Edel-Koreaner

Hyundai: Dieser Edel-Ableger will BMW, Audi und Mercedes Paroli bieten

Ein Genesis G80 steht vor eine das Bild ausfüllenden Wand.
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Mit einem überzeugenden Design ist Genesis in den USA schon erfolgreich.
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Die Schonzeit von Audi, BMW und Mercedes scheint bald vorbei zu sein. Der Hyundai-Konzern machte sich mit seinen beiden Marken Hyundai und Kia in den vergangenen zwei Jahrzehnten insbesondere im Volumensegment breit. Jetzt will man mit der Edelmarke Genesis die europäische Premiumkonkurrenz ins Visier nehmen.

  • Die Hyundai Motor Company ist der viertgrößte Autobauer der Welt
  • Mit den Marken Hyundai und Kia ist man schon in Europa vertreten
  • Genesis, die Nobelmarke des Konzerns, ist in den USA bereits erfolgreich

München – einst war der Genesis – wahlweise als Limousine oder Coupé - das Topmodell der Hyundai-Modellpalette. Das ist mehr als zehn Jahre her. Mittlerweile wurde aus Genesis eine eigene Marke – der Nobelableger des Hyundai-Konzerns, der das Markentrio aus Hyundai, Kia und eben Genesis komplett machen soll.

Hyundai-Motors
Sitz, GründungSeoul (Südkorea), 1967
ChefChung Mong-koo
MarkenHyundai, Kia, Genesis
Verkaufte Fahrzeuge 20197,19 Millionen

Nachdem es in Asien und insbesondere den USA mit dem koreanischen Designanspruch bereits prächtig läuft, herrscht in Europa bisher tote Hose. Damit soll zum Jahreswechsel 2020 / 2021 Schluss sein. Genesis will als eigenständige Marke in Europa Fuß fassen und insbesondere die deutsche Premiumkonkurrenz aus Audi, BMW und Mercedes angreifen. Auch ausländische Premiumhersteller wie Jaguar, Land Rover und Volvo dürften ein kritisches Auge nach Deutschland und in die Schweiz werfen; hier will Genesis zuerst mit ihren Verkaufsräumen starten.

Genesis: Nach langer Planung soll es 2021 in Europa losgehen

Dass Genesis endlich auch in Europa Fuß fassen will, ist nicht neu. Doch der Start verzögerte sich, weil man abwarten wollte, bis der Ableger des koreanischen Hyundai-Konzerns mit Sitz in Seoul seine neueste Modellgeneration vorgestellt hat. Den Anfang machte Anfang des Jahres der Genesis GV80, ein Luxus-SUV, der eine ernsthafte Alternative zu etablierten Baureihen wie Mercedes GLE, BMW X5 sowie Audi Q7 / Q8 sein soll. Kurz nach dem GV80 legte Genesis mit dem G80 eine Limousine der oberen Mittelklasse nach, die speziell auf Audi A6 / A7, BMW 5er und Mercedes E-Klasse / CLS abzielt.

Der im letzten Jahr ausgeschiedene Marken-CEO Manfred Fitzgerald hatte den Neuaufbau der Marke für Europa zusammen mit seinem Team mehr als zwei Jahre lang geplant. Im kommenden Jahr soll es endlich losgehen.

Genesis: Erfahrene Führungskräfte sollen schaffen, was bei anderen fehlschlug

Doch die Ausgangslage ist für Genesis – unabhängig von der aktuellen Flaute in der Autoindustrie durch die Corona-Pandemie – alles andere als einfach. Cadillac versucht es mit guten Produkten seit Jahren ebenso mit überschaubarem Erfolg wie Lexus – Nobelableger den mächtigen Toyota-Konzerns. Nachdem sich Infiniti, die Edelmarke von Nissan, bereits 2019 aus Deutschland verabschiedete und Honda seiner Topmarke Acura eine Absage für Europa erteilte, will es nun der Hyundai-Konzern mit Genesis versuchen.

Genesis will die Fehler der internationalen Konkurrenz nicht wiederholen und hatte dafür ein Team, das den europäischen Markt und speziellen diesen in Deutschland bestens kennt. Markenchef Manfred Fitzgerald, mittlerweile von William Lee abgelöst, hatte zuvor lange Jahre die Geschicke von Lamborghini mitgeleitet, Chefdesigner Luc Dunckerwolke arbeitete zuvor im Volkswagen-Konzern für Marken wie Lamborghini, Seat sowie Audi und Hyundais Kreativkopf Peter Schreyer stand vor seiner Zeit im Hyundai-Konzern ebenfalls lange in Volkswagen-Diensten. Seit mehr als zwei Jahren kommen nicht nur kreative Ideen aus ehemals deutscher Hand. Alfred Biermann, aktueller Entwicklungs-Chef bei Hyundai und damit auch für Genesis verantwortlich, hatte zuvor jahrzehntelang führende Positionen bei BMW inne.

Genesis: Am Design soll es nicht scheitern

Die Koreaner setzen bei der Erstpositionierung von Genesis auf die drei Säulen Design, Marke und Technologie. In Sachen Design muss man sich angesichts des Portfolios keine ernsthaften Sorgen machen und auch bei der Technik sollte es Dank jahrzehntelanger Erfahrung ebenfalls klappen. Die neuen Genesis-Modelle GV80 und G80 versprechen allemal Aussicht auf Erfolg. „Der Kern unserer Marke liegt im G80“, sagt William Lee, Executive Vice President und Chef der Marke Genesis, „dieses Segment stellt den Ausgangspunkt dar und wir freuen uns, dass unser neuestes Angebot eine perfekte Balance zwischen anspruchsvollem Luxus und inspirierender Leistung für unsere Kunden erreicht.“

Im aufgeräumten Innenraum des G80 fallen Lenkrad und Bildschirm mit ihrem synchronisierten, horizontalen Design auf.

Wie schon beim GV80 bietet der G80 elegante Proportionen und ein auffälliges Lichtdesign, das von zwei markanten LED-Streifen dominiert wird, die die Blinker bilden. Die Front mit den vier LED-Augen und einem gewaltigen Wabenkühlergrill lässt Audis Singleframe ebenso blass aussehen, wie die üppigen Nieren von BMW.

Mit einem überzeugenden Design ist Genesis in den USA schon erfolgreich.

Von der Seite präsentiert sich der fünf Meter lange G80 als Mischung aus eleganter Fließhecklimousine und sportlichem Coupé auf standesbewussten 20-Zöllern – Porsche Panamera oder Audi A7 lassen grüßen.

Ab Ende 2021 sind erste Elektromodelle geplant und es bleibt abzuwarten, ob die coole Kleinwagenstudie des Genesis Mint die Chance auf eine Serienumsetzung hat.

Das Genesis Mint Concept zeigt, dass Genesis weder auf den Verbrennungsmotor noch auf Limousinen und SUV festgelegt ist.

„Das Mint-Konzept trennt die physischen Abmessungen des Fahrzeugs von seiner Positionierung als Premium-Produkt, das das Stadtauto bis heute prägt“, so Chefdesigner Luc Donckerwolke. Die Studie ist mehr Design-Vorbote denn Technologieträger, so erklärt sich auch das generelle Motiv der „sportlichen Seite der athletischen Eleganz“. Das Interieur soll Rückzugsraum, Wohlfühloase und Kommandozentrale in einem sein. Deswegen ist das Cockpit auch möglichst weit entschlackt.

Mit Material von Stefan Grundhoff (press-inform)

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