Corona-Krise

Autoindustrie in Frankreich: Macron kommt mit dem Finanz-Hammer

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Frankreich will die Autoindustrie im eigenen Land in der Corona-Krise mit Finanzhilfen wieder in Fahrt bringen. Das jedenfalls kündigte Präsident Emmanuel Macron jetzt nach einem Besuch im Werk des Elektromotor-Herstellers Valeo im Norden Frankreichs an.

  • Aufgrund der Corona-Krise hatten französische Autobauer 250.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen
  • Staatspräsident Macron (42) will die Autoindustrie mit einer Finanzspritze unterstützen
  • Macron sieht die drei großen Autobauer Renault, Peugeot und Citroën als identitätsstiftend für das Land

Paris – in Frankreich geht die Angst vor einem Totalschaden der eigenen Automobilindustrie um. Mit Finanzhilfen von mehr als acht Milliarden Euro soll die angeschlagene Branche in der Corona-Krise jetzt die Kurve kriegen. Das jedenfalls kündigte Präsident Emmanuel Macron nach einem Besuch im Werk des Elektromotor-Herstellers Valeo im Norden Frankreichs an. „Unser Land wäre nicht das gleiche ohne seine großen Marken: Renault, Peugeot, Citroen“, sagt der Staatschef. Um 90 Prozent waren die Umsätze der französischen Autoindustrie zuletzte aufgrund der Corona-Krise eingebrochen. Macron sprach von einem "historischen Plan in einer historisch außergewöhnlich schwierigen Situation".

Frankreich: Autoindustrie sichert rund 400.000 Jobs

Durch die finanzielle Hilfe sollen laut Macron vor allem auch die Arbeitsplätze in den Konzernen erhalten bleiben. Die Autoindustrie sichere in Frankreich rund 400.000 Jobs, hinzu kämen nochmals etwa 900.000 Stellen bei Zulieferern und in Service-Betrieben. Durch den wirtschaftlichen Einbruch infolge der Corona-Pandemie hätten rund 250.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden müssen, berichtet „tagesschau.de“.

Frankreich: Macron will das Land zum „führenden Hersteller sauberer Autos" machen

Macron knüpft die Finanzhilfen auch an sein Ziel, Frankreich zum Marktführer im Bereich der Elektromobilität und des Autonomen Fahrens zu machen. Frankreich solle „der führende Hersteller von sauberen Autos in Europa“ werden, so der Staatschef. Auf Twitter wird das Thema schon diskutiert und Frankreich als Vorbild auch für Deutschland gesehen:

Das ehrgeizige Ziel: Bis 2025 solle die Zahl der Elektro- und Hybridautos aus französischer Produktion auf mehr als eine Million pro Jahr steigen.

Um die Elektromobilität weiter voranzubringen, soll auch die Abwrackprämie ausgeweitet werden, sodass künftig mehr Haushalte darauf Anspruch haben. Zudem soll eine der insgesamt acht Millarden Euro Staatshilfen in Kaufprämien für Elektroautos fließen, heißt es. Als Gegenzug für die Unterstützung verlangte Emmanuel Macron von den französischen Autobauern, auf Werksschließungen zu verzichten und wieder mehr im eigenen Land zu produzieren. Renault kämpft aber bereits ums Überleben, Gerüchte um Werksschließungen kursieren. Das sind die Werke des Autobauers in Frankreich:

Mit Material von Ralf Loweg (Global Press)

Rubriklistenbild: © Renault

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