Japanisches Erfolgsmodell

Neuer Nissan Qashqai: Eine Motorvariante fährt sich wie ein E-Auto – ist aber keins

Fahraufnahme eines getarnten Nissan Qashqai der dritten Generation
+
Die dritte Generation des Nissan Qashqai soll im Frühjahr 2021 zu den Händlern rollen.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
    schließen

Nissan bringt nächstes Jahr die dritte Generation des Qashqai auf den Markt. Der Crossover kommt auch mit einem interessanten Elektrokonzept.

Yokohama – Für Nissan ist der Qashqai ein echtes Erfolgsmodell. Seit der Markteinführung 2007 wurden weltweit mehr als fünf Millionen, in Europa über drei Millionen Stück verkauft. Zwar sind die Prototypen der neuesten Generation noch im schwarzweißen Tarnkleid unterwegs – aber dennoch lässt sich bereits erahnen, dass sich der Neue zumindest äußerlich in den Proportionen nicht grundlegend vom Vorgänger unterscheidet. Die Dimensionen sind leicht gewachsen: So nahm die Länge des Nissan Qashqai um 21 Millimeter auf 4.429 Millimeter zu, die Breite um 32 auf 1.838 Millimeter. Bei der Höhe legte Nissans Bestseller von 1.590 Millimeter auf 1.615 Millimeter zu. Einen kleinen Zuschlag dürfte es auch für den Innenraum geben: Der Radstand dehnte sich um 20 Millimeter auf 2.666 Millimeter. Dazu gibt es größere Räder.

Neuer Nissan Qashqai: Eine Motorvariante fährt wie ein E-Auto – ist aber keins

Auch ansonsten, versichert Marco Fioravanti, Vizepräsident von Nissan Europa, hat sich Grundlegendes geändert. Bei der Karosserie etwa: Die Heckklappe besteht nun aus Kunststoff-Verbundmaterial, die Türen, vorderen Kotflügel und die Motorhaube sind aus Aluminium. Allein das spart gegenüber der Vorgängerversion 23,6 Kilogramm Gewicht ein. Gestiegen ist der Anteil an hochfesten Stählen in der Fahrzeugstruktur – laut Nissan um 50 Prozent. Das sowie der Einsatz von neuen Stanz- und Verbindungstechniken sorge für eine deutlich bessere Crash-Struktur und Steifigkeit der Karosserie. (Polizei legt Nissan von Tuner (25) still – Folierer hilft mit Spendenaktion)

Nissans neuer Qashqai baut zudem auf einer völlig neuen Plattform auf, die in der gesamten Allianz von Nissan, Renault und Mitsubishi eingesetzt werden wird. In Europa feiert die CMF-C-Plattform mit dem Qashqai Premiere. Die einst eher eckige Grundstruktur der Plattform ist nun homogener und soll über die Knautschzonen bei einem Aufprall entstehende Kräfte besser absorbieren. Nebenbei ist die gesamte Rohkarosserie nun 60 Kilogramm leichter. (Besitzer von nissan.com tot: Jahrelanger Rechtsstreit mit dem Autokonzern)

Angeboten wird der neue Nissan Qashqai mit zwei Motorvarianten.

Neuer Nissan Qashqai: Zwei Motorvarianten – und Allradantrieb als Option

Nissan wird den Qashqai mit zwei Motorvarianten anbieten. Da ist einmal ein 1,3-Liter-Benziner mit Mild-Hybrid-System und einem Leistungsangebot von 138 bis 155 PS. Dazu gibt es wahlweise manuelles Schaltgetriebe oder CVT-Automatik. Vorderradantrieb wird die Regel sein, aber auf Wunsch ist auch Allrad möglich. Im Unterboden des Benziners stecken ein Lithium-Ionen-Akku und ein riemengetriebener Generator zur Rückgewinnung von Bremsenergie. Die rekuperierte Energie kann in dem 12-Volt-System die elektrischen Motorsysteme versorgen und die Start-Stopp-Phasen verlängern. Außerdem liefert der Mild-Hybrid zusätzliches Drehmoment beim Beschleunigen und macht „Segeln“ möglich: Das Fahrzeug wird nicht vom Motor abgebremst, sobald man vom Gas geht, sondern rollt aus eigenem Schwung und benzinsparend weiter. (Nissan Ariya: Wenn sich der Fahrer dem Elektro-SUV nähert, passiert DAS)

Die zweite Antriebsvariante hat Nissan „e-Power“ getauft und ist im Grunde ein Elektromotor mit einem Benzinmotor als Range Extender. Angetrieben wird der Nissan Qashqai dabei über die Vorderräder und ausschließlich per Elektromotor, der auf eine Leistung von 188 PS kommt. Der Verbrenner ist dabei nicht mit den Rädern verbunden, sondern versorgt als Generator regulär den Akku, bei hohem Leistungsbedarf aber auch den Elektromotor direkt mit Strom. Entsprechend kann der Benziner ständig im verbrauchsgünstig optimalen Drehzahlbereich laufen. Nissan verspricht dementsprechend auch, dass sich der neue elektrische Qashqai wie ein reiner Stromer fahren lässt: Mit zügiger und gleichmäßiger Beschleunigung ohne Gangwechsel. Netter Nebeneffekt des Antriebkonzepts: keine Probleme mit der Reichweite. Zur Not hilft ein kurzer Stopp an der Tankstelle.

So sieht die aktuelle Generation des Nissan Qashqai aus – sie wird im Frühjahr 2021 abgelöst.

Neuer Nissan Qashqai: Diese Variante wird es künftig nicht mehr geben

Modifiziert wurden darüber hinaus Radaufhängung und Lenkung. Vorne wie hinten sorgen MacPherson-Federbeine für den Kontakt zur Straße, hinten gibt es je nach Bereifung und Antriebsachse eine Verbund- oder Mehrlenkerachse. Ausgebaut hat Nissan beim Qashqai auch das Angebot an Assistenzsystemen. Der „ProPilot mit Navi-Link“ bietet etwa eine automatische Regelung der Geschwindigkeit bis hin zum Stillstand im Stau, aber auch eine Funktion, die das Tempo vor engen Kurven und Ausfahrten automatisch anpasst oder bei einem Spurwechsel in die Lenkung eingreift, falls sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel befindet. Neu beim Nissan Qashqai sind auch Scheinwerfer, die aus zwölf einzelnen LED-Elementen bestehen, bei Gegenverkehr gezielt einzeln deaktiviert werden können und so die Fahrbahn optimal ausleuchten, ohne entgegenkommende Autofahrer zu blenden.

Wenn alles so läuft wie geplant, wird die dritte Generation des Crossovers ab Anfang nächsten Jahres bestellbar sein und ab Ende Frühjahr 2021 bei den Händlern stehen. Eine Version als Siebensitzer wie den Nissan Qashqai+2 soll es künftig nicht mehr geben. (Jürgen Wolff / press-inform)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare