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Elektroautos auf Fähren verboten: Reederei reagiert auf Untergang von VW-Frachter

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Von: Marcus Efler

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Eine norwegische Fähr-Linie verbietet sämtliche elektrifizierten Autos an Bord – bei einem Brand seien Besatzungsmitglieder überfordert und Passagiere gefährdet.

Etwa ein Jahr ist es her, dass die „Felicity Ace“ vor den Azoren in Brand geraten und gesunken ist – ein mit fast 4.000 Autos aus dem VW-Konzern beladener Frachter. Die komplette Ladung ruht und rostet seitdem mit dem Schiff auf dem Meeresgrund, darunter viele teure und seltene Sportwagen, die teilweise trotz Limitierung nachproduziert wurden.

VW-Frachter brennt im Atlantik
Heiße These: Verursachte ein Elektroauto den Brand auf der „Felicity Ace“? © Marinha Portugal/dpa

Die Ursache des Feuers wurde nie verlässlich geklärt. Als möglicher Ursprung gilt aber eines der geladenen Elektrofahrzeuge, dessen Akku sich entzündet haben könnte. Bei strombetriebenen Bussen kam es ebenfalls schon zu Bränden.

Elektroautos auf Fähren verboten: Reederei reagiert auf Untergang von VW-Frachter

Grundsätzlich sind Elektroautos allerdings nicht feuergefährdeter als Verbrenner (auch, wenn dieser gefälschte Crashtest das suggerieren sollte). Trotzdem hat nun die erste Reederei die Konsequenz aus der Havarie gezogen: Die norwegische Linie Havila Kystruten transportiert auf ihren Fähren keine Autos mit elektrischen Motoren mehr. „Elektro-, Hybrid- und Wasserstoffautos sind an Bord verboten“, heißt es im Frage- und Antwortbereich ihres Portals.

Elektroautos auf Fähren verboten: Mannschaft könne Feuer nicht bekämpfen

Bei einer Risikoanalyse sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Brand eines solchen Autos einen besonders aufwendigen Rettungseinsatz erfordern würde, erklärte Reederei-Chef Bent Martini im Branchendienst TradeWinds. Den könne, anders als bei einem brennenden konventionellen Auto, die Mannschaft nicht wirkungsvoll bekämpfen, Passagiere seien damit gefährdet.

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Die Fähren von Havila Kystruten operieren zwischen den norwegischen Häfen Bergen und Kirkenes. Der Elektro-Bann überrascht auch deshalb, weil das skandinavische Land als Vorreiter bei der Umstellung auf Stromer in Europa gilt.

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