Spritpreise steigen

Tanken wird teurer: So viel Cent kostet der Liter Sprit bald mehr

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Der Bundestag stimmt einem höheren CO2-Preis zu – das hat natürlich Auswirkungen. Verbraucher müssen sich auf höhere Tankkosten einstellen. Strom wird dagegen billiger. Ist das der Durchbruch für die E-Mobilität?

Berlin – Sprit, Heizöl und Erdgas werden ab 2021 teurer. Der Bundestag hat Änderungen an einem zentralen Gesetz für mehr Klimaschutz beschlossen. Der CO2-Preis im Verkehr und bei Gebäuden steigt gegenüber den ursprünglichen Plänen der schwarz-roten Koalition an. Ziel ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen. Der Emissionshandel startet nun im Jahr 2021 mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Dies wird gesetzlich umgesetzt. Ursprünglich sollte mit einem Einstiegspreis von nur zehn Euro pro Tonne CO2 gestartet werden. (Volvo XC40 Recharge P8 AWD: Als E-SUV knackt es diese heftige PS-Zahl)

Spritpreise steigen: So viel Cent kostet ein Liter bald mehr – wegen höherem CO2-Preis

Ab 2021 kommen wieder höhere Kosten für Benzin und Diesel auf Autofahrer zu.

Konkret müssen Unternehmen, die Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas in Verkehr bringen, Verschmutzungsrechte kaufen. Bis zum Jahr 2025 werden die Zertifikate schrittweise mit einem auf 55 Euro ansteigenden Festpreis ausgegeben. Ab 2026 wird der Zertifikatepreis dann durch Versteigerungen ermittelt, wobei für 2026 ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 vorgegeben ist. (Mini-Elektro-Mobile für die Stadt: Sind diese Flitzer besser als Tesla?)

Laut Umweltministerium bedeutet ein CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne, dass sich der Liter Benzin um 7 Cent verteuert, der Liter Diesel um 7,9 Cent. Heizöl wird pro Liter 7,9 Cent teurer, Erdgas 0,6 Cent pro Kilowattstunde. (Volkswagen ID.4: So teuer sind die ersten Editions-Modelle des Crossover-Stromers)

Umweltverbände kritisieren, dies sei zu viel wenig, um eine Lenkungswirkung zu entfalten – also dass sich Bürgerinnen und Bürger ein umweltfreundlicheres Auto oder eine neue Heizung kaufen. Dagegen erklärte die CDU/CSU-Beauftragte für Klimaschutz, Anja Weisgerber, ein etwa von „Fridays For Future“ geforderter Einstiegspreis von 180 Euro pro Tonne wäre zu massiv. (Fiat 500e: Der Elektro-Stadtflitzer warnt mit einem ganz besonderen Sound)

Spritpreise steigen: So viel Cent kostet ein Liter bald mehr: Umweltschutz lukrativ machen

Um die steigenden Kosten sozial abzufedern, gibt es milliardenschwere Entlastungen – etwa beim Strompreis wie auch bei der Pendlerpauschale für Arbeitnehmer mit längeren Fahrwegen. Der Staat nimmt mit dem nun beschlossenen höheren CO2-Preis Milliarden Euro mehr ein. Die zusätzlichen Erlöse sollen vollständig zur Senkung der Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage (EEG-Umlage) zur Förderung des Ökostroms sowie ab 2024 zur weiteren Anhebung der Pendlerpauschale verwendet werden. Damit dürfte die E-Mobilität neuen Aufwind erhalten. (Škoda Enyaq iV: Das erste E-SUV aus dem VW-Konzern lernt vom Fahrer)

Ziel sei nicht, bloß mehr Geld einzunehmen, betonte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD): „Das Ziel ist, dass der Umstieg auf
klimafreundliche Alternativen auch die richtige Wahl für den Geldbeutel ist.“ (Mit Material der dpa)

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