Cupra Formentor

Dieses SUV ist zu stark, um ein Seat-Logo zu tragen

  • Jan Schmidt
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Mit dem Formentor bringt der Seat-Konzern ein erstes Fahrzeug, das ausschließlich unter dem Markennamen Cupra firmiert. Unter der Haube des SUV-Coupés stecken sportliche Antriebe.

  • Erstes eigenständiges Modell der sportlichen Sub-Marke von Seat
  • Kraftvoller Antrieb durch einen Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 245 PS
  • Topmotorisierung ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 310 PS

Martorell – Wieder ein SUV von Seat, ach nein – stimmt gar nicht. Denn obwohl der neue Formentor ganz klar das Seat-Markengesicht und neuerdings auch das entsprechende Heck mit dem durchgehenden Leuchtenband trägt, ist er ein Cupra, was auch das bronzefarbene Logo im prägnanten Kühlergrill verrät. Ob dieser Marketing-Kniff nun Vor- oder Nachteile bringt, sei dahingestellt. Zumindest soll die neue Marke für eine gewisse Exklusivität sorgen. Derzeit vertreiben die Seat-Autohäuser jedenfalls auch Cupra, wobei es in den Räumlichkeiten abgetrennte Bereiche gibt, und um die Kundenwünsche kümmern sich die so genannten Cupra-„Master“. Und noch etwas geht mit dem neuen Markennamen einher: Wenig Leistung wird es zumindest vorerst nicht geben.

So startet auch der Formentor zunächst mit zwei potenten Antrieben. Die Basis bildet ein 180 kW/245 PS starker Plug-in-Hybrid, der dank seiner 13 kWh großer Batterie rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren wird. Zustande kommt die Systemleistung, indem die Techniker einen 1,4 Liter großen Benziner mit vier Zylindern (110 kW/150 PS) mit einer 85 kW/115 PS starken E-Maschine koppeln, deren Moment gebündelt in Richtung Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe fließt. Preise nennt Seat noch nicht, aber wir rechnen mit einem Einstieg von rund 35.000 Euro.

Der Formentor ist das erste eigenständige Modell der Marke Cupra.

Die Autoenthusiasten mit Benzin im Blut mögen dagegen auf den klassischen Antriebsstrang ohne E-Hilfe schwören – in diesem Fall bestehend aus dem 2,0 Liter großen Vierzylinder mit 228 KW/310 PS, bekannt aus den bisherigen Performance-Modellen des Volkswagen-Konzerns. Nur dass die sportive Formentor-Optik jetzt wie angegossen zum starken Motor passt. Zwar zieren optische Leckerbissen wie die markante Vierrohr-Auspuffanlage sowie der ausgeprägte Diffusor im Bereich des Heckstoßfängers auch andere Marken-Modelle, doch die coupéhafte Silhouette harmoniert noch einen Tick besser mit dem angestrebten Charakter dieses übrigens ausschließlich als Allradler anrollenden Spaniers. Hier dürfte der Grundpreis wohl unter 40.000 Euro liegen.

Hinter den großen Lüfteinlässen arbeitet entweder ein Hybrid-Antrieb oder ein 2,0-Liter-Turbo.

Apropos SUV, dass der Formentor zu diesem inzwischen doch recht häufig geschmähten Segment gehören soll, sieht man ihm eigentlich nicht an. Zwar ragt der auf der neuesten Ausbaustufe des modularen Querbaukastens basierende Cupra mit 1,51 Metern etwas höher auf als manche Schwester-Modelle der Kompaktklasse (was dem Einstiegskomfort sicher nicht schadet), aber eine gekonnt gestaltete Linienführung lässt das Fahrzeug grazil, ja geradezu zierlich wirken.

Die Linienführung des Cupra Formentor ist sehr gefällig.

Aufmerksame Beobachter entdecken die vielen Design-Details, die im bronzefarbenen Haus-Ton gehalten sind. Das startet außen mit den vorderen Bremssätteln, geht über die Ränder der Lüftungsdüsen und endet mit dem bronzenen statt roten Bereich des im virtuellen Analog-Cockpit simulierten Drehzahlmessers. Womit wir beim Thema Infotainment wären. Gleich nach dem kommoden Einstieg fällt der große Zentralmonitor auf. Mit Hilfe einer neu gestalteten Menüführung inklusive Gestensteuerung lassen sich vielfältige Einstellungen vornehmen. Außerdem ist jetzt auch Platz für eine mehrteilige Belegung auf dem Bildschirm – beispielsweise für die gleichzeitige Lotsenführung des Navigationssystems, die Klimasteuerung und die Musikauswahl.

Das Kombiinstrument des Cupra Formentor ist voll-digital.

Was nicht per Menü bedient wird, lässt sich entweder über klassische Drucktasten oder aber über berührungssensitive Flächen abhandeln. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, funktioniert aber beispielsweise für die Temperatursteuerung der Klimaanlage gut. Einfach den Finger anlegen und schieben, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Auch das großzügige Glasdach wird mit diesem Funktionsprinzip geöffnet – hier wäre die haptische Lösung vielleicht doch besser gewesen. Doch ein bisschen Zeit zum Nachbessern ist ja noch, die Auslieferung beginnen schließlich erst Ende des Jahres. Und bis dahin müssen sich potenzielle Interessenten mit Vorfreude begnügen.

Von Patrick Broich (SP-X)

Rubriklistenbild: © Hersteller

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