Ist das überhaupt erlaubt?

Steuerknüppel als Lenkrad-Ersatz? So will Tesla künftig Model S und Model X verkaufen

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Tesla hat Model S und Model X ein Facelift spendiert. Neu ist neben stärkeren Antrieben ein gewöhnungsbedürftiges „Lenkrad“. Es erinnert an Steuerknüppel aus Flugzeug-Cockpits.

Palo Alto – Der kalifornische Elektroautobauer Tesla gilt aktuell als wertvollster Autohersteller. Ob das wirklich gerechtfertigt ist, ist umstritten – schließlich sind die Produktionszahlen im Vergleich zu vielen Konkurrenten relativ gering, dazu kommen immer wieder Berichte über schwere Qualitätsmängel. Ein niederländisches Taxiunternehmen, das eine Tesla-Flotte betreibt, will den Autobauer wegen der enormen Probleme sogar verklagen. Was die Technik der Tesla-Fahrzeuge angeht, gilt das Unternehmen von Elon Musk vielen in der Branche dennoch als Vorbild. Und während die deutschen Autobauer beim Thema Elektromobilität nur langsam in Schwung kommen, legt der kalifornische E-Autobauer Tesla schon wieder nach. Für das Model S und das Model X hat das Unternehmen nun ein umfangreiches Facelift präsentiert. Am Äußeren ändert sich demnach kaum etwas – dafür tut sich im Innenraum umso mehr. Und auch bei den Antrieben setzt Tesla nochmal einen drauf. (Elon Musk: Tweet von Tesla-Chef löst Kursfeuerwerk an Börse aus – aber nicht für Tesla)

Steuerknüppel als Lenkrad-Ersatz? So will Tesla künftig Model S und Model X verkaufen

Etwas skurril muten die Bilder des Innenraums an, die Tesla auf seiner Webseite zeigt. Tatsächlich scheint der Autobauer die beiden Fahrzeuge Model S und Model X künftig mit einer Art „halbiertem“ Lenkrad (ähnlich wie K.I.T.T. in der 1980er-Jahre-Kultserie „Knight Rider“) anzubieten. So was kennt man eigentlich nur von Messe-Studien – und es ist zumindest fraglich, ob so ein Lenkrad in Deutschland ohne Probleme zulassungsfähig ist. Die Straßen-Verkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) ist da etwas schwammig. Unter § 38 heißt es nur: „Die Lenkeinrichtung muss leichtes und sicheres Lenken des Fahrzeugs gewährleisten; sie ist, wenn nötig, mit einer Lenkhilfe zu versehen.“ Ob ein eckiges und „abgeschnittenes“ Lenkrad, das eher einem Flugzeug-Steuerknüppel (auch Steuerrad oder Steuerhorn genannt) ähnelt, tatsächlich ein „sicheres Lenken“ ermöglicht, darüber kann man wohl streiten. Auch Hebel gibt es den Bildern nach zu urteilen offensichtlich nicht mehr. Die Bedienung erfolgt über zwei Rädchen am Lenkrad und den Touchscreen. („Knight Rider“: David Hasselhoff versteigert K.I.T.T. – doch das Ergebnis enttäuscht)

Ein „abgeschnittenes“ Lenkrad? Tesla scheint es in Model S und Model X tatsächlich anbieten zu wollen.

Tesla Model S und Model X bekommen Facelift: Touchscreen künftig quer statt hoch

Die Veränderung am Bildschirm hat fast schon eine ironische Note: Während die neue Mercedes S-Klasse kaum übersehbar Tesla nachgeeifert hat – und einen hochformatigen Screen in der Mittelkonsole verbaut –, schwenken die Kalifornier nun um (um 90 Grad) und statten Model S und Model X mit Display im Querformat aus. So wie es quasi die meisten deutschen Autobauer bislang machten – aber eben eine Nummer größer (17 Zoll, Auflösung: 2200 x 1300 Pixel) und in der Neigung verstellbar. Auch die Fondpassagiere dürfen sich künftig auf einen Bildschirm freuen. Dieses Display sitzt quasi zwischen den Vordersitzen am Ende der Armauflage. Immer an Bord ist auch eine Spielekonsole mit 10 TeraFLOPS Rechenleistung, die das Spielen von jedem Sitzplatz aus möglich machen soll. (Tesla Model S als Cabrio: Top oder Flop? Die Meinungen gehen auseinander)

Geändert werden auch die Bezeichnungen der Modelle. Die Long-Range-Varianten (sprich: maximale Reichweite) bleiben weiterhin im Programm, die Performance-Modelle dagegen fallen weg – stattdessen gibt es nun die sogenannten Plaid-Versionen. Diese Varianten verfügen über Allradantrieb und drei E-Motoren. Die Preise für das Model S Plaid beginnen laut Tesla-Website bei 116.990 Euro. Der Hersteller verspricht dabei eine Leistung von 1.020 PS und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des Plaid-Modells soll bei 320 km/h liegen, die Reichweite bei 628 Kilometern. (E-Cannonball-Rennen: Neuer Rekord durch Porsche Taycan – die Bestzeit hielt ein Tesla (Video))

Das Tesla Model S gibt es nun als Plaid-Version mit 1.020 PS – und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,1 Sekunden.

Tesla Model S und Model X bekommen Facelift: Plaid-Version leistet 1.020 PS

Über dieser Tesla-Model-S-Variante rangiert zusätzlich das Plaid+-Modell mit 1.100 PS, das ab 139.990 Euro zu haben ist. Hier verspricht der Autobauer eine Beschleunigung von unter 2,1 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt ebenfalls bei 320 km/h, die Reichweite gibt Tesla mit 840 Kilometern an. Für das Plaid-Modell gibt Tesla auf der Website als voraussichtliches Auslieferungsdatum September 2021 an, das Plaid+-Modell wird eher wage mit Ende 2021 terminiert.

Auch das Model X wird in einer Plaid-Version mit 1.020 PS angeboten, ebenfalls ab 116.990 Euro. Die Beschleunigung von 0 auf 100 beziffert Tesla hier mit 2,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit mit 262 km/h, die Reichweite mit 547 Kilometern. Auf der Website kommuniziert Tesla als voraussichtliches Auslieferungsdatum September 2021. Eine Plaid+-Version ist aktuell nicht im Angebot.

Rubriklistenbild: © Tesla

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