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Abgasreinigung: Ein verstopfter Partikelfilter kann schlimme Folgen haben

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Seit der Jahrtausendwende sind Partikelfilter bei Dieselmotoren Standard. Inzwischen werden auch aus den Abgasen von Benzinern Rußpartikel herausgefiltert. Bei verstopften Filtern ist höchste Vorsicht geboten.

München – Kurz nach der Jahrtausendwende war er in aller Munde: der Partikelfilter. Damals ging es, nicht unwesentlich motiviert durch öffentlichkeitswirksame Proteste von Greenpeace, dem Diesel an den Kragen. 2003 stellten die Umweltschützer vor den Toren der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt (Corona als Todesstoß: Automessen vor dem endgültigen Aus?) rosa-lackierte Dieselfahrzeuge mit Schweinenase aus – die Dieselschweine.

Diesel-Partikelfilter: Abgase durchströmen meist eine poröse Keramik

Hintergrund war der hohe Feinstaub-Ausstoss der Selbstzünder: Mit immer höheren Einspritzdrücken wurde zwar der Rußausstoß reduziert, die verbliebenen Partikel aber wurden immer kleiner – und damit gesundheitsschädlicher, weil sie tief in die menschliche Lunge eindrangen. Die Lösung: ein Diesel- beziehungsweise Rußpartikelfilter (DPF/RPF).

Der Partikelfilter wird in den Abgasstrang eingebaut und arbeitet in der Regel mit poröser Keramik, meist Siliziumkarbid. Die Abgase durchströmen den Filter auf ihrem Weg in die Freiheit und die feinen Rußpartikel bleiben an den Keramik-Bauteilen hängen. Neben diesen Wandstromfiltern kamen vor allem als Nachrüstlösung häufig auch so genannte Nebenstromfilter zum Einsatz, die den Ruß durch gezielte Verwirbelung der Abgase herausfiltern.

Kfz-Meister Karl-Heinz Loibl passt in einer Autowerkstatt in Bonn einen Rußpartikelfilter des Herstellers Twin-Tec zum Einbau an.
Ein Diesel-Partikelfilter muss alle paar Hundert Kilometer freigebrannt werden – sonst setzt er sich zu. © Oliver Berg/dpa

Diesel-Partikelfilter: Fürs Freibrennen sind hohe Temperaturen nötig

Ein Problem bleibt: Irgendwann sind die Filter voll mit Ruß. Dann müssen sie freigebrannt werden, wofür die Temperatur im Filter auf über 550 Grad Celsius steigen muss. Dass passiert entweder bei langen Autobahnfahrten von alleine oder wird üblicherweise durch die sogenannte Nacheinspritzung erreicht, bei der noch im Motor die Abgase mit ein wenig Kraftstoff vermischt werden, der schließlich mit höherer Temperatur verbrennt. Alternativ arbeiten manche Systeme auch mit Zusätzen (Additiven), die dem Kraftstoff beigemischt werden und das Abbrennen mit den üblichen Motortemperaturen ermöglichen.

Nötig ist diese von der Elektronik gesteuerte Reinigung alle paar hundert bis tausend Kilometer, der Fahrer merkt davon kaum etwas. Allerdings dauert der Vorgang rund 15 Minuten. Wer üblicherweise nur auf der Kurzstrecke in der Stadt unterwegs ist sollte also in regelmäßigen Abständen einen Abstecher auf die Autobahn (Autofahrt in den Urlaub: So kommen Sie auch mit Kindern entspannt ans Ziel) machen, um dem Filter die Reinigung zu ermöglichen. 

Diesel-Partikelfilter: Verstopfter Filter kann schlimme Folgen haben

Beim Freibrennen entsteht allerdings – neben CO2 und Wasserdampf – auch Asche, die sich auch über die Jahre im Filter ansammelt und diesen mehr und mehr verstopft. In der Regel ist der Filter nach rund 180.000 Kilometer voll, je nach Fahrweise kann es auch schneller gehen oder länger dauern. Dann erscheint eine Warnleuchte im Kombiinstrument und der Filter muss ausgetauscht oder gereinigt werden. Das sollte man auf jeden Fall machen lassen, denn ein verstopfter Filter kann zu Schäden am Motor oder der Auspuffanlage (Krawall auf Knopfdruck: So funktioniert ein Klappenauspuff) führen. 

Übrigens: Inzwischen ist das Thema Partikelfilter nicht mehr nur auf Dieselmotoren beschränkt. Seit der letzten Abgasnorm-Verschärfung (Euro 6c beziehungsweise 6d-TEMP) kommen auch die meisten direkt einspritzenden Benziner kaum mehr um einen Filter herum. Der Otto-Partikelfilter (OPF) arbeitet ebenfalls mit Keramikeinsätzen, muss aber in der Regel nicht freigebrannt werden, da die Verbrennungstemperaturen hier ohnehin höher sind (Michael Gebhardt / SP-X).

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