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McLaren 765LT Spider: Briten bauen stärkstes Cabrio aller Zeiten

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Von: Marcus Efler

Ein Grundmodell, viele Ableger: Mit dem Porsche-Prinzip jagt McLaren die Sportwagen-Konkurrenz. Neuester Streich? Der McLaren 765LT Spider mit Faltdach.

Woking (Großbritannien) – Zunächst die gute Nachricht: Noch ist der neue McLaren 765LT Spider nicht ausverkauft. Wie vom Coupé werden von der offenen Version des Über-Cabrios aber lediglich 765 Stück gebaut. Man sollte also schnell sein, wenn man ein Exemplar ergattern will und muss zudem noch Geduld mitbringen, denn die Quote für dieses Jahr ist bereits ausverkauft. Der Preis? 369.000 Euro. (McLaren Senna Can-Am: Darum kostet dieser Supersportler mehr als drei Millionen US-Dollar)

McLaren 765LT Spider: Briten bauen stärkstes Cabrio aller Zeiten

Das Geschäftsmodell der Briten entspricht dem, das Porsche beim 911 fährt: Ein Basismodell wird mit Modifikationen an Karosserie und Motor zu vielen weiteren Typen aufgefächert, die sich mit ordentlichem Aufschlag verkaufen lassen. Bei den LT-Modellen (für Longtail, also langes Heck) sieht das dann so aus: mehr Kraft, weniger Gewicht und eine ausgefeilte Aerodynamik. Mit 765 PS und einem maximalen Drehmoment von 800 Newtonmetern bringt der V8-Biturbo im Heck des 765LT Spider logischerweise 45 PS mehr auf die Straße als sein Bruder im 720S Spider. Voilà: „McLarens stärkster Spider aller Zeiten“, wie der Hersteller jubelt. (Teure Supersport-Legende: McLaren F1 kostet „zwei Milliarden“ – aber in Pennies)

McLaren 765LT Spider, fahrend, aus der Vogelperspektive
Blau, stark, offen: Der McLaren 765LT Spider © Beadyeye/McLaren

McLaren 765LT Spider: Klima und Sound nur auf Wunsch, aber gratis

Mit dem bloßen PS-Tuning ist es bei einer LT-Version nicht getan. Eine andere wichtige Stellschraube, um die agilitätshungrige Klientel zufriedenzustellen, ist das Gewicht. Serienmäßig kommt der McLaren 765LT Spider daher ohne Klimaanlage und Soundsystem, beides kann aber ohne Aufpreis geordert werden. Der Klassiker bei der McLaren-Auto-Diät sind die Aluminiumfelgen, die mitsamt den Pirelli-Pneus 22 Kilogramm abspecken. Die Titan-Abgasanlage wiegt lediglich 10,9 Kilogramm und spart so gegenüber einer Stahlversion mehr als 40 Prozent an Gewicht ein. Dazu kommen dünnere Scheiben und im Getriebe, das um 15 Prozent schneller schaltet als das des 720S Spider, verwenden die Ingenieure Leichtbau-Materialien aus ihrer Formel-1-Sparte. (Seltener McLaren F1 wird versteigert – sein Schicksal lässt Auto-Fans nicht kalt)

McLaren 765LT Spider: Nicht mal drei Sekunden bis Tempo 100

Wo es nur geht, haben die Techniker nach Möglichkeiten gesucht, um die Masse des Boliden zu reduzieren. Das reicht von den Applikationen in den Türen bis zu einer optimierten Lithium-Ionen-Batterie, die drei Kilogramm leichter ist als das übliche Blei-Gel-Pack. Die Frontschürze spart 1,2 Kilogramm, beim Heck sind es 4,9 Kilogramm. Mit 1.388 Kilogramm wiegt der McLaren 80 Kilogramm weniger als der offene 720S. Auf Wunsch kommen dazu noch die mit 3,35 Kilogramm extrem leichten Rennsitze aus dem Hypersportler McLaren Senna zum Einsatz.

Aus dem Stand knackt der Sportler bereits nach 2,8 Sekunden die 100-km/h-Marke und ist bis zu 330 km/h schnell. Die Formel geht auch auf der Rennstrecke auf: Dank aerodynamischer Verbesserungen generiert der McLaren 765LT Spider um 25 Prozent mehr Abtrieb als ein 720S Spider und hat sich mit den besten Rundenzeiten, die je ein offener Longtail auf Rennstrecken abgeliefert hat, in die Geschichtsbücher des englischen Autobauers eingetragen. Für die entsprechende Verzögerung sorgt dann die Bremsanlage aus dem McLaren Senna. (Formel-1-Renner von Lewis Hamilton versteigert: Mega-Preis für McLaren)

McLaren 765LT Spider: Carbon-Monocoque als zentrales Element

Dazu trägt natürlich auch die Grundsteifigkeit bei, die jeder offene McLaren aufgrund seiner Architektur aufweist und deren zentrales Element ein Carbon-Monocoque ist. So mussten die Techniker kaum zusätzliche Verstrebungen verbauen, wodurch der Gewichtsunterschied zum Coupé auf 49 Kilogramm schmilzt. Außerdem öffnen sich die Flügeltüren noch etwas weiter und ermöglichen einen leichteren Ein- und Ausstieg. Damit man auch bei schlechtem Wetter und geschlossenem Carbon-Dach in den unverfälschten Genuss des inbrünstig brodelnden Achtzylinder-Dampfhammers kommt, kann man das Heckfenster versenken – dann hat die Zylindermusik freien Eintritt ins Innere. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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