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Autopapst Dudenhöffer warnt: Plug-in-Hybriden droht Diesel-Schicksal

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Von: Simon Mones

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Für Plug-in-Hybride gelten ab 2023 strengere Auflagen für die Kaufprämie. Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit einem Ende der Förderung und warnt vor den Folgen.

Duisburg – Die Pläne der Ampel-Koalition für die Elektromobilität sind ehrgeizig: Bis 2030 sollen in Deutschland mindestens 15 Millionen Elektroautos unterwegs sein. Auch die Zahl der Lademöglichkeiten soll deutlich anwachsen. Damit das klappt, wurde die Umweltprämie unlängst bis 2025 verlängert.

Von dieser Förderung profitieren auch Plug-in-Hybride, allerdings müssen diese ab 2023 deutlich höhere Anforderungen erfüllen. Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heißt es: „Die elektrische Mindestreichweite der Fahrzeuge muss bereits ab dem 1. August 2023 80 Kilometer betragen.“ Zudem muss nachgewiesen werden, dass die Fahrzeuge einen positiven Effekt auf das Klima haben.

Autopapst Dudenhöffer warnt: Plug-in-Hybriden droht Diesel-Schicksal

Eine Studie des von Ferdinand Dudenhöffer (70) geleiteten CAR-Instituts zeigt, dass das bei gebrauchten Plug-in-Hybriden zu hohen Wertverlusten führen könnte, wie das Handelsblatt berichtet. Zudem geht der Autoexperte davon aus, dass die staatliche Förderung für Plug-in-Hybride enden könnte. Eine ähnliche Prognose stellte der 70-Jährigen auch für die Kaufprämie für Elektroautos.

Ferdinand Dudenhöffer beim Car Symposium.
Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit einem deutlichen Wertverlust bei Plug-in-Hybrid-Autos © Juergen Schwarz/Imago

Besonders schwerfällt bei gebrauchten Plug-in-Hybriden der Wegfall der Steuervorteile für Dienstwagen ins Gewicht. Die Halter müssten diese dann mit dem normalen Steuersatz von einem Prozent des Listenwerts als geldwerten Vorteil abführen, statt wie bislang mit nur einem halben Prozent.

Autopapst Dudenhöffer warnt: Deutlicher Wertverlust droht

Ohne die Förderung sowie die Steuervorteile würden die Restwerte der Plug-in-Hybride aus Sicht von Dudenhöffer dramatisch fallen. Daher rechnet der Autoexperte damit, dass die Wachstumskurve der teilelektrischen Fahrzeuge deutlich abflachen wird – zugunsten rein elektrischer Autos. „Spätestens wenn die Ampel 2023 die staatliche Förderung für Plug-in-Hybride nahezu einstellt – und damit ist zu rechnen –, werden Plugins ein ähnliches Schicksal wie der Diesel erleiden“, betont der 70-Jährige.

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Dudenhöffer spricht in diesem Zusammenhang auch von „einer potenziellen Zeitbombe für alle Autobauer“. Denn: Oftmals gehören die Finanzdienstleister, über die die Leasingverträge abgeschlossen werden, den Autoherstellern. So wird der Wertverlust auch Besitzer von Plug-in-Hybriden treffen, die ihr Fahrzeug erst in einigen Jahren verkaufen wollen. Die Prognose von Dudenhöffer fällt entsprechend deutlich aus: Wer jetzt noch einen Plug-in-Hybrid kauft oder least und ihn in zwei Jahren verkauft, muss mit einem deutlichen Wertverlust von rund 44 Prozent des Listenpreises rechnen. Derweil entpuppen sich reine Stromer als deutlich wertstabiler und erzielen auch als Gebrauchtwagen noch hohe Verkaufspreise.

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