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Opel Combo Elektro: Kombi mit viel Platz schafft sogar 280 Kilometer Reichweite

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Von: Rudolf Bögel

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Opel Combo e-Life Familie
Familienfreund und Freizeitkumpel. Der Opel Combo e-Life ist einer für fast alles. Aufgeladen ist er in fünf Stunden an der Wallbox. © Opel

Der Opel Combo ist einer für alle. Für Lieferanten, Handwerker und Familien. Jetzt kommt der kleine Kombi mit dem Monsterplatz auch voll elektrisch. Macht das Sinn?

Der Opel Combo ist etwas für Menschen, die es sperrig mögen. Dazu passt auch der etwas sperrige Fahrzeugbezeichnung. Der Combo ist ein so genannter Hochdach-Kombi, so wie seine (technischen) Konzernbrüder Peugeot Rifter und Citroen Berlingo oder der größte Konkurrent auf dem deutschen Markt, der Volkswagen Caddy*. Rechteckig, praktisch, gut: In den Combo passen zwei Europaletten (Cargo-Version) oder bis zu sieben Sitze für Fußball-Mamis und -Papis. Weil dann Leben in der fahrenden Bude ist, heißt dieser Combo Life. Soweit so bekannt, aber ab Ende es Jahres wird es richtig spannend. Denn dann kommt der Combo 100 Prozent elektrisch. Sowohl in der Cargo- als auch in der Life-Version. „Damit hat Opel als erster Fahrzeughersteller seine komplette Nutzfahrzeugflotte (Combo, Vivaro, Movano) elektrifiziert“, wie die Rüsselsheimer, die jetzt unter Stellantis-Flagge (Citroen, Peugeot, Fiat, Alfa, Jeep) fahren, stolz anmerken.

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Opel Combo e-Life Cargo weiß Gärtnerei einladen
Den Combo gibt es auch in der elektrischen Cargo-Variante. Für Menschen, die viel zu verladen haben, wie zum Beispiel Gärtner. © Axel Wierdemann / Opel

So flott fährt sich der Elektro-Combo von Opel

Zunächst einmal die gute Nachricht. In den Elektro-Combo passt genauso viel rein wie in den herkömmlichen Kombi. Dazu hat man die Batterie flach im Unterboden eingebaut. Was auf der einen Seite Platz spart und andererseits der Fahrdynamik zugutekommt. Tiefer Schwerpunkt ist gleich großer Fahrspaß, so lautet hier die Gleichung. Lust und Laune verspricht der Antrieb der schon in Elektro-Corsa und Mokka-e seine Dienste tut. 100 kW (136 PS) und ein Drehmoment von 260 Newtonmetern (Nm) machen aus dem Familien-Van einen steilen Elektro-Brummi, weil der E-Motor wuchtig loslegt. Da staunt der Porsche-Fahrer an der Ampel. Bei höheren Geschwindigkeiten geht dem elektrischen Aggregat freilich die Luft aus. Mit 11,7 Sekunden von 0 auf 100 macht man keinen Staat, da war ja ein alter Opel Manta B 2,0 S (Baujahr 1978) noch schneller. Apropos dünne Luft: Die macht sich auch bei noch höheren Geschwindigkeiten bemerkbar, denn bei 135 km/h ist Schluss. Künstlich abgeregelt wegen der Elektro-Reichweite.

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Opel Combo e-Life gelb Schnellader
Am Schnellader braucht der Opel Combo 30 Minuten bis er wieder zu 80 Prozent voll ist. Die 100 Prozent erreicht er nach 70 Minuten. © Axel Wierdemann / Opel

280 Kilometer Reichweite – für wen sich das eignet

Maximale Power setzt der Combo e-Life nur frei, wenn die höchste Fahrstufe auf Power steht. Bei Normal und Eco kommen dann nur noch 80 respektive 60 kW zum Einsatz. Gesteuert wird das unter anderem über die Pedal-Haptik. Da muss man ziemlich durchtreten, wenn man mehr Kraft will. Auch die Rekuperation, also die Energierückgewinnung ist einstellbar. Wer den Hebel auf B umlegt, der kann den Compo fast ohne Bremsen fahren. Wobei man sich da an die Grenzen langsam herantasten sollte, nicht dass man den Vordermann vor lauter Rekuperation an der roten Ampel rammt. Läuft das System optimal, bringt es der elektrische Combo sowohl in der Familien- als auch in der Brummi-Variante auf 280 Kilometer Reichweite. Genug für den Handwerker, der in der Region unterwegs ist. Ausreichend für Familien, die Oma und Opa in der näheren Nachbarschaft haben. Ungeeignet für längere Urlaubsfahrten.

