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Opel Manta-e geht in Serie – aber komplett anders als erwartet

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Von: Marcus Efler

Jetzt ist es offiziell: Mit der Umstellung auf E-Motoren lässt Opel seinen Klassiker Manta neu aufleben. Fans, die auf ein neues Volks-Coupé gehofft hatten, werden allerdings herb enttäuscht.

Rüsselsheim – Kommt er nun oder kommt er nicht? Seitdem Opel seine Studie für den Nachfolger des Kult-Coupés Manta gezeigt hat, wird diese Frage angeregt diskutiert. In den Fan-Foren sowieso, aber auch intern. Denn eigentlich war der neue Manta nur als Fingerübung für die Designer geplant, mit der die Marke aus dem Stellantis-Konzern mal wieder in der Öffentlichkeit etwas Aufmerksamkeit erzeugen konnte. „Never kommt der als Serienmodell“, blaffte ein Manager der Rüsselsheimer noch vor wenigen Wochen in vertraulichem Gespräch. (Neuer Opel Astra: Wird er diesmal zum VW-Golf-Killer?)

Opel Manta wird Serienauto – aber ganz anders als erwartet

Jetzt zeigt sich: Der Mann hatte Unrecht. Und Recht zugleich. Ersteres, weil Opel-Chef Michael Lohscheller (52) jetzt einen neuen Opel Manta als Serienauto angekündigt hat. „Der höchst emotionale Manta kommt in einer rein elektrischen Version zurück“, erklärte er im Rahmen einer PR-Veranstaltung und versprach den Manta-e für Mitte dieses Jahrzehnts. Er selbst wird dessen Einführung nicht mehr erleben, zumindest nicht als Opel-Chef, denn am 1. September 2021 wird Uwe Hochgeschurtz sein Nachfolger. Dass vor allem auch der blaffende Opel-Manager richtig lag, müssen Fans beim Anblick des ersten Computer-Renderings des Autos einsehen: Da ist nämlich nicht mehr das quietschgelbe, lustige Coupé zu sehen, das jetzt wochenlang durch die Medien fuhr und tatsächlich an Manni Mantas Disco-Abschleppwagen erinnerte, sondern eine ganz andere Art von Auto. (Opel Mokka-e im Test: Ein absoluter Hingucker – doch der Antrieb des kleinen SUV enttäuscht)

Opel Manta-e Concept
Herbe Enttäuschung für Coupé-Fans: der Opel Manta-e Concept © Opel Automobile GmbH

Opel Manta wird Serienauto – aber das ist nur die halbe Wahrheit

Kein Manta-Witz: Der Neue wird ein weiteres SUV. Mit schlanken Coupé-Linien natürlich, wie es sich für solche Crossover derzeit gehört, aber eben trotzdem ein höher gelegter Viertürer für die Familie. Der Ford Mustang, der mit seiner Elektrifizierung zum Mach-E mutierte, lässt grüßen. Natürlich wird dieses Design-Konzept bis zur Serienreife noch geerdet, aber ein würdiger Erbe des Kultmobils der 70-er und 80-er würde anders aussehen. Eher wirkt es so, als habe jemand auf ein Modell, das sowieso vorgestellt werden sollte, noch schnell „Manta“ geschrieben. (Manta unter Strom: Opel verrät wichtige Details zum elektrischen Coupé)

Manta wird Serienauto – und Opel zur rein elektrischen Marke

Denn dass Opel ohnehin ein neues Modell präsentieren wollte, ist klar. Visualisiert es doch die andere große Nachricht des Autobauers: 2028 reiht sich Opel in die Riege der Hersteller wie Audi ein, die dann nur noch rein elektrische Modelle verkaufen wollen. Damit dürfen die Rüsselsheimer im Stellantis-Konzern den sauberen Vorreiter geben. Andere Marken werden wohl folgen, wie die aktuellen Marken-Claims vermuten lassen, etwa „Citroën Electric: Well-Being for All!” Manche der insgesamt 14 Marken werden aber angesichts ihrer Märkte und Käufer noch länger auch mit Sprit fahren, selbst wenn Jeep etwa „Zero Emission Freedom”, also Freiheit ohne Emissionen, beschwört. (Elektroauto „Höga“ bald bei Ikea? US-Student entwirft preiswerten City-Stromer)

Opel Manta wird Serienauto – und soll Chinesen begeistern

Mit Opel hat Stellantis-CEO Carlos Tavares (62) hingegen die perfekte Marke als Speerspitze für die Elektrifizierung auserkoren. Sie ist, teils unter dem Namen Vauxhall, vor allem in Ländern wie Deutschland präsent, in denen sich Stromer gerade etablieren. Zudem sollen sich die Rüsselsheimer künftig im Elektro-affinen China beweisen: ein Markt, auf dem SUV überaus beliebt sind, aber Coupés leider gar nicht. Das dürfte einer der Gründe dafür sein, besagten Crossover zu planen, der jetzt eben Manta heißt. Technisch wird er auf einer der vier neuen Elektro-Plattformen des Konzerns beruhen, wahrscheinlich auf jener für kompakte und etwas größere Modelle mit der Bezeichnung STLA Medium. Das würde eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern bedeuten und die Möglichkeit, den Manta-e mit Front- oder Allradantrieb auszurüsten. Oder auch Heckantrieb: Den braucht Manni Manta, um mit den Reifen Donuts auf den Supermarkt-Parkplatz zu brennen.

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