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Neuer VW T7 Multivan: Der Kleinbus hat in jeder Disziplin zugelegt

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Von: Christian Schulz

Der neue VW T7 Multivan bietet nicht nur mehr Platz. Ein flexibles Schienensystem macht die Konfiguration einfacher und über 20 Assistenzsysteme unterstützen den Fahrer. Der Kleinbus hat in jeder Disziplin zugelegt.

Wolfsburg – Volkswagen splittet seine T-Baureihe auf, um möglichst viele Kunden zu gewinnen: Neben dem vollelektrischen ID.Buzz (erscheint 2022), dem Transporter (als Vorgänger-Version T6.1) gibt der VW Multivan den klassischen VW Bus. Trotz aller Marketingkniffe und Wortakrobatik muss dieses Modell in die großen Fußstapfen des berühmten VW Bulli treten. Mit ihm steht und fällt der Erfolg der Baureihe, da kann der ID.Buzz noch so lange den hippen Stromer geben. Wir haben uns den brandneuen VW T7 Multivan angesehen: Der schicke Kleinbus wächst, bietet daher mehr Raum – und alle Vorzüge zahlreicher moderner Assistenzsysteme.

Der VW T7 Multivan von rechts vorne

Würdiger Bulli-Erbe: Der VW T7 Multivan weiß durch ein geschicktes Raumkonzept und jede Menge Hightech zu überzeugen. © Uli Sonntag/VW

Neuer VW T7 Multivan: Diese Ausstattung macht den Kleinbus zur Lounge

Ganz ohne elektrische Unterstützung geht es im Jahr 2021 auch beim Bulli nicht. Also bekommt der neue VW T7 Multivan eine Plug-in-Hybrid-Variante, die den VW Bus eHybrid mit einer Systemleistung von 160 kW / 218 PS und einem Drehmoment von 350 Newtonmetern befeuert. Diese Kombination aus 1.4 Liter großem Turbobenziner mit 110 kW / 150 PS und Elektromotor (86 kW / 115 PS) stammt aus dem Konzernregal, genauso wie die 13 Kilowattstunden-Batterie, die die Energie bereitstellt und eine rein elektrische Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erlaubt. Allerdings wird die Reichweite nicht die 50-Kilometer-Marke knacken, zumal der neue Multivan trotz eines guten cw-Wertes von 0,3 kein Leichtgewicht ist. Wer auf konventionelle Antriebe setzt, wird bei den beiden Benzinern mit 100 kW / 136 PS sowie 150 kW / 204 PS und im nächsten Jahr beim TDI-Selbstzünder mit 110 kW /150 PS fündig. (VW ID.Buzz: Volkswagens Elektro-Bus startet 2022 – mit mehreren Varianten)

Der hintere Teil des Innenraums im VW T7 Multivan

Der Innenraum des VW T7 Multivan bietet mehr Platz, drehbare Sitze und mehr Flexibilität durch ein Schienensystem. © Uli Sonntag/VW

Beim VW Bus geht es immer um Raum und Transportmöglichkeiten. Die siebte Bulli-Generation hat in der Länge um fast sieben Zentimeter (69 Millimeter) auf 4,973 Meter und in der Breite auf 1,941 Meter (plus 3,7 Zentimeter) gewonnen. Da der VW T7 Multivan mit 1,903 Meter um 4,7 Zentimeter niedriger ist als bisher, steht er jetzt stämmiger da. Die entscheidende Größe bei dieser Aufzählung ist der Radstand: Der hat nämlich deutlich zugelegt und beträgt jetzt 3,124 Meter: Das sind 12,4 Zentimeter mehr als bisher, die im Innenraum ankommen und für mehr Platz sorgen. Als Alternative steht die Langversion parat, die es auf immerhin 5,173 Meter bringt und damit um 13,1 Zentimeter kompakter ist als bisher – aber bei identischem Radstand. So wächst der Kofferraum von 469 Litern auf bis zu 4.053 Liter und bei Bedarf kann der Bulli bis zu zwei Tonnen ziehen. (Apple iCar soll 120.000 Euro kosten – sieht so das Ende der deutschen Autoindustrie aus?)

