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Lotus Eletre: Elektro-SUV aus der Leichtbau-Schmiede

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Seit Jahrzehnten steht der Name Lotus in der Autowelt für kleine und besonders leichte Sportwagen. Jetzt schlägt der Autobauer ein gänzlich neues Kapitel auf.

Hethel (Großbritannien) – Auch 40 Jahre nach seinem Tod ist Colin Chapmans Geist bei Lotus allgegenwärtig. Der begnadete Konstrukteur gehört zu den schillerndsten Figuren der wilden Formel-1-Ära in den 1960 und 1970er-Jahren, wo er mit extremen Boliden die Königsklasse des Rennsports in Sachen Aerodynamik und Leichtbau revolutionierte und mit seinem Lotus-Team sechs Fahrerweltmeisterschaften holte. Für Chapman fuhren solche Legenden wie Jim Clark (32, † 1968), Graham Hill (46, † 1975), Emerson Fittipaldi (75), Mario Andretti (82) und der unvergessene Jochen Rindt (28, † 1970). So erfolgreich Lotus im Motorsport war, so wechselhaft war die Geschichte des Sportwagen-Herstellers nach Chapmans Tod. Die Traditionsmarke wechselte mehrmals den Besitzer und großen Ankündigungen folgten meistens wenig Taten.

Ein Lotus Eletre
Die Front des rein elektrisch angetriebenen Lotus Eletre erinnert an Ferrari-Modelle. © Lotus

Lotus Eletre: Elektro-SUV aus der Leichtbau-Schmiede

Mittlerweile gehören dem chinesischen Hersteller Geely 51 Prozent der Lotus-Anteile. Der britische Autobauer ist damit zusammen mit Marken wie Volvo, Polestar, Lynk & Co, Zeekr sowie Geometry und anderen Teil eines Mobilitätsimperiums. Nach dem rein elektrisch angetriebenen Lotus Evija greifen die Briten jetzt mit dem elektrisch angetriebenen Hyper-SUV Eletre an, drei weitere Elektro-Asse sollen in den nächsten Jahren die Stromer-Szene aufmischen.

Der E-Crossover basiert auf der Lotus-eigenen Electric Premium Architecture (EPA). Die Plattform zeichnet sich durch einen besonders tiefen Schwerpunkt und eine große Flexibilität aus, sodass verschiedene Fahrzeugkonzepte mit verschiedenen Batteriegrößen und Antriebsmodulen realisiert werden können. Der Aufbau der Plattform verspricht dynamische Fahrleistungen und eine hohe Agilität.

Lotus Eletre: Die Front erinnert an eine Mischung aus Ferrari und Lamborghini

Die strahlt der Eletre (interner Code Typ 132) schon optisch aus. Die Front mit dem weitaufgerissenen Kühlergrill und der markanten Motorhaube ist eine Mischung aus Ferrari und Lamborghini Urus. Die coupéartige Dachlinie und das stämmige Heck des 5,10 Meter langen SUVs tun ihr Übriges. Der elektrische Antriebsstrang des Eletre passt zum Auftritt, treibt alle vier Räder an und leistet 441 kW / 600 PS, braucht von null auf 100 km/h rund drei Sekunden und ist bis zu 260 km/h schnell. Klasse Werte. Aber wenn Elektro-Sportwagen deutlich mehr als 1.000 PS auf die Straße bringen, nicht zwingend Hyper-Car-mäßig. „Die Leistung ist eine Sache, die Agilität und das Fahrerlebnis eine andere. Wir haben maximal viel Gewicht aus dem Auto genommen“, erklärt Matt Windle.

Ein Lotus Eletre
Der elektrische Antriebsstrang des Eletre treibt alle vier Räder an und leistet 441 kW / 600 PS. © Lotus

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Lotus Eletre: „Die 600 PS sind erst der Anfang“

Bei den nächsten Evolutionsstufen beziehungsweise Derivaten des Power-SUVs wird dieser Wert noch gesteigert. „Die 600 PS sind erst der Anfang“, verspricht Lotus-Chef Matt Windle. Die Akkus haben eine Kapazität von mehr als 100 Kilowattstunden, was für eine Reichweite von maximal 600 Kilometern (WLTP) reicht. Die großen Energiespeicher lassen sich mit 800-Volt-Technik auch sehr schnell laden: Eine 350-KW-Ladesäule soll in 20 Minuten Energie für 400 Kilometer Reichweite in die Energiespeicher pumpen. Da derart schnelle Stromtankstellen nicht an jeder Straßenecke stehen und viele der zukünftigen Eletre-Besitzer daheim laden werden, ist es wichtig, dass der Hyper-E-SUV mit Wechselstrom bis zu 22 kW laden kann. Auch der Tesla Roadster basierte übrigens auf einem Lotus, nämlich dem Elise – erst kürzlich wurde ein Exemplar versteigert.

Blick ins Cockpit eines Lotus Eletre
Das Cockpit des Eletre ist aufgeräumt. In der Mittelkonsole gibt es einen großen Touchscreen. © Lotus

Lotus Eletre: Lidar-System soll autonome Fahrfunktionen ermöglichen

Der Lotus Eletre soll nicht nur schnell um die Ecken flitzen, sondern auch ein Hightech-Gefährt sein. Bereits das Aktivieren des E-Boliden ist mehr Theateraufführung als Vorgang. Der Kühlergrill bewegt die Klappen, scheint zu atmen und das Auto verwandelt sich in eine Lichtorgel. Ein derart effektheischender Auftritt wird in der Geely-Heimat sicherlich gut ankommen. Drahtlose-Updates sollen den Crossover immer auf dem neuesten Stand halten.

Lotus Eletre: Das kostet das Elektro-SUV

Wichtig für den Erfolg auf Märkten wie China sind vor allem die autonomen Fahrfunktionen. Der Lotus ist bereits mit einem Lidar-System ausgestattet, das die Möglichkeiten zum Robo-Fahren ermöglicht. Die Lasereinheiten sind in das Dach und in die Kotflügel integriert und können bei Bedarf ausgefahren werden. „Man kann mit dem Auto schnell fahren oder sich fahren lassen“, gibt Matt Windle einen Ausblick in die Zukunft. Die Technik ist vorhanden und Anfang nächsten Jahres sollen die ersten Modelle zu den Händlern rollen. Den Preis von 120.000 Euro hat der Lotus-Chef im persönlichen Gespräch bestätigt. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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