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Chinesischer E-Autobauer Nio startet in Europa – und hat Überraschung dabei

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der chinesische E-Auto-Bauer will auch in Europa durchstarten. Norwegen soll dabei als Versuchsballon für die weitere Expansion dienen. Obendrauf gibt’s eine Überraschung.

München – Der Brückenkopf für die Eroberung Europas ist geschlagen. Von Norwegen aus will Nio den Kontinent erobern. Die Wahl ist weise, schließlich ist in dem skandinavischen Land die Akzeptanz Elektromobilität schon sehr hoch. Das bedeutet aber auch, dass sich das chinesische Start-up mit Konkurrenten wie Tesla und VW messen muss. Aber auch das dürfte in das Kalkül der selbstbewussten Chinesen passen. Wenn man sich in Norwegen gegen die Konkurrenz behaupten kann, gelingt das auch in anderen Märkten. Dazu soll ab 2022 auch Deutschland gehören. Überraschenderweise bringen die Chinesen auch ihre Batterie-Wechselstationen mit. (Nio ES6: Ausgerechnet DIESE Technik könnte beim Deutschland-Start fehlen)

Ein Nio ES8
Mit dem Elektro-SUV ES8 will der chinesische Autobauer Nio nun auch in Europa durchstarten – zunächst einmal in Norwegen. © press-inform

Chinesischer E-Autobauer Nio startet in Europa – und bringt eine Überraschung mit

Die Strategie ist generalstabsmäßig geplant. Im September sollen die ersten Nio ES8 zu den Kunden rollen, der auf die europäischen Bedürfnisse angepasst wird. Eine neue Ladebuchse ist logischerweise selbstverständlich. Außerdem haben die Ingenieure die Karosserie überarbeitet und vermutlich steifer gemacht. Außerdem dürfte auch der putzige digitale Assistent Nomi mittlerweile der englischen Sprache mächtig sein. Das Auto soll ständig Updates erhalten, die während der Nacht ohne Zutun des Fahrers durchgeführt werden. Die europäische Version des SUVs hat einen 100 kWh-Batterie, die rund 500 Kilometer Reichweite (gemäß dem WLTP-Zyklus), sechs beziehungsweise sieben Sitzplätzen, einen Kofferraum, der maximal 1.861 Liter fasst und die Fähigkeit, eine Anhängelast von 1.500 Kilogramm zu ziehen. Das Fahrassistenzpaket Nio Pilot ist serienmäßig an Bord. Im nächsten Jahr folgt dann die Limousine Nio ET7, bei der die neueste Version der Autonomes-Fahren-Technologie verbaut sein wird. (Nio ET7: Chinesische Elektrolimousine verspricht enorme Reichweite dank Feststoffbatterie)

Für den Erfolg eines Elektroautobauers ist die Ladeinfrastruktur mitentscheidend. Das ist im Reich der Mitte nicht anders als in Skandinavien oder den Rest der Welt. Deswegen arbeitet Nio mit Plugsurf zusammen, was europaweit mehr als 20.000 Ladepunkte garantiert. Unter dem Namen „Nio Power“ bringt das Start-up darüber hinaus noch die gesamte eigene Lade-Infrastruktur nach Norwegen. „Wir wollen, dass Sie sich über die Reichweite so wenig Sorgen wie möglich machen müssen“, strahlt Nios Norwegen-Statthalter Marius Hayler und kündigt eine „ganzheitliche Ladeerfahrung“ an. (Lynk & Co 01 im Test: Diesen cleveren Knopf hat kein anderer Autohersteller)

Eine Batterie-Wechsel-Station von Nio in China
Auch die Wechsel-Stationen für Batterien will Nio mit nach Europa bringen. © Tpg / Imago

Chinesischer E-Autobauer Nio startet in Europa – Zusammenarbeit mit Servicepartnern in Norwegen

Bis Ende 2021 sollen vier Batteriewechselstation in der Gegend von Oslo aktiv sein. Im nächsten Jahr sollen die Wechselpunkte dann in Bergen, Stavanger, Kristiansand und Trondheim folgen, ehe die Stationen über das ganze Land verteilt werden. Aktuell entwickeln die Chinesen die europäische Version der neuen Akkuwechselstation, die auf der zweiten Generation der Plattform basiert. Vor wenigen Tagen haben die ersten Gen2-Stationen in China den Betrieb aufgenommen. Konventioneller sind dann schon die 180 Kilowatt Schnellladestationen und eine 7 kW-Wallbox für die eigene Garage. Bei einer 100 Kilowattstundenbatterie erscheint dieser Wert für die heimische Stromtankstelle als etwas dürftig. (Smartphone-Riese aus China will E-Auto bauen: Xiaomi kündigt Milliarden-Investition an)

Nio versteht sich als Premiummarke und will die starke Konkurrenz mit Dienstleistungen ausstechen. „Unsere Nutzer in Norwegen sollen immer ein positives Erlebnis haben, wenn es um ihr Auto geht“, sagt Marius Hayler. Das Service-Netz in Norwegen dient als Blaupause für die anderen Märkte und beinhaltet einen Hol- und Bringdienst des Kundenfahrzeugs, als Zentrale dient ein Service-Center in Oslo, das im September dieses Jahres eröffnet werden soll. Ergänzt wird das Ganze durch mobile Service-Stationen, die zum Kunden kommen, falls es ein Problem mit dem Wagen gibt. Außerdem werden sich autorisierte Servicepartner im ganzen Land um die Belange der Kunden kümmern. Damit das alles funktioniert, hat sich Nio in Norwegen mit einigen Partnern zusammengeschlossen, darunter Amazons AWS, Batteriretur und Viking.

William Li steht vor einem Nio ES8
Gegründet wurde Nio von dem chinesischen Milliardär William Li. © VCG / Imago

Chinesischer E-Autobauer Nio startet in Europa – Marken-Stützpunkt im Herzen Oslos

Bei der Kundenbindung folgt Nio dem aus China bekannten Prinzip. Im Herzen Oslos entsteht unweit des Königsschlosses das erst Nio Haus, also ein Marken-Stützpunkt, in dem sich die Kunden ab September über die Produkte informieren oder „sich einfach untereinander austauschen“ können, wie der Gründer William Li (46) immer wieder betont. Nach dem Hauptquartier sollen im nächsten Jahr in Bergen, Stavanger, Trondheim und Kristiansand sogenannte Nio Spaces folgen, also Showrooms, die etwas kleiner sind als das Nio Haus. (Wolfgang Gomoll / press-inform)

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