Marktstart im November

Neuer VW Caddy: Ist er der bessere Touran? Und billiger noch dazu

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Geräumig und variabel war er schon immer. Doch bislang hatte der VW Caddy einen eher spröden Charme. In der fünften Generation wird er nun schicker – und praktischer.

  • Im November kommt die fünfte Generation des VW Caddy auf den Markt
  • Der Hochdachkombi basiert nun erstmals auf dem Modularen Querbaukasten (MQB)
  • Vor allem der Preis des VW Caddy macht ihn für Familien zu einer interessanten Touran-Alternative

Wolfsburg – Die VW-Nutzfahrzeugsparte mischt die Karten in der Kompaktklasse neu: Kurz bevor Renault den nächsten Kangoo bringt, legen die Niedersachsen jetzt den Caddy neu auf – und machen dabei einen gewaltigen Sprung. Wenn im November die fünfte Generation des Hochdachkombis in den Handel kommt, dann besteht er erstmals aus dem Modularen Querbaukasten (MQB), aus dem auch der VW Golf (Mann tauscht brandneuen Tesla gegen gebrauchten Golf – „Billigauto mit netter Technik“) konstruiert ist. Zudem kann der Caddy endlich bei der Technik aufholen. Denn er bekommt jede Menge neuer Geräte für Information, Assistenz und Effizienz.

Neuer VW Caddy: Jede Menge neue Assistenzsysteme

Das fällt bereits beim Einstieg auf. Denn genau wie im neuen Golf blickt man nun auch im VW Caddy – der im VW-Werk im polnischen Poznan gebaut wird – in ein komplett animiertes Cockpit mit digitalen Anzeigen hinter dem Lenkrad, einem großen Touchscreen daneben und jede Menge Sensortasten drum herum. Dazu gibt es reichlich Online-Funktionen für das Infotainment und eine App als Fernsteuerung für das Auto. Ebenfalls neu sind zwei Dutzend Assistenzsysteme. So gibt es Unterstützung beim Lenken, Rangieren oder Abstandhalten. Bekommt der Fahrer Gesundheitsprobleme, wird der Wagen selbstständig abgestellt. Technisch modernisiert wurden auch die Motoren, die den Verbrauch zusammen mit dem aerodynamischem Feinschliff um bis zu 12 Prozent senken sollen.

Die fünfte Generation des VW Caddy basiert nun – wie der Golf– auf dem modularen Querbaukasten.

Neuer VW Caddy: Doppelte Harnstoffeinspritzung soll die Emissionen drastisch senken

Insbesondere beim Diesel haben die Niedersachsen nachgelegt und ihren 2,0-Liter-TDI mit dem sogenannten Twindosing-Verfahren zu einem der saubersten Triebwerke seiner Art gemacht: Weil die Harnstofflösung AdBlue nun gleich zweimal eingespritzt wird, sinken die Stickoxid-Emissionen um bis zu 80 Prozent. Angeboten wird der Motor in drei Varianten mit 55 kW (75 PS) bis 90 kW (122 PS) und Fahrleistungen auf Pkw-Niveau. Im besten Fall beschleunigt der VW Caddy in 11,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht maximal 186 km/h (eBussy: Der „Bulli“ von Electric Brands hat nur 20 PS, aber mehr Drehmoment als ein Ferrari 488).

Technische Daten VW Caddy 2.0 TDI
Motor/Getriebe/Antrieb2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, 6-Gang-Schaltgetriebe, Vorderradantrieb
Leistung/Drehmoment90 kW (122 PS) / 320 Nm bei 1600 – 2500 U/min
Länge/Breite/Höhe4501 / 1855 / 1797 mm
Vmax/0–100 km/h186 km/h / 11,2 s
AbgasnormEuro 6d-TEMP
Basispreisca. 23.000 Euro

Daneben bieten die Niedersachsen einen Benziner an: Er hat 1,5 Liter Hubraum und kommt auf 84 kW (114 PS). Zudem wird es den VW Caddy bald auch wieder mit Erdgasantrieb (Skoda Scala mit Erdgasantrieb: Warum der Tscheche nicht für jeden die richtige Wahl ist) geben und ein gutes Jahr nach dem Start – dem Golf GTE sei Dank – erstmals auch als Plug-in-Hybrid mit rund 50 Kilometern rein elektrischer Reichweite.

Den VW Caddy der fünften Generation soll es auch als Plug-in-Hybrid und als Erdgasvariante geben.

Neuer VW Caddy: Die Blattfedern sind Geschichte

Auch beim Fahrverhalten tut sich etwas: Zwar behält der VW Caddy hinten seine Starrachse, weil sonst die Nutzlasten von bis zu 800 Kilo nicht zu halten wären. Doch fliegen zumindest die Blattfedern raus. Mit moderner Dämpfung und mehr Feingefühl in der Lenkung fährt der Kastenwagen deshalb ruhiger und wird spürbar handlicher, was ihn auch für lange Urlaubsfahrten zum geeigneten Kandidaten macht.

Seine Vorzüge als Nutzfahrzeug soll der VW Caddy aber behalten und praktisch, geräumig und variabel bleiben. Das gilt im Kleinen für die vielen Ablagen etwa im Armaturenbrett und im Großen für die Sitzaufteilung: In der zweiten Reihe hat er wie bisher drei Einzelsitze, die man umklappen, aufstellen oder ausbauen kann. Auf Wunsch gibt es für die dritte Reihe statt einer Bank, wie früher, nun ebenfalls zwei separate Sessel, die dann noch leichter zu handeln sind.

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Neuer VW Caddy: So unterscheiden sich die beiden Varianten

Wie bisher wird der VW Caddy als gewerblicher Kastenwagen oder ziviler Kombi in zwei Längen mit Schiebetüren und Heckklappe angeboten. Allerdings ändert sich mit dem Wechsel zum MQB das Format: Der kurze Caddy legt im Radstand um 7,3 Zentimeter auf 2,76 Meter zu und streckt sich außen von 4,41 auf 4,50 Meter, der Caddy Maxi hat nun 2,97 Meter zwischen den Achsen und ist 4,85 Meter lang. Und er sieht jetzt auch besser aus: Die LED-Leuchten vorn und hinten aufwendig geformt, die Kanten fein modelliert – die Zeiten des schnöden Kasten-Designs sind offenbar vorbei.

Für die zivile Variante des VW Caddy werden rund 23.000 Euro fällig, die gewerbliche Version mit Kastenaufbau ist noch einmal 1.000 Euro billiger. Damit ist der Caddy in der Basis mehr als 7.000 Euro billiger als der günstigste verfügbare VW Touran, der mindestens 30.695 Euro kostet. (Mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Volkswagen AG/dpa-tmn

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