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Neuer Porsche 911 GT3: Rennstrecken-Elfer knackt besondere Nordschleifen-Marke

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Fahraufnahme eines Porsche 911 GT3

Der neue Porsche 911 GT3 umrundet die Nürburgring-Nordschleife 17 Sekunden schneller als sein Vorgänger. © Porsche/Thomas Strogalski

Porsche hat seinen neuen 911 GT3 vorgestellt: Erstmals knackt der Rennstrecken-Elfer die besondere Marke auf der Nürburgring-Nordschleife.

Stuttgart – Bei Porsche haben die Kunden üblicherweise Vorrang. Seit Generationen bekommen diese zuerst die neue Elfer-Generation zu fahren, während sich die Profis in Form der Rennfahrer meist knapp zwei Jahre gedulden müssen, ehe sie hinter das Steuer der neuen Generation gelassen werden. So ist es auch beim aktuellen Porsche 911 der Baureihe 992, denn diese wird erst jetzt als GT3-Tourenwagen-Variante vorgestellt.

Neuer Porsche 911 GT3: Rennstrecken-Elfer knackt auf Nordschleife magische Marke

17 Sekunden machen den nicht allzu kleinen und umso feineren Unterschied, denn ohne eine beeindruckende Rekordzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings lässt sich eine neue Sportversion kaum publikumswirksam in Szene setzen. Der neue Porsche 911 GT3 umkreiste die 20,8 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgrings in 6:59:927 Sekunden und somit einen Hauch unter der magischen Sieben-Minuten-Marke. Das sind jene 17 Sekunden schneller als der alles andere zahme Vorgänger der Generation 991, der bereits die Zeit des erfolgreichen 997 pulverisiert hatte. So weit, so langweilig – oder eben: so spannend. Ganz wie man es betrachtet. Porsche legt dabei gleich noch einmal nach, denn Entwicklungspilot Lars Kern knackte die Sieben-Minuten-Marke mit dem neuen Rennboliden nicht nur einmal, sondern Markenbotschafter Jörg Bergmeister, mittlerweile ins hauseigene Entwicklerteam gewechselt, fuhr immer wieder Runden auf dem gleichen Niveau. Das soll die Konstanz und Haltbarkeit des wild bespoilerten Rennwagens mit Straßenzulassung belegen. (Schnee-Chaos auf Autobahn: Porsche-Fahrer bleibt ohne Winterreifen stecken – seine Ausrede ist kaum zu glauben)

Fahraufnahme eines Porsche 911 GT3

Der Porsche 911 GT3 ist ausschließlich mit Heckantrieb erhältlich. © Porsche

Neuer Porsche 911 GT3: Neu entwickelte Leichtbau-Bremsscheiben reduzieren Gewicht

Im Heck des neuen Porsche 911 GT3 der Generation 992 brüllt mit Hochdrehzahl ein alter Bekannter. Während die Serienelfer längst obligatorisch mit Turbopower unterwegs sind, arbeitet im GT3 auch weiterhin ein 4,0 Liter großer Sechszylinderboxer mit nur marginal erstarkten 375 kW (510 PS). Die Maximaldrehzahl blieb mit 9.000 Touren ebenfalls unverändert und beim maximalen Drehmoment ist der Zuwachs von 460 auf 470 Nm kaum spürbar. Die Ansaugseite setzt wie im Rennsport auf sechs Einzeldrosselklappen. Beachtlich: Trotz zweier Ottopartikelfilter wiegt die Leichtbau-Sportabgasanlage etwas weniger als beim Vorgänger. (Porsche 911 hätte auch gereicht: Ferrari-Besitzer bleibt nach Unfall auf Mietkosten für Lamborghini sitzen)

Dem sportlich allzu engagierten Tourenwagenpilot stellt sich die Frage, ob er manuell in die Gangwahl eingreifen will oder ob dies ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe erledigen soll. Aus dem Stand beschleunigt der ausschließlich als Hecktriebler erhältliche Porsche 911 GT3 in 3,4 Sekunden, bis zur 200er-Marke dauert es 10,8 Sekunden. Für entsprechende Verzögerungen sorgen die neu entwickelten Leichtbau-Bremsscheiben, die mit einem Durchmesser von 408 statt 380 Millimetern deutlich vergrößert wurden, jedoch 17 Prozent weniger wiegen. Ebenso wie die Aluschmiederäder mit Zentralverschluss senken sie die rotatorischen Massen. Abgespeckt hat der GT3 zudem durch spezielle Scheiben, eine Sportabgasanlage aus Edelstahl und zahlreiche Karosseriemodule aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Auf Wunsch gibt es für den schärfsten 992 neben den Sportreifen auch straßenzugelassene Rundstreckenreifen oder einen Überrollkäfig nebst Feuerlöscher. (Ferrari made in Vietnam: Diese Kopie eines 488 GTB kann tatsächlich fahren)

Ein Überrollkäfig in einem Porsche 911 GT3

Auf Wunsch bekommt der Porsche 911 GT3 auch einen Überrollkäfig dazu. © Porsche/Thomas Strogalski

Neuer Porsche 911 GT3: Das kostet der Rennstrecken-Elfer in der Basis

Erstmals kommt in einem Serienmodell von Porsche die aufwendig neu entwickelte Doppelquerlenker-Vorderachse zum Einsatz, die bereits aus dem Le-Mans-Sieger 911 RSR bekannt ist. Sie wartet unter anderem mit einer höheren Sturzsteifigkeit auf und befreit die Stoßdämpfer von störenden Querkräften. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich agiles Einlenkverhalten und eine berechenbare Fahrbarkeit. Die bewährte Fünflenker-Hinterachse führt die Räder mit zusätzlichen Kugelgelenken für die besonders belasteten unteren Querlenker noch präziser. Spezielle Stoßdämpfer vereinen größeren Federungskomfort mit verbesserter Rundstrecken-Performance. Hinzu kommt die serienmäßige Hinterachslenkung, die die Hinterräder je nach Tempo um bis zu zwei Grad in oder entgegen der Lenkrichtung einschlagen lässt. (Irre Aktion beim Porsche-Händler: YouTuber rast mit Taycan durch Schaufenster)

Der neue Heckdiffusor erzeugt viermal so viel Abtrieb wie beim Vorgängermodell, da die Frontdiffusoren im Zusammenspiel mit der breiteren Spoilerlippe für eine deutlich stärkere Anströmung des verkleideten Unterbodens sorgen. In der Summe generiert der neue Porsche 911 GT3 in der Basiseinstellung rund 50 Prozent mehr Anpressdruck als sein Vorgänger. In der Performance-Position steigt der Abtrieb bei Tempo 200 sogar um 150 Prozent. Der Preis für das Rennstreckenvergnügen: mindestens 167.518 Euro. Marktstart ist im Mai. Passend zur neuen Rennsaison. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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