Neuauflage der Legende

So schnell ist der neue VW Golf GTI – und so viel soll der Volkssportler kosten

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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VW hat beim neuen Golf 8 GTI überall Hand angelegt und den Volkssportler ein ganzes Stück dynamischer gemacht. So schnell ist er wirklich.

  • In der Basisvariante leistet der VW Golf 8 GTI 180 kW (245 PS)
  • Noch schärfere Versionen wie der VW Golf GTI Performance und der VW Golf R sollen folgen
  • Das Vorgängermodell VW Golf 7 GTI hat der Neue auf einer Referenzrunde abgehängt

Wolfsburg – Wie oft haben wir das schon bei der Vorstellung neuer Autos gehört: Der Neue kann alles besser als der Bisherige. Auch beim VW Golf 8 GTI wird die Wolfsburger Marketingmaschine sicher früher oder später diese grundlegende Werbeweisheit ausspucken. Doch trifft diese Aussage beim neuen Golf GTI wirklich zu? Die Konkurrenz in der Klasse der Kompaktsportler ist inzwischen groß: hier tummeln sich:

Gebaut wird der VW Golf im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg sowie in Zwickau.

Das A und O für Leistung ist der Antrieb: Der Standard-VW-Golf-GTI bekommt den EA 288 Motor mit 180 kW (245 PS), die bisher der Performance-Variante vorbehalten war. Diese Aufrüstung ist auch nötig, wenn selbst der Hyundai i30 N Performance 202 kW (275 PS) auf die Straße knüppelt. Apropos Performance: Bei diesem GTI-Modell legen die Wolfsburger auch nach und dürften die sich an die 221 kW (300 PS) wagen, der Über-Golf R wird sich wohl mit Allrad bei 245 kW (333 PS) einpendeln. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Der VW Golf GTI der der achten Generation leistet in der Basisversion 180 kW (245 PS).

Das Tagfahrlicht des neuen VW Golf GTI im Fünferpasch-Design erinnert an das 4-Punkt-Tagfahr- und Abblendlicht von Porsche.

VW Golf 8 GTI: So haben die Wolfsburger das Fahrwerk verbessert

Beim Fahrwerk haben die Wolfsburger einiges in den VW Golf 8 GTI reingepackt: Die McPherson-Vorderachse hat steifere Querlenkerlager und auch die Dämpfer und Federn wurden neu abgestimmt. Aus der Clubsport S Variante des VW Golf 7 GTI haben sich die Ingenieure den Hilfsrahmen aus Aluminium geschnappt, der drei Kilogramm weniger wiegt als bisher und eine steifere Anbindung hat. Dazu kommen die elektronisch geregelte Vorderachsquersperre (VAQ) und das bekannte XDS Plus, das mit Bremseingriffen für Dynamik sorgt. An der McPherson-Mehrlenkerhinterachse sind unter anderem der Querlenkerlager sowie die Federn und Zusatzfedern neu abgestimmt sowie neue Radträger und Dämpferlager verbaut. Dazu kommen höhere Federraten an beiden Achsen. „Das Auto soll präzise, aber nicht nervös sein“, erklärt Fahrdynamiker Karsten Schebsdat.

Den VW Golf 8 GTI gibt es sowohl mit Stahlfahrwerk als auch mit adaptiven Dämpfern.

Zur Auswahl stehen beim VW Golf 8 GTI ein konventionelles Stahlfahrwerk und eines mit adaptiven Dämpfern. Die Progressivlenkung soll es dem Fahrer ermöglichen, den neuen GTI möglichst schnell, um die Kurve zu jagen. Damit alle diese Komponenten perfekt zusammenspielen haben Techniker auch den Fahrdynamik-Manager auf die sportlichen Anforderungen des Golf GTI der achten Generation abgestimmt. „Wir haben die Software Applikation auf den Kopf gestellt“, verdeutlicht Karsten Schebsdat die tiefgreifenden Anpassungen.

Zum Beispiel wird die radindividuelle Dämpfung 200 Mal pro Sekunde angepasst. Wie beim VW Golf 8 und VW Passat kann man die Fahrprogramme nach eigenem Geschmack verschärfen oder bei extrem schlechten Straßen komfortabler gestalten. Eine eigens dafür konzipierte Wankstabilisierung gibt es übrigens nicht, das wird über die adaptiven Dämpfer geregelt. Damit das alles auch auf dem Asphalt ankommt, gibt es beim Golf 8 GTI auch breitere Pneus (235/35 R19) und erstmals sogar Rennsportreifen (19 Zoll Michelin Pilot Sport Cup 2).

VW Golf 8 GTI: der Kunde hat die Wahl zwischen Handschalter und Siebengang-DSG

Geschalten wird im VW Golf 8 GTI entweder mit einer Sechsgang-Handschaltung oder einem Siebengang-DSG. Der Innenraum mit dem virtuellen 10,25 Zoll Cockpit und dem zehn Zoll Touchscreen entspricht im Grunde dem des Golf 8, ist aber auf GTI getrimmt. Bei den Anzeigen, den Sitzen und den Applikationen findet sich sehr oft die Farbe rot wieder.

Karositze und rote Applikationen – etwa am Lenkrad – bestimmen den Innenraum des VW Golf 8 GTI.

Das Exterieur-Design tut es dem Innenleben gleich. „Wir wollen dem Fahrzeug Ernsthaftigkeit mitgeben und zeigen, dass sich der VW Golf 8 GTI zu einem echten Sportwagen entwickelt hat“, erklärt VW-Chef-Designer Klaus Bischoff. Der neue GTI steht deutlich breitbeiniger und stämmiger da und auch die Proportionen zwischen Unterkörper und Aufbau sind deutlich stimmiger. Die Front mit dem bösen Blick, den LED-Nebelscheinwerfern mit jeweils fünf Punkten und den großen Kühlergrill verleiht dem GTI eine merklich markantere Präsenz als bisher. Doch die Form erfüllt auch einen aerodynamischen Zweck: Der Luftwiderstand ist geringer, ebenso der Auftrieb am Heck und die Antriebsbalance ist ausgewogener, was sich positiv auf die Fahrdynamik und den Verbrauch auswirkt.

VW Golf 8 GTI: So schlägt er sich gegenüber seinem Vorgänger – und das kostet er

So sieht die digitale Tacho-Anzeige im Golf GTI der achten Generation aus.

Doch wie gut schlägt sich der neue VW Golf 8 GTI gegenüber seinem Vorgänger? Doch Ehre wem Ehre gebührt: Der achte GTI ist wirklich schneller und agiler als der siebte. Das zeigt die 3,3 Kilometer lange Referenzrunde auf dem VW eigenen Testgelände in Ehra Lessin, auf der der VW Golf 8 GTI dem VW Golf GTI 7 Performance 3,9 Sekunden abgenommen hat. Auf dieser Strecke ist das ein Pfund.

Die Marke Volkswagen
HauptsitzWolfsburg
Gründungsjahr1937
ChefRalf Brandstätter
Bekannteste ModellePolo, Golf, Passat, Tiguan
Ausgelieferte Fahrzeuge 20196.278.000

Wie schnell der VW Golf 8 GTI die Standard-Fahrübungen absolviert, wollen sich die VW-Verantwortlichen noch nicht äußern. Allerdings dürfte der neue Volkssportler alles ein bisschen besser machen als der VW Golf 7 GTI Performance, an dessen Preis sich der neue GTI auch orientieren wird. Im Spätsommer sollen die ersten Exemplare dann beim Händler stehen.

Mit Material von press-inform

Rubriklistenbild: © VW

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