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Apple iCar: Angeblich soll Kia 100.000 E-Autos bauen – doch Hyundai verkündet Ende der Gespräche

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Von: Christian Schulz

Die Skizze eines Fahrzeuginnenraums sowie die beiden Firmenlogos von Apple und Hyundai (Symbolbild)

Entwerfen die Kalifornier von Apple und die Südkoreaner von Hyundai gemeinsam die Elektroautos der Zukunft? (Symbolbild) © Apple / Hyundai / imago images/Shotshop

Kommt das Apple iCar etwa doch nicht? Die südkoreanischen Autobauer Hyundai und Kia wollen nichts von einem finalen Kooperations-Deal für das E-Auto wissen. Ein endgültiges Aus?

Update vom 8. Februar 2021, 12:32 Uhr: Hyundai erklärt seine Gespräche mit Apple über die gemeinsame Entwicklung des iCar offenbar für beendet. Derzeit werde mit Apple nicht mehr verhandelt, so der Autobauer aus Südkorea. Damit verpassen sie Anleger-Fantasien einen herben Dämpfer: Erst vor Kurzem hatte der asiatische Autoriese Medienberichte bestätigt, die davon sprachen, dass Hyundai mit dem iPhone-Konzern Gespräche über autonomes Fahren und den gemeinsamen Bau eines neuen E-Autos führe. Diese Nachricht löste eine Rallye am Aktienmarkt aus.

Apple iCar: Angeblich soll Kia 100.000 E-Autos bauen – doch Hyundai verkündet Ende der Gespräche

Nun sank die Hyundai-Aktie jedoch mehr als sechs Prozent in ihrem Wert. Tochter-Unternehmen Kia, in dessen Werk im US-Bundesstaat Georgia die Elektroautos angeblich gefertigt werden sollten, verlor sogar fast 15 Prozent auf dem Börsenparkett. Wie Branchen-Insider berichten, habe man sich in Seoul wohl enorm davor gesorgt, bei einem finalen Deal zum bloßen Auftragsfertiger für des kalifornischen Software-Giganten Apple degradiert zu werden. Das Beispiel Foxconn sei hier eine Warnung gewesen. (Daimler-Debakel: China-SUV wird Mega-Flop – Insider sprechen schon von „Desaster“)

Dabei ging es zuletzt sehr konkret um eine Zusammenarbeit der Kalifornier mit Hyundai und Kia. Auch 24auto.de berichtete. Die Südkoreaner hatten fortgeschrittene Gespräche mit Apple Anfang Januar zunächst bestätigt, ruderten dann aber wieder merklich zurück. Der vermutliche Grund: Apple gilt als äußerst sensibel, wenn Zulieferer oder Partner den Konzern öffentlich nennen wollen. Auch die seit Jahren umgehenden Gerüchte zum Einstieg in die Autobranche und dem iCar hat Apple nie kommentiert. Daher bleibt die spannende Frage, in welchem Ausmaß die Kalifornier selbst am Bau von Autos beteiligt wären – oder nur Technik und Software beisteuern würden. Traditionelle deutsche Autohersteller wie Volkswagen, BMW, Audi und Daimler haben bereits mit dem Aufstieg von E-Auto-Spezialisten wie den Elon Musks Elektroauto-Unternehmen Tesla hart zu kämpfen. Bei einem Einstieg von Apple droht ihnen eine völlige Umwälzung des ohnehin immer schwierigeren Wettbewerbs. (Mit Material der dpa)

Update vom 5. Februar 2021, 17:44 Uhr: Spekuliert wird über ein Apple iCar bereits seit Jahren. Jetzt häufen sich Meldungen, die immer konkreter werden. Eine südkoreanische Zeitung schreibt, Apple wolle in Zusammenarbeit mit Hyundai demnächst Milliarden in den Autobauer Kia investieren – um in dessen Werk im US-Bundesstaat Georgia die Produktion seiner Elektrofahrzeuge vorzubereiten. Das „Wall Street Journal“ berichtet, bereits im Jahr 2024 sollen dort bis zu 100.000 Apple-Mobile gebaut werden. (Tesla macht erstmals Gewinn – aber nicht durch Autoverkäufe: So verdient Elon Musks Firma ihr Geld)

