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Mercedes bringt neuen Maybach – doch sein Motor ist den Schwaben unangenehm

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Von: Marcus Efler

Mercedes tritt mit seinem neuen Maybach S 680 in Deutschland sehr zurückhaltend auf. Warum bloß? Liegt’s vielleicht am Motor?

Stuttgart – Einst flog der erste Maybach unter Mercedes-Regie von einem Luxusdampfer per Hubschrauber ins Bankenviertel von Manhattan ein, und den Zuschauern standen die Münder offen. Heute sieht es anders aus: Ohne jegliche Außenwirkung rollte Daimlers neue Top-Limousine nach ihrer Weltpremiere auf der Messe „Auto China“ im vergangenen Herbst in die Modellpalette ein. Der Grund für die Zurückhaltung steckt unter der Motorhaube des Mercedes S 680 Maybach: Da werkelt doch tatsächlich ein Triebwerk, das es sonst bei keinem Modell aus dem Daimler-Konzern mehr gibt. (Einzigartiges Maybach 57 S Coupé zum Kauf angeboten– gebaut wurde es für einen Diktator)

Mercedes bringt neuen Maybach – doch der Motor ist den Schwaben unangenehm

Nämlich ein Zwölfzylinder-Motor, sechs Liter groß, 612 PS stark, und frei von jedem Hybrid-Verdacht. Ein Verbrennungsmotor der Extraklasse, früher Imageträger der Stuttgarter – heute aber eher etwas peinlich für einen Autohersteller, der den Wandel zum ökologisch korrekten, elektrisch getriebenen Mobilitätsanbieter forciert. Würde sich das Aggregat nicht auf dem wichtigen chinesischen Automarkt noch gut verkaufen, wäre er längst ins Mercedes-Museum verschwunden. Jetzt aber kann man dieses Wunderwerk des Maschinenbaus noch auf öffentlichen Straßen bewundern: Zwischen 2.000 und 4.000 Touren steht das maximale Drehmoment von 900 Nm zur Verfügung, das die exklusivste aller S-Klassen zu sportlichen Höchstleistungen katapultiert. Aus dem Stand geht es in 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Etwas überraschend wird bei 250 km/h abgeregelt. Der Normverbrauch: 13,3 Liter Super auf 100 Kilometer. Erstmals ist ein V12-Aggregat der Schwaben obligatorisch auch an einen Allradantrieb gekoppelt. (Mercedes-Maybach GLS 600: So was gibt’s nicht mal in Bentley und Rolls-Royce)

Mercedes Maybach S 680, fahrend

Automobiler Luxus: der Mercedes Maybach S 680 © Mercedes-Benz AG

Mercedes bringt neuen Maybach – erfreut sich in China großer Beliebtheit

Im Gegensatz zur ersten Maybach-Generation ist auch der Neue, den es ebenfalls mit dem 503 PS starken Achtzylinder des S 580 gibt, freilich kein eigenständiges Modell mehr. Sondern nur noch eine luxuriöse Ausstattungsvariante, die sich in China einer großen Beliebtheit erfreut. Dort wird die Maybach-S-Klasse auch mit dem Reihensechszylinder des S 500 zu bekommen sein. In Deutschland liegen die Preise von Maybach S 680 4matic und S 580 4matic bei 217.323 bzw. 164.565 Euro. Doch damit sind die beiden XXL-Modelle bei Weiten nicht komplett ausstaffiert. So gibt es auch bei der neuen Maybach-S-Klasse auf Wunsch Zweitonlackierung (ab 14.875 Euro) sowie Hinterachslenkung (1.547 Euro), digitale LED-Scheinwerfer, Fond-Entertainment oder die über 3.800 Euro teuren silbernen Champagnerkelche. Wie von Geisterhand lassen sich per Geste unter anderem die Sonnenrollos oder das Panoramadach steuern. Sonderwünsche? Jederzeit herzlich gerne, mit besten Grüßen nach Crewe und Goodwood, wo Bentley und Rolls-Royce residieren. (Extrem teuer – und oft extrem überflüssig: die kuriosesten Extras in Luxusautos)

Fond des Mercedes Maybach S 680

Schlafabteil und Büro: der Fond des Mercedes Maybach S 680 © Mercedes-Benz AG

Mercedes bringt neuen Maybach – schöne Grüße an Rolls und Bentley

Im Vergleich zur langen Mercedes S-Klasse verfügt die Maybach-Version über einem um 18 Zentimeter verlängerten Radstand, der vollständig den Fondpassagieren zugutekommt. Obligatorisch sind Executive Sitze und ein spezielles Chauffeur-Paket, womit es sich im Fond besonders kommod reisen und arbeiten lässt. „Mercedes-Maybach steht für ‚Sophisticated Luxury‘, für höchste Exklusivität bei Mercedes-Benz. Seit der Markteinführung der Mercedes-Maybach S-Klasse im Februar 2015 wurden weltweit rund 60.000 Fahrzeuge ausgeliefert“, erklärt Daimler-Vorstand Hubertus Troska, verantwortlich für China: „Die neue Mercedes‑Maybach S-Klasse definiert die Spitze des modernen Automobilbaus abermals neu.“ Und vielleicht gibt es ja beizeiten doch noch den elektrischen EQS als Maybach-Version. Dem fehlt zwar eine Langversion – dafür hat er einen Motor, den man auch als ökologisch korrekter Hersteller nicht verstecken muss. (Von Stefan Grundhoff / press-inform)

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