2008 kontinuierlich auf 131 PS.

2009: Das Jahr der Abwrackprämie stellt die Ausnahme dar

Den einzigen Rückgang in den vergangenen 30 Jahren gab es laut Dudenhöffer 2009, als die Abwrackprämie den Anteil der Kleinwagen an den Neufahrzeugen auf 34 Prozent hochschnellen ließ und die durchschnittliche Motorleistung auf 118 PS sank. Das Abwrackprämien-Jahr war ein Sonderfall, da mit der festen Prämie von 2.500 Euro Kleinwagen und preisgünstige Importfahrzeuge besonders gefördert wurden.

Bei einem Porsche für 100.000 Euro macht die 2.500 Euro Prämie gerade mal 2,5 Prozent Preisvorteil aus, bei einem Dacia für 10.000 Euro aber 25 Prozent. Also war klar, dass der Run auf Klein- und Billigfahrzeuge einsetzt. Überwiegend waren die Kleinwagenkäufe im Jahre 2009 vorgezogene Käufe, denn in den Jahren danach ging die PS-Entwicklung ungebrochen weiter. Das Abwrackprämienjahr taugt daher nicht zur Prognose längerfristiger Trends. Denn schon im folgenden Jahr war das vorherige Niveau wieder erreicht, und seither geht der PS-Zuwachs Jahr für Jahr weiter.

Dudenhöffers Prognose: „Auch nach der Covid-19-Pandemie werden die PS-Zahlen der Pkw-Neuwagen in Deutschland steigen.“ Bei den derzeitigen Spritpreisen sei der Anreiz gering, „das Auto eine Nummer kleiner zu kaufen“. Höhere Kaufpreise würden nach einer gewissen Zeit akzeptiert. Die Motoren würden klimafreundlicher, „aber PS-stärkere Autos werden mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Straßenbild auch in Zukunft prägen. Das lassen lange Datenreihen aus der Vergangenheit vermuten.“ (Mit Material der dpa)

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