Der US-Fernsehsender CNBC legte gar mit der Info nach, dass die Apple-Autos komplett autonom fahren sollen. Manches bewegt sich noch im Bereich von Gerüchten – eins gilt dagegen als sicher: Ein Markteintritt des iPhone-Konzerns Apple würde den Wandel der Automobilbranche nochmals beschleunigen. Auch für den bisherigen E-Auto-Krösus Tesla und Elon Musk würde der Einstieg enorme Konkurrenz bedeuten. (Gravierende Sicherheitsmängel: Tesla muss 135.000 E-Autos zurückrufen – Fehler im Bordcomputer)

Die Hinweise verdichten sich merklich: So bestätigte die Kia-Schwesterfirma Hyundai dem Finanzdienst Bloomberg Verhandlungen mit Apple - nur um wenig später lediglich vom „Interesse diverser Unternehmen“ zu sprechen. Der in Apples Zuliefererkette bestens vernetzte Analyst Ming-chi Kuo schrieb, Hyundais neue E-Auto-Plattform E-GMP solle als Basis für das erste Elektrofahrzeug der Kalifornier dienen. Hyundai stellt bei E-GMP eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern in Aussicht - und verspricht, mit einer Schnellladefunktion 80 Prozent der Batteriekapazität binnen 18 Minuten auffüllen zu können. (Altmaier sagt Tesla „beträchtliche Förderung“ zu: Wie viele Steuermillionen kassiert Elon Musk?)

In den vergangenen Jahren tauchten immer wieder heiße Gerüchte auf. Apple holte sich Experten vom Elektroauto-Pionier Tesla und etablierten Herstellern. Doch die Jahre gingen ins Land ohne ein Auto vom iPhone-Konzern. Zugleich ändert sich die gesamte Industrie. Die Hersteller riefen die Ära des „von Software definierten Autos“ aus. Die Grundidee: Ein Fahrzeug kann durch Software-Updates immer weiter verbessert und mit neuen Funktionen weiterentwickelt werden. Tesla macht es mit seinen System-Aktualisierungen vor, der Rest der Branche schwenkt auf den Kurs ein. Nun warb Apple erfolgreich Manfred Harrer, den langjährigen Leiter der Fahrwerkentwicklung bei Porsche, ab. Der in der Branche als „Hidden Champion“ geltende Experte wechselt von Zuffenhausen ins Silicon Valley. Alles Zufall? Wohl eher ein iCar-Coup. Die weitere Entwicklung bleibt spannend abzuwarten. (Mit Material der dpa)

Ein Entwurf für ein mögliches Apple iCar

Könnte so etwa ein Apple iCar aussehen? Spekulationen um eine Kooperation mit Hyundai nehmen Fahrt auf. © Apple

Erstmeldung vom 12. Januar 2021, 17:52 Uhr: Seoul (Südkorea) – Kommt das iCar? Rund ums Börsenparkett herrscht derzeit helle Aufregung. Steht etwa bald die Sensation des Jahres 2021 ins Haus? Es geht um eine mögliche Partnerschaft zwischen dem US-amerikanischen Tech-Konzern Apple und dem südkoreanischen Auto-Riesen Hyundai: Ein möglicher direkter Einstieg des kalifornischen iPhone- und Computerherstellers in den Bau von selbstfahrenden Autos oder die Entwicklung der Technik für autonomes Fahren werden von der Branche seit Jahren genau beobachtet. Jetzt sorgen Spekulationen für Wirbel an den Finanzmärkten. (VW-Chef Herbert Diess heftig unter Druck – wegen Tesla und Elon Musk: So will er das Steuer rumreißen)

Neue Spekulationen um Apple iCar: Kommt das E-Auto in Kooperation mit Hyundai?

Nach einem Bericht des Wirtschafts-Portals Bloomberg, in dem die südkoreanischen Autobauer Gespräche der beiden Unternehmen bestätigten, schossen die Aktien von Hyundai an der Börse in Seoul regelrecht in die Höhe – und gewannen fast ein Viertel an Wert. Daraufhin ruderte Autohersteller Hyundai öffentlich zurück – und bemühte sich, eilig klarzustellen: Man sei um Gespräche gebeten worden, was die Entwicklung autonom fahrender Elektroautos betreffe – und dies von ganz verschiedenen Firmen. Die entsprechenden Diskussionen zwischen den Gesprächspartnern seien in einem frühen Stadium – konkrete Entscheidungen über Kooperationen gebe es aber noch keine. Von Apple als möglichem Partner war erst mal keine Rede mehr. (Multi-Millionär in acht Jahren: Anleger dank Tesla-Aktie steinreich – jetzt kündigt er seinen Job)

