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Moke: Neuauflage des Kultflitzers – das unterscheidet ihn vom Original

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Von: Sebastian Oppenheimer

„Keine Türen, kein Dach, keine Sorgen“, lautete das Motto des legendären Mini Moke. Nun kehrt der Kultflitzer zurück – gebaut von einem britischen Zulieferer.

Northamptonshire (Großbritannien) – Bereits 2014 hatte der chinesische Autobauer Cherry probiert, dem legendären Mini Moke neues Leben einzuhauchen. Der Versuch einer Neuauflage brachte allerdings nicht allzu viele Exemplare auf die Straßen. Jetzt soll der Moke endgültig zu einem britischen Kultfahrzeug werden – erst einmal ohne Elektroantrieb. Damit wäre der skurrilste Mini aller Zeiten wieder auf seinen kleinen Rädern unterwegs – allerdings nicht mehr unter der Marke Mini und auch nicht unter dem Dach des chinesischen Autobauers Cherry, sondern nun unter dem Label von Moke International. Kein anderer als Mini-Vater Alec Issigonis (81, † 1988) hatte den britischen Winzling vor rund 60 Jahren für die British Motor Corporation (BMC) entworfen. Zwischen 1963 und 1992 wurden knapp 50.000 Exemplare des Moke produziert. Das Auto ohne Dach wurde bald zum Sinnbild-Vehikel für die Beachboy-Generation. „Keine Türen, kein Dach, keine Sorgen“, so das Motto. (Isetta mit E-Motor im Test: So fährt sich das Retromobil von Microlino)

Ein grüner Moke
Der legendäre Moke erfährt eine Neuauflage – allerdings nicht mehr unter der Marke Mini. © Moke International

Moke: Neuauflage des Kultflitzers – das unterscheidet ihn vom Original

Nun, 25 Jahre, nachdem der letzte Moke in Portugal vom Band gelaufen ist, soll es nun eine echte Neuauflage geben – produziert beim britischen Autozulieferer Fablink. Der britische Designer Michael Young hat dem offenen Viersitzer eine kleine Auffrischung verpasst. Seit der zaghaften Wiederbelebung der Marke im Jahr 2017 war die Produktion von Moke International zwischen den Midlands und Frankreich angesiedelt, wobei die ersten Fahrzeuge in Großbritannien entwickelt und auf dem europäischen Kontinent montiert wurden. (VW Käfer kehrt zurück – als freche China-Kopie mit kuriosem Namen)

Der vollständige Umzug zurück nach Großbritannien wurde durch Zuschüsse der britischen Regierung aus dem „Niche Vehicle Network“ sowie durch das jüngste Handelsabkommen ermöglicht, das britischen Automobilunternehmen zollfreien Zugang zu EU-Märkten gewährt. Dies ist auch auf die starke Nachfrage nach dem Moke als ultimatives Strand- und Landhausfahrzeug zurückzuführen, was zur Schaffung neuer Arbeitsplätze geführt hat.

Ein orangefarbener Moke zwischen einem weißen und einem gelben Modell
Moke-Interessenten können aus einer breiten Palette von Farben und Ausstattungsoptionen wählen. © Jonathan Fleetwood/Moke International

Moke: Neuauflage des Kultflitzers wird von Zulieferer in England produziert

Die Fablink Group mit Hauptsitz in Northamptonshire, England, ist ein führender Autozulieferer. Die Fablink Group bietet umfassende Design-, Fertigungs- und Konstruktionsdienstleistungen für einige große Automobilhersteller, darunter Jaguar Land Rover und Morgan. Das Unternehmen verfügt über eine Produktionsfläche von über 45.000 Quadratmetern und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter an sechs britischen Standorten. Das langfristige Engagement des Unternehmens für die Moke-Fertigung spiegelt sich in Investitionen in moderne Fertigungskapazitäten und -verfahren wider, die eine flexible Reaktion auf die Kundennachfrage gewährleisten sollen. (Mini Cooper S 5-Türer im Test: Modellpflege bringt längst überfällige Funktionen)

Ein Mini Moke
Der Mini Moke wurde von Alec Issigonis für die British Motor Corporation (BMC) entworfen. © BMC

Moke: Neuauflage des Kultflitzers – viele Möglichkeiten zur Individualisierung

Die neue Version ist mit 3,23 Metern um 19 Zentimeter länger als der Urahn. Ähnlich sieht es bei der Breite von 1,66 Metern (plus 30 Zentimeter) und der Höhe von 1,56 Metern (plus acht Zentimeter) aus. Moke-Interessenten können eine breite Palette von Farben und Ausstattungsoptionen für das gesamte Fahrzeug festlegen. Dazu gehören neben den 13 Standardfarben konfigurierbare, individuelle Farbtöne für Chassis, Stoßfänger, Mittelstreben und Kühlergrill – und damit unbegrenzte Möglichkeiten, das ikonische Design des Moke individuell zu interpretieren.

Im Juli lud die Marke Fans und Kunden ein, mit einer limitierten Military-Spec-Kollektion auf Kommandotour zu fahren, die an den ursprünglichen Auftrag der Design-Legende Sir Alec Issigonis erinnerte: Nämlich ein Fahrzeug zu entwerfen, das robust genug ist, um für Einsätze hinter den feindlichen Linien aus einem Flugzeug abgeworfen werden zu können. Ausgehend von diesen funktionalen Ursprüngen hatte der einstige Mini Moke schnell die Fantasien der glamourösen Weltöffentlichkeit erobert. Die Beatles, die Beach Boys und sogar Brigitte Bardot waren von dem offenen Vergnügen und der Freiheit des Wagens begeistert und schon bald wurde er zum ultimativen Shuttle zwischen Strandhaus und Meer. Einige Hotels in Asien oder der Karibik haben die Mokes bis heute als Shuttles im Einsatz.

Ein Mini Moke
Der Mini Moke wurde schnell zum ultimativen Shuttle zwischen Strandhaus und Meer. © BMC

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Moke: Neuauflage des Kultflitzers – das soll der kleine Brite kosten

Das Fahrzeug ist im Vergleich zu seinem Ursprungsmodell nur leicht gewachsen und hat einige dezente Komfortdetails bekommen. So bietet der mindestens 20.000 britische Pfund (rund 23.400 Euro) teure Moke unter anderem Servolenkung, eine beheizbare Windschutzscheibe und etwas mehr Platz im Innern. Angetrieben wird er von einem 1,1 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit 50 kW / 68 PS und einem schmalen Drehmoment von 93 Nm. Die Leistung wird über eine Fünfgang-Handschaltung oder eine Viergang-Automatik an die Vorderachse übertragen. Das reicht für knapp 110 km/h. Wann genau die Elektroversion Premiere hat, ist noch nicht entschieden. Fahrzeuggröße, Einsatzzweck und Plattform sprechen ebenso wie die immer strenger werdenden rechtlichen Vorgaben jedoch dafür. (Von Patrick Solberg/press-inform)

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