Neuer VW T7 Multivan: Bulli-Nachfolger ist vielseitig – Sitze auf Schienensystem

Die VW-Marketingexperten sprechen gerne von einem Multi Utility Vehicle (MUV), also einem vielseitig einsetzbaren Gefährt. Damit diesen Worten auch Substanz verliehen wird, wurde das Tisch- und Sitzsystem des VW T7 Multivan völlig neu entwickelt. Die Mitfahrer sollen sich wie in einer Lounge fühlen. Konsequenterweise haben die Interieur-Spezialisten die dritte Sitzreihe als Rückbank aus dem Innenraum verbannt – im Fond gibt es nur noch maximal fünf Einzelplätze samt klappbaren Tischen. Dass sich die Stühle der zweiten Reihe wie bisher um 180 Grad drehen lassen, versteht sich von selbst. Das Gestühl ist bis 29 Kilogramm leichter als zuletzt und kann auf einem Schienensystem in der Fahrgastzelle einfach hin und her geschoben werden. (Nissan Office Pod Concept: Japaner stellen Homeoffice-Van vor – so funktioniert das rollende Büro)

Der VW T7 Multivan von links hinten

Die siebte Bulli-Generation hat in Länge und Breite zugelegt – auch der Radstand ist größer als beim Vorgängermodell. © Uli Sonntag/VW

Durch das reduzierte Gewicht fällt auch der Ausbau leichter. So sind interessante Konfigurationen denkbar – etwa, dass man nur eine Reihe ausbaut, um sperrige Gegenstände zu transportieren. Im Winter hilft die Tatsache, dass Stromleitungen durch die Schienen führen und so eine Sitzheizung ermöglichen bei den äußeren Plätzen. Der mittlere Stuhl der dritten Reihe bleibt zwar kalt, kann aber bei Bedarf ganz nach vorne geschoben werden und dient dann als zusätzliche Mittelkonsole in der ersten Sitzreihe. Das optionale Panoramaglasdach des VW T7 Multivan sorgt für wohlige, weil natürliche Lichtverhältnisse. Der Einstieg in die Schöner-Wohnen-Oase erfolgt natürlich durch zwei Schiebetüren und wenn man die Hände voll hat, lässt sich die Heckklappe mit einem beherzten Fußkick öffnen. (Herbert Diess als Tesla-Boss: Wollte Elon Musk dem VW-Chef die komplette Leitung übergeben?)

Neuer VW T7 Multivan: Kleinbus voll digitalisiert – über 20 Assistenzsysteme helfen

Diese luftige Leichtigkeit wird auch im Cockpit spürbar, das jetzt ohne klassischen Mitteltunnel auskommt, da der drahtlos funktionierende (Shift-by-wire-)Automatikhebel des Doppelkupplungsgetriebes und der Hebel für die elektronische Parkbremse nach oben ins Armaturenbrett gewandert ist. Bei allem Komfort für die Gäste muss ja einer den Bulli auch fahren und der fühlt sich hinter dem Steuer dank MQB-Technik fast wie in einem VW Golf, da auch beim VW Multivan die Digitalisierung Einzug hält: Die Rundinstrumente werden virtuell auf einem 10,25 Zoll großen Monitor dargestellt und als zentrale Bedieneinheit des Infotainments dient ein zehn Zoll großer Touchscreen, auf dem jetzt auch die 360-Grad-Rundumsicht des neuen Kamerasystems wiedergegeben wird. Das erleichtert das Rangieren deutlich. (Neue Anklage im VW-Dieselskandal: Hat Ex-Boss Martin Winterkorn alle belogen?)

Das Cockpit des VW T7 Multivan

Das Cockpit des VW T7 Multivan: Als zentrale Bedieneinheit des Infotainments dient ein zehn Zoll großer Touchscreen. © Uli Sonntag/VW

Das Head-up-Display lässt den Blick auf der Straße ruhen und mehr als 20 Assistenzsysteme helfen dem Lenker, seinen Multivan sicher zu navigieren: Dazu zählen ein adaptiver Tempomat inklusive Stop-and-go-Funktion, der zusammen mit dem Spurhalteassistenten autonomes Fahren auf Level 2 bis zu 210 km/h ermöglicht. Weitere Systeme, wie der Spurwechselassistent (inklusive Ausstiegswarner), der Seitenwindassistent, der Trailer-Assistent (unterstützt das Rangieren mit Anhänger) oder der Ausparkassistent inklusive Abbiegeassistent machen das Verkehrsleben einfacher. Der neue Multivan kommt in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt und wird vermutlich etwas teurer werden als das aktuelle Modell, das mindestens 41.531 Euro kostet. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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