Was dieses vielsagende Vorgehen wohl zu bedeuten hat? Die Euphorie der Anleger des VW-Rivalen schien das alles jedenfalls nicht zu bremsen – denn die Hyundai-Aktie beendete den Handel mit gut 19 Prozent im Plus. Der Börsenwert des Automobil-Konzerns stieg damit auf 55,7 Billionen südkoreanische Won (das entspricht rund 41,6 Milliarden Euro) – ein rasanter Anstieg von umgerechnet 6,6 Milliarden Euro. Es setzen offensichtlich durchaus viele Börsianer auf das Gespann Apple-Hyundai. (Elon Musk wollte Tesla diesem Tech-Giganten verkaufen – darum ist es nichts geworden)

Schon kurze Zeit zuvor hatte die regionale Wirtschaftszeitung „Korea Economic Daily“ auf ihrem TV-Sender berichtet, dass Apple bei der Entwicklung und dem Bau selbstfahrender Elektroautos mit Hyundai zusammenarbeiten wolle. Diesen Berichten zufolge peile Apple die Markteinführung des ersten eigenen E-Autos im Jahr 2027 an. Es blieb nicht bei diesen Spekulationen der südkoreanischen Presse: In den vergangenen Wochen nahmen die Gerüchte über ein Apple-Auto und eine Kooperation in Asien auch global wieder zu. Nun scheinen sie sich zu verdichten. (VW ID.3 mit nagelneuer „ID-Software 2.0“ – doch Bestandskunden müssen sich gedulden)

Spekulationen um Apple iCar: Liefern sich die Kalifornier ein direktes Duell mit Nachbar Tesla?

Ob das den Kaliforniern schmeckt? Denn Apple gilt in seinen Geschäftsbeziehungen für gewöhnlich als äußerst sensibel – gerade wenn Zulieferer oder Partner den US-Konzern öffentlich nennen wollen. Bei bedeutenden Kooperationen werden Gespräche über Verträge und Partnerschaften ohnehin eher hinter verschlossenen Türen geführt – ohne konkrete Ergebnisse werden Verhandlungspartner selten explizit benannt. (Urteil zum Diesel-Skandal: Umwelthilfe unterstellt Autobossen „Körperverletzung mit Todesfolge“)

Angesichts der Größe und Finanzkraft sowie der Entwicklungsressourcen könnte ein Einstieg der Kalifornier die Industrie jedoch umwälzen – schätzen zumindest Experten. Fraglich ist allerdings, ob Apple tatsächlich selbst oder über eine Partnerschaft unmittelbar in den Bau von Elektrofahrzeugen einsteigen – oder nur Software und weitere Technologie beisteuern würde. Wie auch immer: In beiden Fällen würde man zum direkten Gegenspieler Elon Musks und des benachbarten kalifornischen E-Auto-Herstellers Tesla. (Fertigungsexperte verhört Elon Musk – Tesla-CEO räumt ein: „Fertigung ist die Hölle“)

Entwürfe für zukünftige Elektroautos des südkoreanischen Autoherstellers Hyundai

Werden die zukünftigen E-Autos von Hyundai in Zusammenarbeit mit Software-Gigant Apple produziert? © Hyundai

Spekulationen um Apple iCar: Viele Software-Konzerne drängen in den E-Auto-Markt

Ganz überraschend wäre eine solche Entwicklung nicht: Denn Apple wäre nicht der erste Tech-Konzern mit Bestrebungen in der Autowelt. Die Google-Schwester Waymo gilt bislang als führend bei der Entwicklung von Software für autonome Autopiloten. Der Onlinehandels- und Cloudservice-Gigant Amazon hat in das Start-up Aurora investiert und den Roboterauto-Entwickler Zoox übernommen. (Ausgerechnet von Apple: Diese neue Technik soll bei gerissenen Windschutzscheiben helfen)

Die Entwicklung der Technik für autonomes Fahren gilt als sehr kostspielig und zeitaufwendig: Volkswagen hat Milliarden investiert, um sich mit dem US-Autobauer Ford beim Entwickler Argo AI zu verbünden. Daimler setzt auf eine Zusammenarbeit mit dem US-Chip-Spezialisten Nvidia, BMW arbeitet mit Intel und dessen Kamerasoftware-Spezialist Mobileye an entsprechenden Systemen. (Mit Material der dpa)

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