Opel Combo e-Life Cockpit
Hartplastik soweit das Auge reicht. Der Combo ist innen vor allen Dingen eines - robust. Ein Lastesel für den täglichen Gebrauch. © Opel

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Oh Gott, alle 200 Kilometer Pause auf der Urlaubsfahrt

Denn gerade auf Langstrecken mit höheren Geschwindigkeiten und voller Kind- und Kegel-Beladung dürfte alle 200 Kilometer ein Lade-Stopp ratsam sein. Zwar verspricht Opel an einer entsprechenden Stromsäule rund 100 kW Leistung. Um wieder 100 Prozent zur Verfügung zu haben, müsst der Combo je nach Akku-Rest dort bis zu 70 Minuten verbringen. Das mag einmal in Ordnung sein, aber alle 200 Kilometer eine Stunde Pause – das ist für die Fahrt in den Süden nicht praktikabel. Da quengeln die Kinder, da schimpft die Mutter. Aber für den Freizeiteinsatz und kleinere Ausflüge ist der Combo e-Life durchaus geeignet. Wer zum Beispiel zu Hause ein Wallbox hat, der kriegt den Combo über Nacht locker wieder voll. Unter Idealbedingungen (11 kW Ladeleistung) sind es sogar nur fünf Stunden. Abzuraten ist von einer reinen Haushaltssteckdose – da dauert es im besten Fall 15 Stunden und mehr.

Opel Combo e-Life Kofferraum
Platzwunder Opel Combo. Bis zu 2700 Litern Ladevolumen platzt er nicht aus den Nähen. © Opel

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4,4 Kubikmeter Ladung oder sieben Sitze

Was kann der Combo, außer dass er geräumig ist? 4,4 Kubikmeter Ladung, das ist schon eine Ansage. Sieben Sitze ebenfalls. Deshalb ist der Mini-Brummi mit dem Blitz im Logo ein praktisches Fahrzeug mit zwei seitlichen Schiebetüren – und vor allen Dingen robust. Das tritt nicht nur auf die Bauweise zu, die trotz der 340 Kilogramm Akku-Zusatzgewicht nur bei 1,6 Tonnen liegt, sondern auch auf das Interieur. Eine Voll-Plastik-Landschaft mit vielen Ablagemöglichkeiten erwartet dort die Passagiere. Abwaschbar und praktisch. Aufgelockert wird das Ganze durch die beiden Bildschirme. Der voll digitale Tacho bringt es auf 8 Zoll, das zentrale Display auf 10 Zoll. Wer noch mehr Infos braucht – es gibt auch noch ein HUD, eine farbige Projektion der wichtigsten Fahrdaten auf der Frontscheibe. Aufgelockert wird das Interieur durch das Panorama-Glasdach mit der schwebenden Lichtleiste. Das sorgt für Licht und oben drüber für noch einmal zusätzlichen Stauraum.

Opel Combo e-Life Innenraum Panoramadach
Himmelweit offen. Das Panoramadach beim Opel Combo lässt den Hochdach-Kombi noch größer wirken. © Opel

Das kostet der Combo e-Life nach Abzug der Prämie

Was elektronische Assistenten und Sicherheitssysteme angeht, so ist der Combo e-Life schon in der Grund-Ausstattung üppig bestückt. Das reicht von der Verkehrszeichenerkennung, auf die aber wie bei allen anderen Herstellern auch nicht unbedingt Verlass ist, bis hin zu Spurhalteassistent, Berganfahrhilfe und Kollisionswarner. Und die Klimaanlage ist auch schon mit dabei. Das Standard-Modell startet bei 38.100 Euro. Wer alles mit allem haben will, legt noch mal rund 4000 Euro drauf, dann hat er die Ultimate-Ausstattung. Abziehen darf man davon immer noch die Umweltprämie, so dass man die Standard-Variante schon für unter 30.000 Euro bekommt.

Opel Combo e-Life Kindersitze Smileys
Kinderfreund Combo. Auf dem Rücksitzen haben drei Kids Platz, insgesamt eine ganze Kombo von bis zu sieben Passagieren. © Opel

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Ist der damit so teuer wie ein Benziner oder ein Diesel?

Zum Vergleich: Ein aktueller Combo Life mit Turbo-Benziner (110 PS) kostet ab 23.600 Euro, der kleine Diesel mit 102 PS ab 24.750 Euro. Schaut man allein auf den Preis – dann fällt das Fazit gemischt aus. Zwischen Diesel- und E-Fahrzeug klafft auch trotz Prämie immer noch eine erhebliche Lücke. Wer auf den Geldbeutel schauen muss und keine Lademöglichkeit zu Hause hat, der wird sich nach wie vor einen Verbrenner kaufen. Wer umweltschonend unterwegs sein und einen lautlosen Raumgleiter mit viel Platz haben will, der sitzt beim Combo am richtigen Steuer. Das gute Gewissen hat aber seinen Preis.

Datenblatt Opel Combo e-Life (kurz)

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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