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Mercedes EQA: Vieles besser als beim EQC – doch hier muss der Stromer Abstriche machen

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Von: Sebastian Oppenheimer

Fahraufnahme eines weißen Mercedes EQA

Der Elektro-Crossover Mercedes EQA ist der kleine Bruder des EQC. © Mercedes-Benz

Nach dem wenig überzeugenden ersten Elektro-Crossover EQC legt Mercedes nun den EQA nach – doch eine Schwäche konnten die Ingenieure nicht ausmerzen.

Stuttgart – Der Mercedes EQA macht aus seinem Ansinnen keinen Hehl. Mit dem typischen EQ-Grill, den rundlichen Formen und den blauen Elementen zeigt der Elektro-Crossover unmissverständlich seine Zugehörigkeit zur Mercedes-Elektrofamilie. Der kleine Bruder des Debütfahrzeugs Mercedes EQC erreicht einen cW-Wert von 0,28. Das ist ein wichtiger Stellhebel, um den Stromverbrauch möglichst gering zu halten. Ermöglicht wird dies unter anderem durch Luftleitsysteme am Unterboden. „Wir haben die Aerodynamik beim EQA komplett digital entwickelt“, erklärt Jochen Eck, Leiter Gesamtfahrzeugversuch Compact Cars. Damit sparten die Schwaben Geld, was im Ländle immer besonders gut ankommt, und verkürzten die Zeit zur Serienreife. (Mercedes EQC: Diese Reichweite des Elektro-SUV ist im Alltag realistisch)

Mercedes EQA: Vieles besser als beim EQC – doch hier muss der Stromer Abstriche machen

Außerdem hat man bei der Entwicklung des Mercedes EQA auf die Kunden gehört. Die wünschten sich vor allem mehr Raum. Das liefert der Baby-EQC. Außerdem besinnen sich die Schwaben auf ihre Kernkompetenzen: darunter Komfort und Praktikabilität. „Im Innenraum wird es besonders leise sein“, freut sich Produktmanager Marius Philipp. Um die Sounds of Silence zu erreichen, investierten die Ingenieure einiges an Hirnschmalz und entkoppelten den elektrischen Antrieb von Fahrwerk sowie Karosserie. Zahlreiche Dämmmaßnahmen erledigen den Rest. Auch andere Kleinigkeiten machen dem Fahrer das Leben leichter. Der Seitenschweller ist in die Tür integriert und verhindert dreckige Hosenbeine beim Ein- und Aussteigen. (Mercedes EQA: Darum muss man im Elektro-SUV aus Stuttgart kaum noch bremsen)

Fahraufnahme eines weißen Mercedes EQA

Im Gegensatz zum VW ID.4 basiert der Mercedes EQA nicht auf einer reinen Elektroplattform. © Mercedes-Benz

Mercedes EQA: Der Baby-EQC steht nicht auf einer reinen Elektroplattform

Alles wunderbar. Doch der Mercedes EQA steht wie der EQC – und anders als der VW ID.4 – auf keiner reinen Elektro-Plattform. Auch wenn die MFA2-Plattform schon bei der Konzeption als Hybridarchitektur ausgelegt war, die sowohl für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch für Batteriefahrzeuge geeignet ist, bleibt sie gegenüber den rein elektrischen Plattformen immer ein Kompromiss, da zum Beispiel manche Verbraucher nicht ausschließlich für die Elektroversion konstruiert werden können. Bei der Entscheidung für MFA2 spielten Zeit und Geld eine Rolle. Deswegen sind beim EQA auch lediglich Voll LED-Scheinwerfer vorgesehen und kein Matrix LED-Licht. (BMW i4: Das neue E-Auto soll dieses Konkurrenzmodell zurückdrängen – so stehen seine Chancen)

Gebaut wird der Mercedes EQA in Rastatt und Peking. Die Batteriesysteme für den den Stromer liefert die Mercedes-Benz-Tochter Accumotive in Kamenz. Auch die Batteriefabrik im polnischen Jawor bereitet sich laut dem Hersteller auf die Produktion von Batteriesystemen für die kompakten Mercedes-EQ Modelle vor.

Mercedes verspricht beim EQA 250, bei dem 140 KW (190 PS) an der Vorderachse zerren, einen Stromverbrauch von 15,7 Kilowattstunden pro 100 Kilometer und dank der 66,5 kWh-Batterie eine Reichweite von 486 km (NEFZ). Später folgen noch stärkere Modelle mit mehr als 200 kW (272 PS), Allradantrieb und größeren Batterien, mit denen dann auch die 500-Kilometer-Reichweitengrenze geknackt werden soll. Die Energierückgewinnung geschieht in drei Stufen. Beim automatischen Rekuperieren haben sich die Schwaben ebenfalls verbessert und die Zusammenarbeit der Systeme mit dem Navigationssystem perfektioniert. Auch One-Pedal-Fahren ist möglich.

Blick in den Innenraum des Mercedes EQA

Im Innenraum des EQA gibt es die gewohnt solide Mercedes-Kost. © Mercedes-Benz

Mercedes EQA: So viel kostet die Basisversion des Stromers aus Stuttgart

Spannend sind auch die Software-Algorithmen, wenn’s ums Laden auf einer längeren Tour geht. Da werden Parameter wie die Topografie der Route und das Wetter mit einbezogen. Die oberste Prämisse ist die Reisezeit und die soll natürlich so kurz wie möglich gehalten werden. Deswegen kann es sein, dass das System mehrere kurze Tankstopps vorschlägt anstelle eines langen. Das Interieur bietet beste Mercedes-Kost: große Monitore und solide Handwerkskunst. Wer mag, kann sich Stoffe, die aus recycelten PET-Flaschen bestehen, ins Auto holen. Beim Kofferraum gibt es gegenüber dem Mercedes GLA aufgrund der fehlenden Cargo-Position der Rückbank ein paar Volumenabstriche: Beim EQA fasst das Gepäckteil zwischen 340 bis 1.320 Liter bei umgelegten Rücksitzlehnen. Im Frühjahr kommt der Mercedes EQA 250 zu einem Preis von 47.540,50 Euro (vor Förderung) auf den Markt. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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