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Tesla-Show: Elon Musk feiert Model S Plaid – und kurioses Yoke-Lenkrad

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Von: Christian Schulz

Bei einem pompösen Live-Event stellt Elon Musk das Tesla Model S Plaid vor. Der Tesla-CEO feiert den E-Boliden – und das außergewöhnliche Yoke-Lenkrad. Fans sind allerdings enttäuscht.

Palo Alto (Kalifornien) – Mit der für Elon Musk (49) typischen Verspätung begann der Tech-Milliardär mit der Präsentation des neuen Tesla Model S Plaid. Zu Beginn wurde ihm dabei noch kurz von Franz von Holzhausen, dem Designchef des kalifornischen Elektroauto-Herstellers, assistiert – dann fuhr der mächtige CEO in einem seiner schwarzen E-Boliden auf die Bühne und übernahm unter dem Jubel seiner Fans und Mitarbeiter die PR-Show. Zumindest den Großteil seiner Anhänger ließ Elon Musk allerdings überraschend enttäuscht zurück. Und das, obwohl der Tesla-Boss einige Details offenbarte – und erklärte, warum er am umstrittenen neuen Yoke-Lenkrad festhält.

Elon Musk bejubelt auf einer Bühne das neue Tesla Model S Plaid, als Einklinker das Yoke-Lenkrad.
Elon Musk bejubelt das Tesla Model S Plaid – und ist vom neuen Yoke-Lenkrad überzeugt. Viele Fans sind weniger begeistert. © Tesla

Tesla-Show: Elon Musk feiert neues Modell – darum hält er am Yoke-Lenkrad fest

Die bemerkenswert reservierten Reaktionen der Tesla-Fans liegen wohl an den großen Erwartungen, die viele an das Präsentations-Event hatten. Aufgrund der regelmäßig euphorischen Rhetorik von Tesla-Chef Elon Musk sind sie an die permanente Verkündung neuer bahnbrechender Rekorde gewöhnt – und nicht unbedingt an Weiterentwicklung in kleinen Schritten. Daher hofften sie wohl darauf, dass die Tatsache, dass Tesla kurz zuvor mit dem Tesla Model S Plaid+ eine weitere neue Version des Elektrofahrzeugs aus dem Programm genommen hatte, lediglich eins bedeute: Dass bereits die normale Plaid-Variante die für das Plus-Modell angekündigte Reichweite von mehr als 800 Kilometern ganz oder annähernd erreichen würde. (Tesla-CEO Elon Musk: Hacker-Drohung wegen Bitcoin-Kurssturz – „Narzisstisch reicher Kerl“)

Doch die dann von Musk genannten Werte gaben derart Spektakuläres nicht her: Das Tesla Models S Plaid schafft es laut Unternehmensangaben rund 625 Kilometer weit, ohne aufzuladen – die reichweitenoptimierte Long-Range-Version soll es 650 Kilometer weit bringen. Ein marginaler Unterschied. (Tesla Gigafactory Grünheide: Störfall-Ärger – Umweltschützer drohen mit Blockade wegen Explosionsgefahr)

Tesla-Show: Begeisterter Elon Musk kündigt Knallhart-Test auf Nürburgring an

Den exzentrischen Tesla-Boss störte das allerdings nicht – Elon Musk feierte das neue Mobil seines E-Autobauers auf ganzer Linie: Besonders stolz war er dabei auf den Antrieb des Tesla Models S Plaid. Laut Firmenchef handele es sich um die absolute Top-Version des US-amerikanischen Herstellers. Für die darin verbauten neuen Rotoren mit Umdrehungszahlen von bis zu 20.000 pro Minute habe man eigens eine spezielle Carbon-Hülle entwickeln müssen, um der Ausdehnung durch die Fliehkräfte Herr zu werden. (Lieferengpass bei Tesla – spart Elon Musk absichtlich auf Kosten der Gesundheit?)

Das brandneue Yoke-Lenkrad von Tesla
Teslas neues Yoke-Lenkrad sorgt für Diskussionsstoff: Verbietet die Verkehrsaufsicht Elon Musks visionäres Steuer? © Tesla

Bei seiner Präsentation des Tesla Model S Plaid (Video) wies Elon Musk auch darauf hin, dass dieses das Auto mit dem weltweit niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert sei – und die Wärmepumpe 35 Prozent weniger Energie benötige. Dies bedeute, dass der Tesla auch bei niedrigen Temperaturen kaum Reichweite verliere. Dank verbesserten Thermo-Managements seien auch mehrere Blitzstarts hintereinander kein Problem. Das neue Fahrzeug werde allerdings nochmals auf Herz und Nieren überprüft – Elon Musk kündigte dazu einen knallharten Test auf einer legendären deutschen Rennstrecke an: „Wir werden es noch mal auf den Nürburgring schicken und schauen, was passiert.“ (Merkwürdiges Tesla-Lenkrad: Touch-Knopf statt Blinkerhebel – ob das wirklich funktioniert?)

Tesla-Show: Yoke-Lenkrad bleibt – E-Auto soll ohnehin mit Autopilot fahren

Auch vom Innenraum des Tesla Models S Plaid zeigte sich der Tesla-Chef begeistert: Dieser sei geräumiger – und biete daher viel mehr Platz für die hinteren Mitfahrer. Durch die geräuschdämmenden Scheiben sei es außerdem angenehm ruhig im E-Auto. Nicht fehlen durften bei der Präsentation selbstverständlich einige Worte zum kritisch beäugten Yoke-Lenkrad, von dem keineswegs klar ist, ob die Verkehrsaufsicht es akzeptieren wird. Elon Musk gab zu, das ungewöhnliche Lenk-Rechteck, das an einen Flugzeug-​Steuerknüppel erinnert, erfordere etwas Eingewöhnungszeit. Allerdings sei das visionäre Steuer auch für das Fahren mit dem Tesla-Autopilot optimiert. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Im Grunde gelte das für das ganze Elektroauto – alles sei auf das autonome Fahren der Zukunft und die nach mehreren schlimmen Unfällen hochumstrittene „Full Self Driving“-Funktionalität (FSD, „vollständiges Selbstfahren“) ausgelegt. Dazu passt, dass sich künftige Tesla-Passagiere mit Infotainment-Hardware auf Spielkonsolen-Level bespaßen können – während der Computer sie umherkutschiert. Substantielle Neuigkeiten zum Tesla-Autopiloten blieb Elon Musk allerdings ein weiteres Mal schuldig. (Tesla-Autopilot: Kalifornien ermittelt wegen FSD-Funktion – Täuschung durch Elon Musk?)

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