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Fox E-Mobility Mia 2.0: Wiederauferstehung mit ungewöhnlichem Raumkonzept

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der erste Versuch, mit dem Mia Citycar einen Microbus mit Elektroantrieb auf Europas Straßen zu bringen, scheiterte. Jetzt feiert das Projekt seine Auferstehung.

München – Diesmal soll alles anders werden. Als der ehemalige Volkswagen-Designer Murat Günak zusammen mit einigen Investoren 2010 einen elektrischen Dreisitzer namens Mia vorstellte, jubelten die einen und andere schüttelten verstört den Kopf. Die Idee war pfiffig, das Design mutig und der Preis günstig. Doch Mia floppte und verschwand nach gerade einmal 1.600 produzierten Fahrzeugen 2014 wieder von der Bildfläche. Rund 1.200 elektrische Cityflitzer düsen noch heute vorrangig durch Frankreich. Kein Wunder: Produziert wurde der Dreisitzer beim Karosseriespezialisten Heuliez. (Neuer Sono Sion: So schlägt sich das kleine Elektroauto aus München)

Fox E-Mobility Mia 2.0: Wiederauferstehung mit ungewöhnlichem Raumkonzept

In zwei Jahren soll der neue Mia 2.0 auf die internationalen Märkte kommen und dabei vom elektrischen Rückenwind, stattlichen Kaufsubventionen und einem unveränderten Konzept profitieren, von dem die Verantwortlichen von Fox E-Mobility überzeugter denn je sind. Mia 2.0, das ist zunächst einmal die Firma Fox E-Mobility mit Sitz in München. „Unser neues Unternehmen entstand Ende des vergangenen Jahres aus einem sogenannten ‚Reverse Merger‘ der Fox Automotive Switzerland und der Catinum AG und ist seitdem auch an der Börse Düsseldorf gelistet“, erläutert CEO Philippe Perret. (Audi quattro kommt als E-Auto wieder – allerdings nicht von Audi)

Ein Fox E-Mobility Mia 2.0
Fox E-Mobility Mia 2.0: Die erste Generation namens Citycar war ein Flop – das neue Modell soll ein Erfolg werden. © Fox E-Mobility

Das Fahrzeug selbst ist komplett neu und doch moderner als vor zehn Jahren. Der Mia ist ein knackiger Microvan mit kurzen Überhängen, langem Radstand und zwei Schiebetüren. Er soll als Ein- bis Dreisitzer private wie gewerbliche Kunden nicht nur mit seinem Elektroantrieb, sondern auch seiner effizienten Raumausnutzung locken. Vorne gibt es für den Fahrer nur einen einzelnen Sitzplatz mit Steuerstand, dahinter gibt es Platz für zwei oder drei weitere Insassen, während der Ein- und Ausstieg wie beim ersten Versuch des Mia-Mobils über zwei Schiebetüren funktioniert. Neben der reinen Pkw-Variante ist eine Version für gewerbliche Nutzung gesetzt, die gerade für Lieferdienste interessant sein dürfte.

Fox E-Mobility Mia 2.0: Elektro-Microbus für weniger als 10.000 Euro?

In seiner zweiten Generation ist der Mia 2.0 nicht nur moderner, sondern auch markanter geworden. Dafür sorgen nicht nur die LED-Leuchteinheiten vorne wie hinten, sondern auf Wunsch eine Zweitonlackierung, die an die Tridion-Sicherheitszelle des Smart Fortwo erinnert. Die Reichweiten des Elektromodells liegen dabei je nach Akkugröße zwischen 200 und 400 Kilometern. Der Basispreis: 16.000 Euro. Abzüglich der jeweiligen Subventionen könnte der Mia 2.0 sogar unter die 10.000-Euro-Grenze rutschen und nicht zuletzt mit niedrigen Unterhaltskosten punkten. (Opel Manta-e geht in Serie – aber komplett anders als erwartet)

Mehrere Fox E-Mobility Mia 2.0 stehen in einer Reihe
Je nach Akkupaket soll der Mia 2.0 eine Reichweite zwischen 200 und 400 Kilometern haben. © Fox E-Mobility

Bereits in seinem ersten Produktionsjahr soll bei einem noch nicht festgelegten Fertigungspartner wie Magna, Valmet oder Nedcar eine fünfstellige Zahl des Elektroflitzers vom Band laufen lassen. Noch größer sind die Pläne für die Jahre danach. Und wenn es trotz der umfangreichen Planungen doch kein Erfolg werden sollte – 95 Prozent des Fahrzeugs sind recyclebar. Erst jüngst verkündete Marken-CEO Philippe Perret, mit Inobat einen Partner für die Batterieversorgung gefunden zu haben. Inobat soll Fox E-Mobility und den Mia 2.0 bis 2030 mit Akkupaketen versorgen.

Fox E-Mobility Mia 2.0: Verzicht auf den klassischen Händlervertrieb

Wie andere Start-ups in der Autobranche will auch Fox bei seiner Mia-Neuauflage auf den klassischen Händlervertrieb verzichten und allein auf Online-Verkauf setzen. Für Image und Kontakt sollen einzig einige lokale Stützpunkte sorgen, während die Wartung eine bestehende Infrastruktur übernehmen soll. Wenn der elektrische Mia zum Service muss, wäre dann zum Beispiel ein Abstecher zum Bosch-Dienst oder den ATU-Shops denkbar. Die Gespräche hierzu laufen auf Hochtouren. Einfacher machen soll die Wartung die komplette Vernetzung des Mia, der per Datentransfer Updates („Over the Air“) bekommt und so auch seine Diagnose-Daten an den Werkstattbetrieb überträgt. Im Kern des Interesses soll dabei der europäische Markt stehen, wobei für das nicht-europäische Ausland ein Lizenzgeschäft angedacht ist. Daneben versprechen sich die Verantwortlichen von Fox E-Mobility auch Einkünfte durch CO2-Zertifikate, die an andere Hersteller verkauft werden. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

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