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Ukraine-Krieg: Russland-Sanktionen könnten auch Nürburgring treffen

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Von: Simon Mones

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Seit 2014 gehört dem Nürburgring einem Russen. Das könnte nun zu einem Problem werden.

Nürburg – Seit rund 95 Jahren drehen Autos auf dem Nürburgring ihre Runden. Bei Rennfahren und Fans ist die Strecke dabei wegen der Nordschleifen gleichermaßen beliebt und gefürchtet. Entsprechend ist oft auch von der Grünen Hölle die Rede. Diesen Spitznamen prägte einst der Formel-1-Pilot Sir John Young „Jackie“ Stewart.

In den letzten Jahren war die Geschichte des Nürburgrings jedoch eher wenig ruhmreich. So war der Nürburgring bis 2012 in staatlicher Hand, musste jedoch Insolvenz beantragen. 2014 wurde bekannt, dass die Traditionsstrecke für 77 Millionen an Capricon und die Motorsportfirma Getspeed verkauft werden soll. Der Chef des Autozulieferers Robertino Wild übertrug seine Anteile jedoch noch im selben Jahr an die NR-Holding. An diesem Unternehmen wiederum beteiligte sich der russische Investor Viktor Charitonin.

Ukraine-Krieg: Russland-Sanktionen könnten auch Nürburgring treffen

Inzwischen gehören Charitonin und der NR Holding mehr als 99 Prozent der capricorn Nürburgring Besitzgesellschaft mbH (CNBG). Getspeed ist nur noch mit unter einem Prozent beteiligt. Und das könnte für die Traditionsstrecke mit Blick auf den Krieg in der Ukraine zu einem großen Problem werden.

Das Nürburgring-Logo an der Grand-Prix-Strecke. (Symbolbild)
Die Sanktionen gegen Russland könnten auch Folgen für den Nürburgring haben. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Denn durch den Krieg in der Ukraine schießen nicht nur die Spritpreise in die Höhe. Auch in vielen anderen Bereichen hat der Einfall der Russen Konsequenzen, denn zahlreiche Staaten reagieren mit Sanktionen, die teilweise auch Einzelpersonen treffen.

Ukraine-Krieg: Innenausschuss soll Folgen für Nürburgring klären

Ein Sprecher des Nürburgrings erklärte, gemeinsam mit Charitonins Holding „stehen wir dafür, Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen – fernab von Herkunft, Hautfarbe, Vorlieben oder Religion“. Auch Russen und Ukrainer kämen zum Nürburgring.

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Ob und wie Charitonin von Sanktionen betroffen ist und ob sich diese auch auf den Nürburgring auswirken könnten, ist jedoch noch unklar. Doch genau das möchte die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag am 23. März im Innenausschuss klären. Dabei soll es vor allem um die Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation des Nürburgrings gehen. Für die Region wären Sanktionen oder ein Fan-Boykott nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 ein weiterer Rückschlag. Möglicherweise trifft Charitonin aber auch eine ähnliche Entscheidung wie Roman Abramowitsch und verkauft seine Anteile, um die Zukunft der Rennstrecke zusichern.

Für eine mögliche Formel-1-Rückkehr dürfte die russische Mehrheitsbeteiligung ebenfalls nicht von Vorteil sein. Immerhin hat die Rennserie das Rennen in Russland erst kürzlich wegen des Kriegs in der Ukraine gestrichen. Ein Ersatz-Grand-Prix in Deutschland scheint aber ohnehin nicht infrage zu kommen. Zumindest wurden weder der Hockenheimring noch der Nürburgring bislang angefragt, wie „Motorsport-Total“ berichtet. (Mit Material der dpa)

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