„Riecht wie Red Bull“

DHDL (VOX): Rentner und Ralf Dümmel machen sechs Millionen Euro Umsatz mit Marder-Mittel

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ein Rentner aus Braunschweig hat bei der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ einen Deal abgeräumt – mit einem Mittel, das Marder abschrecken soll. Gemeinsam mit Ralf Dümmel machte er schon sechs Millionen Euro Umsatz.

Update vom 13. Oktober 2020, 13:57 Uhr: In der gestrigen Sendung von „Die Höhle der Löwen“ gab es einen Einspielfilm zu sehen, der Gründer Klaus Skottki und den siegreichen Investor Ralf Dümmel gezeigt hat. Ralf Dümmel hat darin ein paar Zahlen offengelegt, nämlich über 200.000 verkaufte „GOMAGO“-Dosen und ein dadurch erzielter Umsatz von über sechs Millionen Euro.

Erstmeldung vom 15. September 2020, 11:39 Uhr: Köln – Es ist ein relativ kleines Tier, doch es kann am Auto einen großen Schaden verursachen: Die Rede ist vom Marder. Ein Rentner aus Braunschweig hat nun Produkt entwickelt, das Marder erfolgreich in die Flucht schlagen soll. Klaus Skottki (70) kennt sich mit Autos aus: Er war als Kfz-Meister bei Volkswagen in der Motorenentwicklung tätig, vor 14 Jahren verabschiedete er sich in den Vorruhestand. Sein großes Hobby ist das Segeln. Und nebenbei hat er ein Marder-Abwehrmittel entwickelt, das er nun bei der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) mit Erfolg präsentiert hat.

Wie der 70-Jährige berichtet, habe ihn ein Marder auf dem Dachboden so genervt, dass er schon ans Ausziehen dachte. Nachts habe das Tier extremen Lärm veranstaltet. „Das war so nervig“, sagt Klaus Skottki. Alle Versuche, den Marder zu vertreiben, seien gescheitert. „Selbst professionelle Kammerjäger hatten keinen Erfolg.“ (Hier fahren Herbert Diess und Elon Musk den VW ID.3: „Keine Renn-Maschine)

Klaus Skottki aus Braunschweig hat bei „Die Höhle der Löwen“ ein Marder-Abwehrmittel präsentiert.

DHDL (VOX): Ex-VW-Entwickler ergattert Deal mit Marder-Abwehrmittel

Also suchte er selbst nach einer Lösung. Jäger hatten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass Marder über Gerüche kommunizieren. Wenn ein Marder in Panik gerate, sondere er ein spezielles Sekret ab, erklärt Klaus Skottki bei „Die Höhle der Löwen“. „Der Duft dieses Sekretes löst beim Marder einen sogenannten Schlüsselreiz-Effekt aus, der ihn veranlasst, dieses Gebiet zu räumen“, sagt der 70-Jährige. „Auch andere Marder, die diesen Duftstoff aufnehmen, meiden dieses Gebiet dann ebenfalls. Diesen natürlichen Effekt des Marders wollten wir uns zunutze machen.“

Die Entwicklung habe etwa fünf Jahre gedauert. „Mit hohem technologischen Aufwand haben wir die Inhaltsstoffe dieses Sekretes identifiziert und nachgebaut“, sagt Klaus Skottki. Heraus kam ein synthetisch hergestelltes Marder-Abwehrmittel, das der 70-Jährige „GOMAGO“ getauft hat. Bei dem Produkt handelt es sich um ein Granulat, das in kleinen Döschen – ähnlich wie Salzstreuer – verkauft wird. (Ex-VW-Chef Martin Winterkorn: „Da scheppert nix“ – dieser Messerundgang ist legendär)

Ex-VW-Entwickler ergattert DHDL-Deal: „Wir haben eine Fehlerquote von null Prozent“

Den potenziellen Investoren präsentiert der Tüftler aus Braunschweig sein Produkt vor einem Opel Corsa (Logo ist abgeklebt) mit aufgeklappter Motorhaube. Darin sitzt ein Plüschmarder. „Sieht wirklich possierlich aus, aber – es ist ein Raubtier! Und mit seinen spitzen Zähnen kann er sehr großen Schaden anrichten.“, sagt Klaus Skottki. Er ist von „GOMAGO“ überzeugt: „Wir haben eine Fehlerquote von null Prozent.“ Für den Einbau im Motorraum ist ein Set mit einem Netzbeutel und einem Kabelbinder zum Festmachen erhältlich. Das Produkt sei „umweltneutral“ und „ungefährlich für Mensch und Tier.“

Das Ziel von Klaus Skottki: Er hätte gerne 80.000 Euro und würde im Gegenzug dafür 20 Prozent seiner Firmenanteile abtreten. Die Investoren Ralf Dümmel (53), Carsten Maschmeyer (61), Judith Williams (48), Georg Kofler (63) und Nils Glagau (44) sind angetan, haben aber noch Fragen. Etwa, wie lange eine Dose mit dem ausströmenden Geruch Marder fernhält? Mindestens sechs Monate, dann müsse man ein neues Mittel einsetzen, erklärt der Braunschweiger. Dafür ist der Preis allerdings etwas happig: In seinem Online-Shop bietet der 70-Jährige sein Abwehrmittel für 32,90 Euro an – bei Herstellungskosten von knapp vier Euro. (Daniela Katzenberger: Probleme beim Wischwasser-Nachfüllen – „wie der größte Hohlblock“)

Klaus Skottki bei DHDL mit seinem Marder-Abwehrmittel „GOMAGO“.

Ex-VW-Entwickler ergattert DHDL-Deal: „Ich bin geflasht. Ich bin happy.“

Dann drückt er den Mitgliedern der Jury jeweils ein Döschen in die Hand. Nils Glagau findet, das Produkt rieche „ein bisschen wie Klebstoff“. Georg Kofler ist der Meinung, der Geruch erinnere eher an „konzentriertes Red Bull“.

Am Ende bekommt der ehemalige Volkswagen-Motorenentwickler sogar von zwei Löwen den von ihm favorisierten Deal angeboten: von Georg Kofler und Ralf Dümmel. Klaus Skottki entscheidet sich für den Deal mit Ralf Dümmel: „Ich bin ein Nordlicht und würde das gerne mit einem Nordlicht zusammen machen.“ Zufrieden verlässt der 70-Jährige die Bühne. „Das ist perfekt gelaufen. Ich bin geflasht. Ich bin happy.“ Ob sich das Produkt durchsetzten kann? Wir bleiben dran.

Rubriklistenbild: © TVNOW / Frank W. Hempel

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