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Elektroauto laden wird einfacher: Neues Gesetz beseitigt App-Chaos

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Von: Marcus Efler

Lange kämpften die Betreiber von Ladestationen dagegen, nun wird es Gesetz: Künftig können E-Autofahrer ihren Strom mit einer weit verbreiteten Methode bezahlen.

Berlin – Zu den ganz dicken Bremsklötzen bei der Verbreitung der Elektromobilität gehört das Laden auf längeren Touren. Nicht nur, dass man Strom-Zapfsäulen intensiver suchen muss als Tankstellen – und auch eher mäßigerer Service geboten wird, wie sogar schon VW-Chef Herbert Diess bemängelte: Wenn es ans Bezahlen geht, beginnt der richtig nervige Teil. Zwar nutzt mancher Elektrofahrer das Abo eines bestimmten Netzbetreibers oder Autoherstellers und profitiert an vielen Ladestationen von niedrigeren Preisen und bequemer Abrechnung per App. Problematisch ist aber nach wie vor das spontane Laden an einer beliebigen Ladestation: Schließlich betreiben rund 100 verschiedene Anbieter die mittlerweile 46.000 Säulen in Deutschland. (Supercharger für alle: Niederländer wollen Lade-Chaos bei E-Autos in Deutschland beenden)

Elektroauto laden wird einfacher: Neues Gesetz beseitigt App-Chaos

Längst haben Politiker das Problem erkannt, nicht zuletzt als Wahlkampfschlager. „Man kann doch nicht ständig 60 Karten oder so mit sich rumtragen“, wettert beispielsweise die grüne Bundestagsabgeordnete Claudia Roth auf ihrer Tour durch bayerischen Städte und Dörfer. Mittlerweile hat die Regierung tatsächlich gehandelt und ein Gesetz beschlossen, nachdem an Ladesäulen gängige Kredit- und Debitkarten funktionieren müssen – allerdings nur für Geräte, die ab 2023 neu installiert werden. (E-Auto laden – und erst mal warten? Neue Idee soll Stromer-Frust beenden)

Stromtankstelle für E-Autos. (Symbolbild)
Künftig immer mit Kreditkarten-Leser: Ladestation für E-Autos (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/Imago

Elektroauto laden wird einfacher: Verbände jammerten und opponierten

Doch eine breite Front kämpfte gegen die sichere Bezahlmöglichkeit. Der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) opponierten. „Der Einbau eines Kartenlesegeräts hat es in sich: Viele der entsprechenden Modelle müssen erst noch eichrechtlich geprüft und zugelassen werden“, jammerten die Lobbyisten: Das würde den Ausbau der Lade-Infrastruktur weiter verzögern. Zudem sei Kreditkarten-Zahlung „veraltet“: Ein bemerkenswertes Argument gegen die Hightech-Methode, bei der es reicht, Smartphone oder -watch in die Nähe des kontaktfreien Lesegerätes zu halten. Bequemer haben es da nur Tesla-Fahrer an Superchargern, die vollautomatisch abrechnen. (Tesla-Supercharger: Laden bald alle E-Autos an Elon Musks Ladesäulen?)

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Elektroauto laden wird einfacher: Neue Bezahlsysteme erst ab Juli 2023

Jetzt hat der Bundesrat die notwendige Zustimmung erteilt: Das Gesetz kommt. Dafür benötigte die Länderkammer zwei Anläufe, die Diskussionen zwischen den Bundesländern, die offenbar teilweise die bei ihnen ansässigen Energieversorger schützen wollten, zogen sich hin. Nun aber ist ein weiterer dicker Stein aus dem Weg zur Elektromobilität geräumt, auch wenn es bis zum Inkrafttreten der einheitlichen Bezahlsysteme noch bis Juli 2023 dauert.

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