Unter chinesischer Führung

Karma Revero: Kann das funktionieren? Neuauflage DIESES Flops kehrt 2021 zurück

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Der einst als Fisker Karma bekannte Hybridsportwagen steht als Neuauflage vor seinem Comeback in Deutschland. 2021 soll der einstige Elektro-Pionier als Karma Revero zurückkehren.

  • Der Vorgänger des Revero names Fiska Karma war schon 2012 auf dem Markt
  • Nach der Insolvenz von Fisker Automotive fiel das Unternehmen an die chinesische Wanxiang Group
  • Wanxiang benannte das Unternehmen 2015 in Karma Automotive um und beschloss, den Fisker Karma in technisch modifizierter Form neu herauszubringen

Irvine (USA) – US-Autobauer Karma, Tochterunternehmen der chinesischen Wanxiang Group, will 2021 sein Modell Revero auch in Deutschland, Schweiz und Österreich anbieten. Die Neuauflage des Hybridsportlers, der bereits zwischen 2011 bis 2012 als Fisker Karma bei uns verkauft zu kaufen war, soll dann in limitierter Anzahl erhältlich sein.

Der Fisker Karma von 2012 war eine Plug-in-Hybrid-Oberklasselimousine, die von zwei 150-kW-Elektromotoren (zusammen 407 PS) und einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner aus dem Hause General Motors angetrieben wurde. Im Sport-Modus liefert zur Steigerung der Leistung und zur Verlängerung der Reichweite ein Generator Strom, der vom 156 kW/212 PS starken Benziner angetrieben wird. Dieses Konzept nannte der Hersteller „EVer“ (electric vehicle extended range).

Das Karosserie-Design entwarf der Däne Henrik Fisker, der zuvor für für BMW, Ingeni – eine Ford-Tochter – und Aston Martin tätig war. Er schuf unter anderem die Designs des BMW Z8, Aston Martin DB9 Coupé und Aston Martin V8 Vantage. Henrik Fisker selbst gab als Benchmark für den Fisker Karma die 7er-Reihe von BMW und den Porsche Panamera an, ein großer Konkurrent war aber auch Tesla mit dem Model S, das im gleichen Jahr in den Verkauf ging (Tesla: 20.000-Dollar-Tesla: EINE Voraussetzung muss Elon Musk noch erfüllen).

Karma Revero: Wieso war der ursprüngliche Fisker Karma kein Erfolg?

Am Fisker Karma kritisierte die Presse damals die Geräusche des zuschaltbaren Verbrennungsmotors und die Verarbeitung der ersten Modelle (Produktionsnummern < 500). Ebenfalls wird im Modelljahr 2012 das Infotainment-System namens „Command Center“ bemängelt inklusive des darin integrierten Navigationssystems. Die technischen Probleme riefen viele Kommentare hervor, die den Fisker eher als Prototyp denn als serienreifes Automobil bezeichneten. Zwar ein wunderschön designtes Auto, war der Antriebsstrang offensichtlich nicht besonders ausgereift. Viele Kunden mussten ihre Neufahrzeuge schon sehr früh abschleppen lassen.

Die Produktion des Fisker Karma wurde im November 2012 aufgrund der Insolvenz seines Batterielieferanten A123 Systems eingestellt. Zwischen 2011 und 2012 wurden 2.450 Karmas gebaut und weltweit über 2000 Autos verkauft. Fisker Automotive geriet selbst in ernste finanzielle Schwierigkeiten und fiel letztendlich an die chinesische Wanxiang Group, die das Unternehmen 2015 als Karma Automotive neu aufstellte. (E-Autos: Reif für ein Elektroauto? Mit diesen fünf Fragen finden Sie es heraus)

Karma Automotive
SitzIrvine
Gründung2015
ChefLiang Zhou (CEO)
ProduktKarma Revero
Mitarbeiteranzahl625 (2016)

Karma Automotive: Revero startet 2021

Wie schon die ursprüngliche Fisker-Variante wird auch der modernisierte Revero von einem Vierzylinder-Turbobenziner und zwei E-Motoren angetrieben. Als Systemleistung der Modellversion GT werden 399 kW/543 PS angegeben. Die Sprintzeit auf 100 km/h soll weniger als 5 Sekunden betragen, maximal sind knapp über 200 km/h möglich. Der Revero kann auch rein elektrisch fahren, die E-Reichweite wird mit rund 130 Kilometer beziffert. Preise zum Revero nennt Karma noch nicht, doch Interessenten in Deutschland sollten mit rund 140.000 Euro rechnen (Gebrauchte Plug-in-Hybride: Bei welchen Modellen der Kauf lohnt). Was der Karma Revero nun genau besser machen soll als der Fisker Karma muss sich noch zeigen. Wir sind jedenfalls gespannt. (Mit Material von Mario Hommen/SP-X)

Rubriklistenbild: © Karma Automotive

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