Herbert Diess baut um

Nicht nur Bugatti: VW will offenbar noch mehr Marken abspalten

  • Sebastian Oppenheimer
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Die Marke Bugatti ist so etwas wie das Supersportwagen-Aushängeschild des Volkswagen-Konzerns. Doch nun wird offenbar über einen Verkauf verhandelt. Es soll aber noch zwei weitere Marken treffen.

Update vom 2. Oktober 2020, 15:46 Uhr: Neuesten Gerüchten zufolge soll VW nicht nur über den Verkauf von Bugatti nachdenken, sondern auch darüber, weitere Luxusmarken auszugliedern. Dabei soll es sich um Automobili Lamborghini und damit einhergehend die Ducati Motor Holding (Motrräder) handeln. Seit 1998 gehört Automobili Lamborghini als Teil der Audi AG zum VW-Konzern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, wolle VW den italienischen Sportwagenbauer möglicherweise an die Börse bringen.

Erstmeldung vom 17. September 2020, 17:12 Uhr: Wolfsburg/Sveta Nedelja/Molsheim – Die Marke Bugatti war vor allem eines: das Prestigeprojekt des langjährigen VW-Chefs und späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch (82, † 2019). Im April 2015 legte der damalige VW-Patriarch sämtliche Mandate im Konzern nieder – nur wenige Monate später wurde der Dieselskandal publik. Seitdem hat sich beim Wolfsburger Autoriesen viel verändert: Der aktuelle VW-Chef Herbert Diess (61) baut den Konzern gewaltig um – und das kostet Geld. Investiert wird vor allem in E-Antriebe, Digitalisierung und autonomes Fahren. Da passt eine Marke, die im Prinzip nur ein einziges Modell mit 16-Zylinder-Motor baut (und das mit extremem technologischen Aufwand und in homöopathischen Stückzahlen) nicht mehr so richtig ins Portfolio. Nun mehren sich die Gerüchte, dass Volkswagen über einen Verkauf der Tochter Bugatti verhandelt. Als möglicher neuer Eigentümer steht die kroatische Firma Rimac im Raum.

Bugatti: Kroatischer E-Auto-Spezialist Rimac offenbar an VW-Tochter interessiert

Mit vollem Namen heißt das offenbar an Bugatti interessierte Unternehmen Rimac Automobili und hat seinen Sitz in Sveta Nedelja bei Zagreb. Die Firma stellt E-Supersportwagen her, ist aber auch als Zulieferer tätig und entwickelt Antriebe sowie Batteriesysteme. Gegründet wurde die Firma im Jahr 2009 von Mate Rimac (32). Unter anderem produziert Rimac das Batteriesystem des Supersportwagens Koenigsegg Regera. Zudem arbeitet Rimac seit 2019 mit der Hyundai Motor Group zusammen. Für die Marken Hyundai und Kia sollen aus dieser Kooperation zwei neue E-Autos entstehen. (2,4-Millionen-Euro-Bugatti verbremst sich bei Drag-Race – der Schaden ist ...)

Gerüchte um Bugatti-Verkauf an Rimac: Marke von Volkswagen Ende der 90er-Jahre neu belebt

Die Marke Bugatti wurde 1909 von Ettore Bugatti (65, † 1947) in Molsheim im Elsass gegründet. Im Jahr 1963 wurde das einst stolze Unternehmen jedoch nach vielen Rückschlägen aufgelöst. 1998 kaufte schließlich Volkswagen die Rechte, Autos unter dem Markenzeichen Bugatti zu bauen. 2005 begann das Unternehmen mit der Produktion des 16-Zylinder-Supersportwagens Bugatti Veyron. Das Auto erreicht Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 400 km/h. 2016 wurde schließlich das Nachfolge-Fahrzeug vorgestellt: der Bugatti Chiron. Das Auto hat ebenfalls einen 16-Zylinder-Motor an Bord und leistet satte 1.500 PS. Gelegentlich werden zudem exklusive Ableger in Kleinstserien wie etwa der Bugatti Divo (40 Exemplare) oder der Bugatti Centodieci (10 Exemplare) gebaut. (Fußballstar Cristiano Ronaldo: Ist dieser Bolide sein neuer Hypersportwagen?)

Gerüchte um Bugatti-Verkauf an Rimac: Volkswagen will sich nicht äußern

Volkswagen wollte sich zu den Spekulationen um einen möglichen Verkauf von Bugatti an Rimac nicht äußern. „Wir kommentieren das nicht“, sagt VW-Pressesprecher Dr. Christoph Ludewig auf Anfrage von 24auto.de.

Sollte Bugatti schließlich in die Hände von Rimac übergehen, wäre der Wolfsburger Konzern allerdings immer noch über Umwege beteiligt – denn die VW-Tochter Porsche hält rund 15 Prozent der Firmenanteile des kroatischen Unternehmens. Doch die Tage eines Bugatti mit 16-Zylinder-Verbrennermotor (Bugatti Divo: Basiert zwar auf dem Chiron, ist aber weniger ...) wären dann wohl gezählt. Möglicherweise würde es dann bald eine elektrische Version des Supersportwagens geben.

Rubriklistenbild: © Bugatti/Rimac

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